Sonntag, 16. Dezember 2018
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Vernissage der Eichstätter Schmuckkünstlerin Susanne Wein

Die Natur in Formensprache

Eichstätt
erstellt am 04.12.2018 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 08.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (tsl) Alte Porzellanteller, antike Lithographieplatten, beschädigte Broschen oder sogar kleine Plastikteile von Haushaltswaren - "ich reagiere auf das Alte und verbinde es mit meiner modernen Formensprache", sagt Susanne Wein.
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Die filigranen Gebilde von Susanne Wein (rechts) liegen in mit Sand gefüllten Tischvitrinen.
Die filigranen Gebilde von Susanne Wein (rechts) liegen in mit Sand gefüllten Tischvitrinen.
Steimle
Eichstätt
In ihrem Atelier hat die Eichstätter Schmuckkünstlerin am Donnerstagabend zu einer Vernissage geladen.

In ihrer Kombination werten sich die Gegenstände gegeneinander auf und lassen das Schmuckstück entstehen - so vertragen sich auch Edelsteine und Wattestäbchen miteinander. "Mir geht es nie um den Materialwert", erklärt Wein, sondern darum, den Stücken eine Sinnlichkeit zu verleihen. Sammelstücke und Materialien werden aus ihrem Kontext gelöst und umfunktioniert.
Das Thema ?Natur? spielt bei Susanne Wein (rechts) eine große Rolle: Muscheln werden zu Kettenanhängern.
Das Thema "Natur" spielt bei Susanne Wein (rechts) eine große Rolle: Muscheln werden zu Kettenanhängern.
Wein
Eichstätt



Immer wiederkehrend ist das Thema Natur, egal ob es um Form oder Werkstoff geht. Filigran gefertigte Schmetterlinge sind aus Gold geformt oder finden sich als zarte Lithographien auf Solnhofer Platten wieder, "und spielen mit der Geschichte des Altmühltals", wie ein Besucher sagt. Dazu gesellen sich Edelsteine und Glas sowie Perlen. Bei den neu präsentierten Stücken finden Muscheln zu Flügeln zusammen, Citrin bildet Blätter und auf einem Ring sind Rosen abgebildet. Besonders aufwendig gearbeitet ist auch ein Rosenzweig, von dem zunächst eine Porzellanform angefertigt wird - jede ist somit ein Unikat. Diese wird mit Silber ausgegossen, später wird der Ast mit Gold plattiert und die Dornen mit Perlen ummantelt. Das Spiel mit den Fundstücken darf auch mit einem Augenzwinkern geschehen, wie der Blick auf die Exponate in einem Kasten - von den Betrachtern schnell "Hirschwand" getauft - zeigt. Vor drei Jahren hat Wein zu diesem Thema recherchiert und sich auch damit befasst, was im Moment im Bereich Modeschmuck passiert, "mit all den Billigherzen und den Traditionen, die eigentlich keine sind, so wie etwa das Binden der Schürzenschleife an verschiedenen Positionen. " Früher habe man eindeutig am Dirndl selbst erkennen können, ob man etwa eine Witwe vor sich habe.

Auch im Trachtenbereich hat Wein Gegenstände gesammelt und ihren Zweck verändert, so ist beispielsweise ein Miederhaken zu einem Teil eines Schmuckstücks umfunktioniert und das Material Horn zu Ringen umgearbeitet worden.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Dezember im Schmuckatelier Susanne Wein im Rückgebäude der Pfahlstraße 47 zu sehen: mittwochs und donnerstags von 13 bis 18 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr.
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