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Adalbert Lina hat in Eichstätt einen "Schafkopf"-Boom ausgelöst: Das vierte Seminar läuft bestens

Beim "Wenz ohne vier" mehr Glück als Verstand

Eichstätt
erstellt am 12.04.2012 um 20:21 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:01 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Der Lina-Bert strahlt über das ganze Gesicht: Er hat in Eichstätt einen „Schafkopf“-Boom losgetreten. Zur Vorbereitung seines großen Benefizturniers im vorigen Oktober hatte er ganz klein einen Anfängerkurs – vier Tische und privat – angeboten. Und jetzt? Jetzt ist das ganze VfB-Heim knallvoll.
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Eichstätt: Beim "Wenz ohne vier" mehr Glück als Verstand
Schafkopf als Männersport? Von wegen. Stephanie Biedermann, Iris Landsdorfer, Tanja Spielvogel (alle aus Obereichstätt) mit ihrem Trainer Günter Harrer (von links). - Fotos: lia
Eichstätt
Elf Tische sind belegt. 44 Teilnehmer und elf Trainer sind im aktuellen Schafkopfseminar mit von der Partie. So manches gestandene Mannsbild muss sich da verwundert die Augen reiben: Denn gut die Hälfte dieser Kartler sind Kartlerinnen. Schafkopf als letzte bayerische Männerdomäne? Von wegen, nicht mit Adalbert Lina. Gerade die Frauen der ersten beiden privat organisierten Kurse im Mai und im November sind jetzt, bei Linas drittem Seminar, das erstmals gemeinsam mit der Volkshochschule veranstaltet wird, voller Eifer als „Fortgeschrittene“ mit dabei und haben ebenso viel Spaß wie die Trainer. Die sind ihrerseits allesamt stadtbekannte ausgefuchste Kartlerkoryphäen, die ihr Wissen gerne und mit großer Geduld weitergeben. Bereits zum dritten Mal dabei sind Uli Jäger, Hans-Peter Kleinhans, Günter Harrer und Jürgen Erber; erstmals geben Werner Grimm, Werner Huber, Willi Müller, Erich Opis, Ewald Schönwetter und Bernd Stowasser ihre Tricks und Kniffe an ihre Schützlinge weiter.

Und sowohl blutige Anfänger als auch die schon etwas Fortgeschritteneren staunen ständig ob der vielfältigen Varianten des durchaus komplizierten Kartenspieles. Immerhin gibt es rund 110 Millionen verschiedene Möglichkeiten, sodass man sich praktisch bei jedem neuen Spiel auf eine andere Situation einstellen muss. Wer war noch gleich der „Oide“ – ach ja, der Eichel-Ober. Wer spielt nochmal mit welchem As? Herz ist doch immer Trumpf? Bei „Sauspielen“ schon, aber nicht automatisch, schon gar nicht bei Farbsoli. Und beim „Wenz“, da sind dann nur die Unter Trumpf, ansonsten heißt es „Farbe zugeben“? Ja genau. Also gut, wer kommt als Erster raus? Meistens der, der fragt…

Auch jetzt, beim dritten von insgesamt sechs Abenden sind alle mit großem Spaß und Eifer drei Stunden lang bei der Sache. Gerade noch hatte Erich Opis an einem der Fortgeschrittenen-Tische den „Wenz“ nochmal erklärt, da wird auch schon eine besonders spektakuläre Variante davon gespielt: Die Autorin dieser Zeilen probiert wagemutig einen „Wenz ohne vier“ (hat also keinen einzigen Unter, nur vier Asse, dazu drei Könige und einen Spatzen). Sie kriegt tatsächlich ihre vier Asse durch, erwischt noch einen Zehner vom Gegner und gewinnt so mit deutlich mehr Glück als Verstand. Unglaublich! Großes Hallo am Tisch – und noch genug Kartler-Gesprächsstoff für die nächste Zeit.

Derweil freut sich auch die 14-jährige Anna Hutter aus Adelschlag ein paar Tische weiter über ein gerade gewonnenes Spiel. Das Seminar hat sie zu Weihnachten von ihrer Tante Mathilde Breitenhuber geschenkt bekommen: ein Präsent, das offensichtlich bestens angekommen ist. Rudolf Emslander ist mit seinen 79 Jahren der älteste Teilnehmer, und seine Ehefrau Elisabeth ist auch gerne mit von der Partie: „Geselligkeit und Gehirntraining“ war ihre Motivation für die Anmeldung. „Allerdings müssen wir noch viel lernen!“, lacht sie dabei herzlich. Nein, nein, versichert ihr Trainer Werner Huber dagegen, da seien schon große Fortschritte sichtbar.

Adalbert Lina, der Initiator des Ganzen, sitzt bestens gelaunt mittendrin, strahlt und erzählt: Mit 44 Teilnehmern sei die Kapazität für einen Schafkopf-Kurs nun wirklich erreicht – schließlich brauche es an jedem der elf Tische einen eigenen Trainer. Weil aber deutlich über 50 Leute mitmachen wollten und die Nachfrage noch immer nicht gestillt ist, macht der pensionierte Polizeichef weiter: In den Sommerferien soll es ein Schafkopf-Seminar für Mädchen und Buben ab zwölf Jahren geben – dazu sind auch die Eltern und Großeltern willkommen. Interessenten dafür sollen sich möglichst bald anmelden, Meldeschluss ist der 29. Juni.

Und von 2. November bis 7. Dezember gibt es dann das vierte Schafkopf-Seminar, wieder in Zusammenarbeit mit der VHS, die Teilnehmerzahl ist auf 44 beschränkt und wird wohl wieder zügig erreicht werden. Denn viele der jetzigen Teilnehmer wollen auch im Herbst wieder mitkarteln. Anmeldungen und Informationen dazu sind bis 3. August bei Bert Lina, Telefon (0 84 21) 24 30, möglich.

Von Eva Chloupek
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