Montag, 16. Juli 2018
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Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen lockte rund 700 Zuhörer auf den Residenzplatz

Donnernde Entfaltung

Eichstätt
erstellt am 13.07.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 13.07.2018 um 20:18 Uhr | x gelesen
Eichstätt (max) Auf Einladung der Reservistenkameradschaft Eichstätt gab das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen am Donnerstagabend in Eichstätt ein Wohltätigkeitskonzert. Als Kulisse diente das barocke und wohl einmalige Ensemble des Eichstätter Residenzplatzes.
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Beeindruckendes Gastspiel vor eindrucksvoller Kulisse: Das Gebirgsmusikkorps zog in Eichstätt alle Register.
Beeindruckendes Gastspiel vor eindrucksvoller Kulisse: Das Gebirgsmusikkorps zog in Eichstätt alle Register.
Foto: Mayer
Eichstätt
Bereits in den Jahren 2014 und 2016 gastierte das Korps in Eichstätt. Am Donnerstag nun machte das mit 60 Soldatinnen und Soldaten bestückte professionelle Blasorchester unter der Leitung von Oberstleutnant Karl Kriner erneut der Residenzstadt seine Aufwartung, und die Zuschauer kamen wieder in Strömen. Knapp 700 Zuhörer zählten die Veranstalter, die, so der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft, Michael Buchner, das Konzert erneut für einen sozialen Zweck ausrichteten. Der Erlös geht zur einen Hälfte an das Sozialwerk der Bundeswehr, zur anderen an den Sozialfonds der Stadt Eichstätt.
Wer gedacht hatte, dass ein Militärmarsch dem anderen folgen würde, der sah sich getäuscht, denn das Gebirgsmusikkorps bot ein buntes und abwechslungsreiches Programm mit reichlich Unterhaltungsmusik. Zunächst natürlich bekannte und teilweise unbekannte Märsche: Ein Preußischer Präsentiermarsch stand neben dem MAN-Marsch, wo sich der mächtige Bassapparat des exzellenten Ensembles donnernd entfaltete, oder auch der Marsch von den "Tapferen Bayern". Daneben immer wieder Ausflüge in die Unterhaltungsmusik, zunächst in die Operette zur "Maske in Blau", aus der das Korps ein wunderbares Potpourri mit bekannten und beliebten Melodien auf den sich in sein schönstes Abendgewand kleidenden Residenzplatz zauberte. Fast jedes Stück war mit solistischen Beiträgen gespickt: Oberfeldwebel Meike Tappert (Piccolo-Flöte) und Oberfeldwebel Hubert Huber (Flügelhorn) ernteten lang anhaltenden Applaus für ihre meisterhaften Darbietungen. Es wechselten sich wehmütige Melodien mit hochvirtuosen Stücken ab wie bei "My melody shop", als drei Tenorhörner mit ihren warmen Klängen brillierten.
Ein feuriger Paso Doble "O Vitinho" von Francisco Marques Neto, einer der schönsten Märsche aus Portugal, war ebenso im Programm vertreten wie die weiteren Ausflüge ins musikalische Ausland: in die USA mit Jazz-Rock von Chick Corea und "Zirkuskomponist" Karl King, nach Tschechien mit Vaclav Vackars nachdenklichem "Abend am Meer". Auch nach Schweden ging die musikalische Reise: Alle Register zog das Profiensemble beim ABBA-Medley mit weltbekannten Songs der schwedischen Pop-Ikonen. Am Ende hallte ein grandioses "Thank you for the Music" über den Residenzplatz.
Ganz am Ende kam der Jugendkapelle der Eichstätter Stadtkapelle eine besondere Ehre zuteil: Zusammen mit den Profis durften die Nachwuchsmusiker den "Kaiserjägermarsch" spielen, und Dirigent Sebastian Golder sah man an, dass er dieses "außergewöhnliche Klangerlebnis" zu Recht genoss. Wann hat man schon mal die Möglichkeit, solch ein Blasorchester der Extraklasse zu dirigieren? Jedenfalls war dies der rauschende Abschluss des Konzerts, nach dem die Zuschauer mit einem wohlig warmen Gefühl in die Eichstätter Nacht entschwanden.

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