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In Eichstätt sind jetzt wieder die Sternsinger unterwegs, bringen den Segen und sammeln Spenden

"Kommen daher aus dem Morgenland"

Eichstätt
erstellt am 03.01.2012 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 16:59 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) „Ah, der Max hat neue Sterne gemacht, super!“ Da freuen sich die Könige, während sie noch ihre Kronen aufpolieren und anprobieren. In der Batzenstube der Eichstätter Dompfarrei herrscht am frühen Dienstagvormittag emsige Betriebsamkeit: Die Sternsinger starten.
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Eichstätt: "Kommen daher aus dem Morgenland"
 
Eichstätt
Nach der diözesanweiten Aussendung in Beilngries (wir berichteten) ziehen jetzt auch im Eichstätter Stadtgebiet elf Gruppen der Dompfarrei und der ehemaligen Pfarrei St. Walburg dieser Tage wieder von Tür zu Tür, um den Häusern mit Kreide über der Eingangstür den Segen zu bringen („Christus Mansionem Benedicat“, „Christus segne dieses Haus“) und um Spenden für das Kindermissionswerk zu sammeln.

Die ersten Geldscheine steckt Dompfarrer Franz Mattes den Kindern selbst in die Sammelbüchsen. Mattes freut sich sehr darüber, dass seine Ministrantinnen und Ministranten Jahr für Jahr so eifrig mitmachen. „Vor allem, dass die Größeren das meiste selber organisieren und die Kleineren da mit hineinnehmen.“ Der Pfarrer selber brauche sich da kaum zu kümmern, lacht Mattes.

Und auch der neue Kaplan Markus Hergenhan staunt über die Organisation: Die Gruppenleiter stecken die ungefähre Route ihrer Gruppen ab und – ganz wichtig – sorgen dafür, dass die Sternsinger mittags auch etwas zu essen bekommen: meist in Privathaushalten, oft bei Eltern oder Großeltern von Ministranten.

Bevor es allerdings hinausgeht in die Stadt, müssen sich die Mädchen und Buben erst noch in Sternsinger verwandeln: Caspar, Melchior und Balthasar sollen sie darstellen. Der zehnjährige Andreas Lengenfelder scheut dafür keinen Aufwand: Er geht als Melchior tatsächlich mit schwarzer Gesichtsschminke. Andrea Flierler, eine der vom Dompfarrer gelobten „Großen“, schminkt ihrem jungen Kollegen das Gesicht, nachdem sie ihn zuvor dick mit Creme eingeschmiert hat – damit auch das Abschminken wieder klappt: „Das hab ich voriges Jahr auch schon so gehabt, das macht mir nichts“, erzählt der Zehnjährige gut gelaunt.

Überhaupt sind die meisten der Kinder und Jugendlichen in der Dompfarrei schon mit ziemlicher Routine bei der Sache: Edith Nothaft (14) etwa, die heuer als Sternträgerin dabei ist, und Johanna Ofner (13), die einen Caspar mimt, sind schon zum sechsten Mal dabei. Das frühe Aufstehen in der Ferienwoche und das Herumziehen durch die Stadt macht ihnen gar nichts aus: „Das macht doch Spaß.“

Und auch der Diözesanreferent der Ministranten, Markus Wittmann, steht in der Batzenstube und staunt. Einerseits ist er dienstlich natürlich mit den Sternsingern betraut, andererseits sind auch seine beiden Töchter Sophia und Pauline mit Begeisterung dabei: „Ich finde das toll, dass die das machen“, lobt der Papa, während so mancher König doch noch schnell einen Blick auf seinen Textzettel wirft und „. . . Frieden und sein Wohlgefallen, bietet Gott den Menschen allen . . .“ vor sich hin brummt. Aber selbst wenn es einmal einen Texthänger gibt, ist das nicht so schlimm: Die meisten Könige und Sternträger können nicht nur ihren eigenen Part, sondern den gesamten Text, schließlich wechseln sie die Rollen von Jahr zu Jahr durch, und das Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ haben sie – wie inzwischen auch viele ihrer Eltern – eh als Ohrwurm permanent im Kopf.

Gruppenleiter Andreas Lang mahnt derweil zur Eile: „Schauen wir, dass wir heute so viel wie möglich schaffen, am Mittwoch soll es regnen.“ Andererseits haben die Eichstätter Sternsinger in den vergangenen Jahren schon oft wirklich schlechtes Wetter erlebt – und sich davon nicht stoppen lassen.

Was sie besonders motiviert? „Dass es Spaß macht, dass wir Kindern in der Welt helfen und vielen Leuten Freude bringen.“

 

Von Eva Chloupek
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