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Vernissage Jahresdruck 2014 von Cyril Bihain in der Lithographie-Werkstatt

Besondere Beziehung zum Stein

Eichstätt
erstellt am 01.12.2014 um 19:01 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:25 Uhr | x gelesen
Eichstätt (mkh) Den Eichstätter Jahresdruck gibt es schon seit dem vergangenen Jahrtausend, genauer gesagt seit 1999. Darauf verwies Lithographie-Werkstattleiterin Li Portenlänger bei der Vernissage zur 15. Auflage des Jahresdrucks am Freitag.
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Eichstätt: Besondere Beziehung zum Stein
Li Portenlänger stellt die neue Jahresdruck-Mappe vor. Dahinter von links: der Fotograf Klaus Staffel, Cyril Bihain aus Brüssel und die Vorsitzende des Jurahausvereins, Eva Martiny - Foto: mkh
Eichstätt

Der Druck, so Portenlänger, habe jedes Jahr wieder zu tun „mit der Region, mit Eichstätt, den hiesigen Persönlichkeiten, der Landschaft und dem Heiligen“. Heuer stellt der Brüsseler Künstler Cyril Bihain seine Sicht auf Eichstätt dar, allerdings gab es die thematische Vorgabe, etwas zum Jurahaus zu machen. Entstanden ist eine druckgrafische Darstellung, die einen geradezu „in das Bild hineinzieht“, wie der Fotograf Klaus Staffel in seiner Einführungsrede bemerkte.

Staffel, dessen Fotoband „Das Jurahaus: Ein Bild von einem Haus“ rechtzeitig zum 30. Jubiläum des Jurahausvereins vor wenigen Wochen erschienen ist und von Vereinsvorsitzender Eva Martiny in ihrem Grußwort ausdrücklich empfohlen wurde, wies auf Bihains „besondere Beziehung zum Stein“ hin, die sicherlich auch von dessen Arbeit in den unterschiedlichsten Kulturen und von deren jeweiliger Betrachtungsweise und auch Wertschätzung des Materials Stein beeinflusst sei. Dieses zeige sich besonders in der „Vielschichtigkeit in den Arbeiten“, welche nicht nur die Motive, sondern auch die Arbeitstechnik entscheidend präge. Bihain trage „immer dichtere Schichten“ auf, lasse dabei aber „das Ergebnis offen“. Er bringe so eine „Verdichtung seiner Eindrücke auf Papier“. Bihain, der schon zum dritten Mal in Eichstätt ausstellt, hat nicht nur in Europa oder Amerika, sondern vor allem auch in Asien, und zwar mehrmals in Japan, gearbeitet. Dort sei ein Stein nicht nur Baumaterial, welches man später achtlos zu Trümmern zerschlage, so der Künstler später im Gespräch mit unserer Zeitung. Erstaunt habe er solches gerade während seines jetzigen Aufenthaltes in Eichstätt beobachten können.

Zusätzlich bot die Lithographie-Werkstatt noch einen besonderen Service: In einer Offenen Werkstatt zeigte der Künstler am folgenden Tag an der Druckerpresse, wie eine Lithographie entsteht, und ließ sich auch dazu befragen. Die Werkstatt als „Spielplatz für alle, auch für Erwachsene“, scherzte Bihain. Neben dem Jahresdruck zeigt der Brüsseler Künstler in seiner Ausstellung Bilder, die spontan während des Arbeitsprozesses entstanden sind, sowie weitere Zeichnungen und Collagen mit Pflanzendarstellungen. Ebenfalls ausgestellt sind Lithographien von Portenlänger zum Thema sowie Fotografien aus Staffels Buch.

Die Ausstellung „Jahresdruck 2014“ von Cyril Bihain in der Städtischen Lithographie-Werkstatt, Pfahlstraße 25, ist bis einschließlich 24. Dezember geöffnet, jeweils mittwochs, donnerstags und freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr. Der Jahresdruck, eine neue Mappe zu den bisherigen Jahresdrucken sowie Staffels Buch sind ebenfalls dort erhältlich.

Von Michael Kleinherne
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