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Stadtrat sieht in der Bauleitplanung massive Probleme für die Erweiterung der Berufsschule

"Erheblicher Eingriff in das Stadtbild"

Eichstätt
erstellt am 25.07.2014 um 18:37 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:22 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Die weiteren Neubauten für die Berufsschule werden einen „erheblichen Eingriff in das Stadtbild“ darstellen. Planer Peter Markert sprach bei der Vorstellung des Vorentwurfs im Stadtrat weiter von „drei riesigen Blöcken vor der Burg“ – und das in der verträglichsten Planungsvariante.
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Eichstätt: "Erheblicher Eingriff in das Stadtbild"
Die aktuelle Baustelle an der Berufsschule an der Burgstraße (Bild oben) ist kein Vergleich zu der Erweiterung, die im nächsten Bauabschnitt noch geplant ist. Westlich der bestehenden Gebäude sollen drei zwölf Meter hohe Werkstattgebäude, ein Klassentrakt, eine Sporthalle und 165 Stellplätze entstehen (Grafik unten). Dazu soll das Schulareal von der Elias-Holl-Straße her eine zweite Zufahrt erhalten. Das sieht der Stadtrat kritisch, und das wird im Zuge des weiteren Bauleitverfahrens noch zu klären sein - Fotos: chl/DK-Grafik (Quelle: Stadt Eichstätt)
Eichstätt

Der Stadtrat hatte am Donnerstagabend von 18.30 bis 22.40 Uhr eine über vierstündige Mammutsitzung zu absolvieren, auch weil das Gremium in der neuen Periode sämtliche Bauleitplanungen im Plenum und nicht mehr im Bauausschuss vorberaten will. Der Hauptausschuss tagte vorher (Bericht darüber folgt), so dass manche Stadträte knapp sieben Stunden durchstehen mussten. Dabei waren die Themen durchaus konfliktträchtig – wie eben die Erweiterung der Staatlichen Berufsschule am Burgberg.

Absolut unbestritten ist im Stadtrat, dass die Staatliche Berufsschule mit ihren rund 1500 Schülern für Eichstätt wichtig ist. Auch, dass der Landkreis in die seit 2012 laufende Schulerweiterung über 40 Millionen Euro investiert, sieht das Gremium grundsätzlich positiv.

Nachdem die ersten Neubauten schon stehen und während derzeit die Sanierung des Altbaus an der Burgstraße läuft, muss jetzt für die weiteren geplanten Neubauten der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan (Nr. 63) für Berufsschule und die benachbarte Jugendherberge aufgestellt werden. Westlich der bestehenden Gebäude an der Burgstraße sollen drei Werkstätten – besagte „Blöcke“ mit einer Höhe von zwölf Metern – sowie eine Sporthalle und ein weiterer Klassentrakt entstehen.

Das höchste Gebäude der Berufsschule derzeit kommt auf 429 Meter über Normalnull, die neuen Gebäude sollen knapp fünf Meter darunter liegen. Zum Vergleich, die Willibaldsburg liegt auf 464 Meter über Normalnull. Außerdem sollen 165 neue Stellplätze geschaffen werden. Insgesamt wird ein Areal von rund 31 000 Quadratmetern überplant.

Am Donnerstag war nun die Vorberatung des Stadtrats im Rahmen der Bauleitplanung dazu, der Billigungsbeschluss und vor allem die Anhörung und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange stehen noch aus. Dabei erwarten die Stadträte doch einigen Widerstand gegen das Vorhaben. Planer Markert formulierte es so: „Wir wünschen uns einen kritisch konstruktiven Dialog.“

Besonders die geplante zweite Zufahrt zur Schule über die Elias-Holl-Straße stößt einer ganzen Reihe von Stadträten sauer auf: „Damit gefährdet man ein komplettes Wohnviertel“, meinte zum Beispiel Eva Gottstein (FW). Bürgermeister Max Pfuhler (SPD) stieß ins selbe Horn und bemerkte, die Burgstraße müsse das „schultern“ können – dann müssten aber die jetzigen Stellplätze dort weichen. Als zweites großes Problem neben der Zufahrt sehen die Stadträte die Gebäudemasse, die den Blick auf die Willibaldsburg unzweifelhaft verändern wird – auch wenn die in zwei anderen Planungsvarianten sogar noch massiver ausgefallen wäre und die jetzt geplanten drei abgestuften Werkstattgebäude schon einen Kompromiss darstellen sollen. Bürgermeisterin Claudia Grund (CSU) wollte wissen, ob man mit dem Landkreis noch einmal über die Höhenentwicklung reden könne. Auch hier verwies Markert darauf, dass das nun in den verschiedenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sicher Thema werde.

Tanja Schorer-Dremel (CSU), bekanntlich auch stellvertretende Landrätin, wollte das Positive der Planung stärker betont sehen: So kämen die Stellplätze während der schulfreien Zeit auch den Touristen für die Willibaldsburg zugute. Sie verwies auf die große Bedeutung der Berufsschule für Eichstätt. Damit fand sie Unterstützung bei Alt-OB Arnulf Neumeyer (SPD): „Wir wollen die Berufsschule. Dann müssen wir halt auch bestimmte Dinge akzeptieren.“ In der nächsten Stadtratssitzung am 31. Juli soll nun der Vorentwurf des Bebauungsplans gebilligt werden, dann beginnt die Bürgerbeteiligung.

Von Eva Chloupek
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