Donnerstag, 21. Juni 2018
Lade Login-Box.

Ein orientalischer Abend mit Ulrike Mommendey und dem Tanz-Ensemble Mia Luna

"Märchen, die der Wind erzählt"

Eichstätt
erstellt am 13.03.2018 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (max) Ihre Stimme klingt wie ein Instrument, mit dem sie virtuos und kunstfertig in allen Tonlagen musiziert und kommuniziert. Wenn die gebürtige Thüringerin Ulrike Mommendey zu erzählen beginnt, dann wird es schnell ganz leise und die Zuhörer kleben an ihren Lippen.
Textgröße
Drucken
Ulrike Mommendey präsentierte orientalische Märchen.
Ulrike Mommendey präsentierte orientalische Märchen.
Mayer
Eichstätt
Mit sanften Tönen holt sie die Geschichten von draußen herein. "Es sind Märchen, die der Wind erzählt." Und diese Märchen kennt Mommendey alle auswendig und kann sie dementsprechend frei vortragen. In ihrer One-Woman-Performance wandelt sie zwischen den Zuhörern umher und baut mit klarer, melodischer und wohlklingender Stimme eine zauberhafte Brücke zwischen Orient und Okzident.

Zum Finale der 5. Eichstätter Frauentage erzählte die jetzt in Unterstall bei Neuburg lebende zweifache Mutter orientalische Märchen, in denen Frauen eine wichtige und immer eine kluge Rolle spielen, gespickt mit einem Schuss Erotik. Die ausgewählten Märchen hatten eines gemeinsam: Auf heiter-erotische Weise stand der Einfallsreichtum der Frauen bei ihren Auseinandersetzungen mit den Männern im Mittelpunkt.

So erahnt der Sultan beim Märchen vom "letzten Schleier" die Schönheit seiner Angebeteten, die sich ausbedingt, den letzten Schleier bei der Brautschau anbehalten zu dürfen, und attestiert ihr - gerade deshalb - Ehre, Achtung und Format. Klug und weise, fast listig treten die Frauen in anderen Märchen aus Andalusien und dem Orient auf, wie beim "Märchen von der Frau, die den Himmel betrog". Und wie sah es mit der Genese von Mann und Frau aus? Auch hierzu gab es eine nette Episode, denn als der Stoff für den Mann bereits gänzlich verbraucht war, nahm der liebe Gott die Unbeständigkeit des Windes, die Neugierde der Spatzen, die kalten Füße der Pinguine und noch viele andere (Un-)Tugenden, um daraus die Frau zu schaffen. Am Ende arrangieren sich die Geschlechter, und die Frau antwortete auf die Frage, wie sie es denn mit dem Manne halte, salomonisch: "Ich kann ganz gut mit ihm, aber ich kann auch ganz gut ohne ihn. Und so ist es geblieben, bis zum heutigen Tag."

Zwischen den Märchen zeigte das Bauchtanz-Ensemble um Mia Luna verschiedene Tänze, darunter beeindruckende Solonummern. Immer wieder faszinierend der Einsatz des Kerzentabletts: Kerzen, die auf dem Kopf balanciert werden, brennen während des gesamten Tanzes. Der Tanz erinnert an eine Zeit, in der es noch keine elektrische Versorgung gab und Brautpaare mit einem Kerzentanz in den Saal geleitet wurden.

Edgar Mayer
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!