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Altes Stadttheater: 230 450 Euro Defizit Bauamt arbeitet an neuem Konzept

"Die Talfahrt stoppen!"

Eichstätt
erstellt am 23.04.2012 um 21:20 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:01 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) „Die Talfahrt stoppen!“ Das ist die Maxime für das Alte Stadttheater. Der Ärger mit der Gastronomie hatte die Bilanz des Hauses für 2011 stark getrübt. Dieses Jahr, so erklärte Asthe-Leiterin Annette Fürsich gestern im Kulturausschuss, soll es mit neuen Gastronomen wieder aufwärts gehen.
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Bekanntlich hatte es mit den Pächtern der Gastronomie 2010 und 2011, Peter Bendik und Markus Schmidramsl nicht reibungslos funktioniert, „und der Erfolg eines solchen Hauses hängt nun einmal stark an der Gastronomie. Deshalb versuchen wir 2012, das Ruder mit den neuen Pächtern herumzureißen“, sagte Fürsich. Die Statistik spricht Bände: 2009, als noch verschiedene Caterer die Gäste versorgten, gab es 329 Veranstaltungen mit insgesamt 41 045 Besuchern, 2010 waren es nur noch 288 Veranstaltungen mit 37 722 Besuchern und voriges Jahr sogar nur noch 258 Veranstaltungen mit 29 211 Besuchern. „Gerade private Feiern wurden gar nicht mehr gebucht“. Hier gehe es aber jetzt schon wieder aufwärts, meinte Fürsich, die große Hoffnungen in die neuen Pächter Stefan Stark und Nicole Kleinbauer setzt.

Der Auflösungsvertrag mit den bisherigen Pächtern ist maßgeblich für das Minus von 18 687 Euro beim Haushaltsposten „Mieten aus gewerblichen Räumen, Pacht Kino und Caterer“ verantwortlich. 23 000 Euro waren hier veranschlagt, nur 4313 Euro blieben im Ergebnis. Das Defizit des Hauses – seit Jahren heiß diskutiert – liegt 2011 bei 230 450 Euro und damit um 104 650 Euro unter dem Haushaltsansatz (335 100 Euro). Fürsich räumte allerdings ein, dass hier mit rund 80 000 Euro wieder die erwartete Reparatur der Heizung einkalkuliert wurde, die 2011 doch noch nicht fällig wurde: „Aber sie kommt sicher bald.“ Das Alte Stadttheater ist bekanntlich 1988 in Betrieb gegangen – da ist einiges sanierungsbedürftig. Deshalb befasst sich derzeit das Stadtbauamt mit dem Haus: Es soll demnächst ein neues räumliches und inhaltliches Konzept geben. Da soll es dann auch eine Richtung für das derzeit nicht genutzte Lokal geben – das aber auch jetzt schon als Raum gebucht werden kann.

In diesem Zusammenhang wünscht sich Fürsich auch, dass die Preisgestaltung für Veranstalter geändert wird. Die derzeitige Unterscheidung zwischen „kulturell“ und „gewerblich“ sei für viele Vertragspartner nur schwer vermittelbar.

Mit den Pächtern des Kinos, Ralph Feigl und Roland Harsch, „haben wir das große Los gezogen“, freute sich Fürsich über deutlich positivere Aspekte des Hauses. Seit die Kinopächter ihr engagiertes neues Programm zeigen, schnellen hier die Besucherzahlen nach oben: 2007 waren es noch nur 2317, 2008 ging es hoch auf 7656, 2009 auf 14 494, 2010 umbaubedingt wieder runter auf immerhin 12 970 und 2011 gab es sage und schreibe 17 032 Kinobesucher. Fürsich würdigte besonders, dass die Pächter mit viel eigenem Einsatz den Kinosaal mit neuester Technik ausgestattet haben und ständig ein attraktives Programm bieten: „Das ist ein echter Glücksfall für uns.“

Deshalb, so brachte Gerhard Nieberle (SPD) in der kurzen Fragerunde ein, sollte bei dem neuen baulichen Konzept dem Kino unbedingt auch ein näher gelegenes neues WC gegönnt werden: Bisher müssen die Besucher vom Kinosaal im Dachgeschoss immer bis runter ins Erdgeschoss. (Weiterer Bericht aus der Sitzung folgt.)

Von Eva Chloupek
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