Freitag, 18. Januar 2019
Lade Login-Box.

Mit "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" macht die Caritas auf die Wohnungsnot aufmerksam

Caritas Eichstätt - Ein Dach über dem Kopf

Eichstätt
erstellt am 12.12.2018 um 14:51 Uhr
aktualisiert am 16.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (EK) Auf der Straße steht ein Tisch mit Stühlen, daneben ein Bügeleisen. Wie ein Wohn- und Esszimmer sind Möbel unter freiem Himmel arrangiert. Das dargestellte Zimmer gehört zur Aktion "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" die von der Caritas am Mittwoch auf dem Marktplatz in Eichstätt durchgeführt wurde. Der Sozialverband möchte damit auf die zunehmende Wohnungsnot in Deutschland aufmerksam machen.
Textgröße
Drucken
Im Winter draußen sitzen ist eine kalte Angelegenheit. Die Mitarbeiter der Caritas in Eichstätt, Josef Wintergerst, Jennifer Lehmeier (rechts) und Evelyn Sichert, machen mit der Aktion ?Jeder Mensch braucht ein Zuhause? auf Wohnungsnot aufmerksam.
Im Winter draußen sitzen ist eine kalte Angelegenheit. Die Mitarbeiter der Caritas in Eichstätt, Josef Wintergerst, Jennifer Lehmeier (rechts) und Evelyn Sichert, machen mit der Aktion "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" auf Wohnungsnot aufmerksam.
Hecker
Eichstätt
Was für viele Menschen selbstverständlich erscheint, wird zu einem immer größeren Problem: Ein Dach über dem Kopf haben. Nicht nur in gesellschaftlichen Randgruppen gestaltet es sich schwierig eine passende Wohnung zu finden. Auch Berufsanfänger, Familien und Menschen mit körperlichen Einschränkungen haben auf dem Wohnungsmarkt zu kämpfen. Schon das ganze Jahr findet deshalb bundesweit die Aktion der Caritas statt. Eine der letzten Stationen ist Eichstätt. Dass die Entscheidung, die Aktion im Winter zu veranstalten, bewusst getroffen wurde, erklärt Caritas-Kreisstellenleiter Josef Wintergerst: "Gerade wenn es draußen kalt ist, merkt man, wie wichtig es ist, ein Zuhause zu haben." Was es bedeuten würde, keine Wohnung zu haben, kann man für einen Moment bei der Aktion selbst erleben. Schon nach wenigen Minuten zieht die Kälte in die Glieder, wenn man auf den grünen Plastikstühlen Platz genommen hat. "Das Problem der Wohnungsnot hat sich bis in die Mitte der Gesellschaft ausgebreitet", erklärt Wintergerst. Auf zwei Schauwänden wird die Situation auf dem Wohnungsmarkt verdeutlicht Die eine Seite zeigt den idealen Mieter: Er ist berufstätig, alleinstehend, hat keine Haustiere und spielt natürlich kein Instrument. Außerdem verdient er überdurchschnittlich gut. Die andere Seite deckt die bunte Breite der Gesellschaft ab: Familien, Senioren, Studenten, Alleinerziehende und noch so viele Personen mehr, die aus zahlreichen Gründen kaum passende Wohnungen für sich finden. "Manche Menschen müssen einen so hohen Anteil ihres Gehalts für die Miete ausgeben, dass sie dann beim täglichen Bedarf an Lebensmitteln auf die Tafel angewiesen sind", gibt Renate Wolf- Forsthofer zu bedenken, die für die allgemeine Sozialberatung und Schuldenberatung bei der Caritas zuständig ist.

Mit der Aktion appelliert der Sozialverband vor allem an drei Gruppen: Von den Kommunen erhofft man sich eine größere Sensibilität bei der Nutzung von Baugrund. Menschen mit höheren Finanzen sollen angeregt werden, mit Immobilien nicht zu spekulieren und diese vor allem als nutzbaren Wohnraum zu betrachten. Als letzten großen Adressaten wendet sich die Caritas an die kleinen, örtlichen Vermieter. "Wir wünschen uns, dass die Vermieter gegenüber allen Gesellschaftsgruppen offen sind und auch Familien oder Asylanten die Chance auf eine Wohnung geben", formuliert Josef Wintergerst die Intention des Verbandes.

Obwohl kaum Menschen an der Station am Marktplatz verweilen, zeigt sich der Kreisstellenleiter zufrieden: "Bei vielen bleibt das Bild im Gedächtnis. Schon dadurch machen wir auf die Problematik aufmerksam."
Anna Hecker