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Elisabeth Lindner hat es zum zweiten Mal zum Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" geschafft

Von der Schulbank auf die Bühne

Arnsberg
erstellt am 09.05.2012 um 21:40 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:02 Uhr | x gelesen
Arnsberg (EK) Eigentlich sollte sie ja Klavierspielen lernen. Aber als sie dann mit gerade zwei, drei Jahren ihrer Lehrerin gegenüberstand, stimmte die Chemie einfach nicht. „Sie war mir nicht sympathisch“, erklärt Elisabeth Lindner. Lachend muss sie an ihre trotzige Reaktion denken. „Ich hab’ dann eigentlich nur auf die Tasten gehauen und gesagt: ,Ich will nicht.’“ Wenig später fügte sich eines zum anderen und die Arnsbergerin verliebte sich in die Geige, seit sie fünf Jahre alt ist, bekommt sie Unterricht.
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Arnsberg: Von der Schulbank auf die Bühne
Beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ steht Elisabeth Lindner auf der Bühne – zum zweiten Mal. Bereits 2010 kam sie mit einem dritten Platz zurück nach Arnsberg - Fotos: clm
Arnsberg
Inzwischen kann die 17-Jährige eine lange Liste an Preisen und Auszeichnungen vorweisen, darunter ein dritter Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Auch in diesem Jahr tritt sie wieder an: Sowohl auf Regional- als auch auf Landesebene haben es Lindner und ihr Duopartner Jonas Aumiller (Klavier) auf den ersten Platz geschafft und sich somit für die Bundesebene qualifiziert. Ende Mai stehen die beiden Musiker daher in Stuttgart auf der Bühne.

Zwar spielt Lindner von Kindesbeinen an Geige. Doch als sie 2009 ihren Lehrer wechselte und zum ersten Mal bei Jorge Sutil Unterricht nahm, musste sie eigentlich von vorne anfangen. „Es ist schwierig, wenn du Geige spielst und schon Wettbewerbe gewonnen hast – und dann sagt dir einer, du hältst den Bogen falsch.“ Aber die 17-Jährige vertraute ihrem neuen Geigenlehrer, der jahrzehntelang bei den Münchner Philharmonikern gespielt hatte, und schaffte es prompt auf den dritten Platz auf Bundesebene bei „Jugend musiziert“.

Die Arnsbergerin tritt allerdings nicht nur bei Wettbewerben an, sondern stand schon mit verschiedenen Ensembles auf der Bühne. Bei der Jungen Münchner Philharmonie hat die Gymnasiastin bereits gespielt, genauso beim Bundesjugendorchester. „Das ist eigentlich das Nonplusultra der Orchester“, erklärt die 17-Jährige. Mit diesen Musikern spielte Lindner am Tag der Deutschen Einheit auch für den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Außerdem stand sie mit dem VBW-Festivalorchester auf der Bühne. „Da haben wir einmal mit David Garrett gespielt“, erinnert sie sich. Der Stargeiger sorgt bei Lindner allerdings nur für ein Schulterzucken. „Es gibt bessere“, sagt sie diplomatisch.

Aktuell hat sich die Arnsbergerin jedoch aus allen Orchestern zurückgezogen. Musik und Konzerte auf der einen Seite, Schule auf der anderen: Bisher konnte die 17-Jährige die Balance gut halten. Doch momentan steht sie kurz vor den Abschlussprüfungen am Gabrieli-Gymnasium in Eichstätt. „Ich will mein Abitur haben“, stellt sie klar. Daher hat sie auch von internationalen Wettbewerben die Finger gelassen: „Da hätte ich die Schule hinschmeißen müssen. Die Wettbewerbe kann ich später noch mitmachen, mein Abitur nicht.“

Lediglich einem Orchester hält Lindner auch jetzt die Treue. Seit der sechsten Klasse spielt sie beim Ingolstädter Kammerorchester. Ihr Lehrer am Gabrieli-Gymnasium, Stefan Reil, dirigiert die Musiker und überzeugte die Schülerin, auch mitzumachen. Im vergangenen Jahr durfte sie beim Frühjahrskonzert des Orchesters im Ingolstädter Festsaal einen Solopart spielen. Und auch dieses Jahr übernimmt die 17-Jährige wieder ein Solo beim Konzert des Ingolstädter Kammerorchesters: die Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate. Am Samstag, 12. Mai, beginnt das Konzert um 20 Uhr im Ingolstädter Festsaal. Karten gibt es bei Musik Mayr (ehemals Gottstein).

Kurz nach dem Konzert folgt bereits der „Jugend musiziert“-Wettbewerb. Wie es danach für die Geigerin weitergeht, ist noch offen. „Ich möchte gerne an die Münchner Musikhochschule, Geige studieren“, sagt sie. Allerdings ist sie mit diesem Wunsch nicht die einzige. „Die Auswahl ist groß und die Konkurrenz ist hart. Aber man darf halt nicht aufgeben.“ Und falls es nicht klappt? „Mein Plan B ändert sich jeden Tag zwei Mal“, gibt sie zu. „Geige ist einfach das, was ich mag und was ich machen will.“

Von Claudia Lodermeyer
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