Sonntag, 16. Dezember 2018
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Eichstätter Gruppe von Amnesty International am Sonntag bei Großveranstaltung in Ingolstadt

"Briefmarathon" beim Tag der Menschenrechte

Eichstätt
erstellt am 07.12.2018 um 17:46 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Eichstätt (buk) Der kommende Montag, 10. Dezember, ist der "Tag der Menschenrechte".
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Vor genau 70 Jahren wurde von der UN-Vollversammlung in Paris die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" verabschiedet. Zu diesem Tag verstärken die Mitglieder der Eichstätter Gruppe von "Amnesty International" (AI) ihr Engagement: Heuer setzt sich AI Eichstätt für mutige Menschenrechtsverteidigerinnen in Venezuela, im Iran und in Saudi-Arabien ein.

Dazu engagiert sich die Gruppe am Sonntag, 9. Dezember, bei der regionalen Großveranstaltung, die gemeinsam von den AI-Gruppen von Ingolstadt, Eichstätt und Pfaffenhofen im Rahmen einer Matinee im Foyer des Theaters Ingolstadt (von 10.30 bis circa 13.30 Uhr) durchgeführt wird.

"Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als direkte Reaktion auf die Barbarei des Zweiten Weltkriegs" verabschiedet, erläutert die Eichstätter AI-Gruppensprecherin Gaby Casper, 171 Staaten haben sie bis heute anerkannt. Dies sieht AI als Motivation, einen "Briefmarathon" zu veranstalten, der heuer vom 29. November bis zum 23. Dezember stattfindet. In dessen Mittelpunkt stehen neun Menschenrechtsverteidigerinnen und eine Indigenengruppe, für die sich AI bundesweit einsetzt; daraus hat sich die Eichstätter AI-Gruppe drei Fälle von menschenrechtlichem Einsatz von Frauen ausgewählt.

Dabei geht es zunächst um Geraldine Chacón, die mit Jugendlichen den Armenvierteln von Caracas arbeitete, deren Engagement in Venezuela jedoch unerwünscht war. Die Behörden inhaftierten sie wegen angeblicher Kontakte zu oppositionellen Gruppen. Obwohl ein Gericht ihre Freilassung anordnete, wurde die gewaltlose politische Gefangene vier Monate unter miserablen Haftbedingungen in Haft gehalten. Sie kam im Juni unter Auflagen frei, muss jedoch jederzeit mit einer erneuten Festnahme rechnen: "Wie Chacón sind viele friedliche Aktivistinnen und Aktivisten in Venezuela täglichen Einschüchterungen ausgesetzt, nur weil sie sich für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Land einsetzen", klagt Gaby Casper.

Zweitens geht es um die Iranerin Atena Daemi. Sie fordert die Abschaffung der Todesstrafe im Iran. Ihre Haltung hat sie mit friedlichen Mitteln in den sozialen Medien und bei einer Demonstration vertreten. Dafür wurde sie in einem unfairen Prozess zu sieben Jahren Haft verurteilt, in der sie viel erlitt: Sie wurde geschlagen, mit Pfefferspray traktiert und 51 Tage in Einzelhaft genommen. Nun trat sie in einen Hungerstreik. Ihr Gesundheitszustand hat sich in der Haft dramatisch verschlechtert, doch wird ihr keine angemessene Gesundheitsversorgung gewährt. Die Eichstätter AI-Gruppe stellt dazu Appellbriefe bereit.

Zudem werden am AI-Stand Petitionslisten an den saudischen König Salman bin Abdul Aziz Al Saud aufliegen, die die Forderung enthalten, seit Mai 2018 ohne Anklage inhaftierte Menschenrechtlerinnen sofort freizulassen und das drakonische Vorgehen gegen weitere Menschenrechtlerinnen und ihre gezielte Unterdrückung zu beenden. Diese haben sich bereits erfolgreich für die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen eingesetzt und fordern nun die Abschaffung der männlichen Vormundschaft.

Der von AI initiierte weltweite "Briefmarathon" findet seit dem 29. November bis zum 23. Dezember statt, Gaby Casper hofft, "dass wir an unserem Stand viele Unterschriften dafür sammeln können". Im Mittelpunkt der Matinee soll morgen die Rede von Julian Nida-Rümelin über "Menschenrechte und Gerechtigkeit für eine Welt der Zukunft" stehen. Die Eichstätter AI-Gruppe hat dabei auch die Aufgabe, die in der Matinee auftretenden Musiker zu betreuen.

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