Montag, 17. Dezember 2018
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Kreisheimatpfleger Karl Heinz Rieder berichtete von den Anfängen des Limesfestes vor 50 Jahren

Gemeinsinn als umfassende Klammer

Kipfenberg
erstellt am 10.08.2018 um 19:16 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kipfenberg (EK) Zur 50-jährigen Geschichte des Kipfenberger Limesfests, die heuer gefeiert wird, stimmte der Historiker Karl Heinz Rieder bei einem Festvortrag am Donnerstagabend ein. Der Vortrag fand im Römer- und Bajuwarenmusestatt. Über 150 Zuhörer, darunter etliche, die als Kinder, Jugendliche oder Erwachsene beim Fest 1968 dabei waren, lauschten den Worten des Kreisheimatpflegers.
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Vor einem äußerst interessierten Auditorium erzählte Kreisheimatpfleger Dr. Karl Heinz Rieder über die Anfangsjahre des Limesfestes.
Vor einem äußerst interessierten Auditorium erzählte Kreisheimatpfleger Dr. Karl Heinz Rieder über die Anfangsjahre des Limesfestes.
Foto: Metzel
Kipfenberg
Eine Rückschau auf die Entwicklung des Festes in seinen Anfangsjahren mit vielen Bildern, Ablichtungen und Zeitungsausschnitten, kurzweilig kommentiert von Rieder, begeisterte seine Zuhörer. Interessante Farbdias, vorwiegend von Wolfgang Rieck, machten eines deutlich: Die "Erfinder" des Limesfestes um den damaligen Bürgermeister Heinrich Haderer haben vieles um das Fest herum so nachhaltig geplant, dass es sich bis heute erhalten hat.

"Ich freue mich "selbst auf diesen Abend", ließ Rieder gleich zu Beginn seine Zuhörer wissen. Ganze Schuhkartons voller Fotos, meist "leider" ohne Beschriftung, habe er, so Rieder, in den vergangenen Wochen gesichtet. "Wenn ich die ganze Geschichte des Limesfestes heute Abend erzählen wollte, bräuchte ich alle Zeit der Welt", so Rieder, der ankündigte, im kommenden Jahr seinen Vortrag fortsetzen.

Entstanden ist das Limesfest durch die große Begeisterung, die die 700-JahrFeiern 1966 in der gesamten Marktgemeinde ausgelöst hatten. Durch die Feierlichkeiten 1966 habe Kipfenberg weit über die Gemeindegrenzen hinaus beeindruckt und seine kulturell herausgehobene Stellung gefestigt. Nach langen Vorbereitungen habe man schließlich vom 27. bis 30. September 1968 das erste Limesfest, seinerzeit als Limes-Herbstfest und "als letztes mittelbayerisches Volksfest" gefeiert. Der erste Festzug wurde schon von der Marktgeiß "Marie" angeführt, und auch die Römergruppe gab es von Anfang an. Ludwig Hopfinger war Centurio der Anfangsjahre. Ein Spielmannszug unter der Leitung von Adolf Schnepf begleitete den Festzug. "Damals waren Unmengen an Vereinen mit Fahnenabordnungen am Festzug beteiligt, so wie halt bei Trachtenumzügen", berichtete Rieder. Sogar die Fasenickl sind auf Fotos vom Festzug zu sehen.

Im Jahr 1969 bei der Zweitauflage des Limesfestes gab es eine wahre Flut von Einweihungen,, wie die des Geißbrunnens. Der Limesfestfrühschoppen entstand, und die Erstausgabe der Limesfestmotivgläser wurde verkauft. Der Schreittanz der Edelleute, der auf eine Idee von Ilse Müller zurückgeht, kam erstmals zur Aufführung.

Viele Kostüme der historischen Gruppen, die sich bis heute nicht verändert haben, stammen aus dem Schneideratelier von Müller. 1969 war neben den vielen Einweihungen die 100-Jahr-Feier der Feuerwehr Kipfenberg in den Festmarathon integriert. Ab 1973 hatte jeder Ortsteil eine geeignete Kandidatin zu benennen, um daraus vom Publikum im Festzelt eine Limesfestkönigin wählen zu lassen.
Bürgermeister Christian Wagner dankte Rieder für seine Ausführungen. "Der Gemeinsinn der Bürgerinnen und Bürger, der Verantwortlichen und teilnehmenden Akteure sowie derjenigen vor unter hinter den Kulissen, sei stets eine kraftvolle Klammer für das Gedeihen unseres Festes. Dass unser Fest eine lange und reiche Vergangenheit hat, wissen wir. Dass es eine noch längere und glückliche Zukunft haben möge, wünschen wir", sagte Wagner, der für alle Akteure der Anfangsjahre kleine Präsente mitgebracht hatte.

LIMESFEST AM WOCHENENDE


Der Bieranstich beim Limesfest.
Redl
Kipfenberg
  • An diesem Samstag lädt der Markt Kipfenberg von 11.30 bis 16 Uhr zum Seniorentag ein. Musikalisch unterhält die Blaskapelle Kipfenberg. Von und in alle Ortsteilen sind Buszubringer zum Limesfestplatz eingerichtet. Ab 19 Uhr sorgt die Limesfest-Kultband "Die Gipfelstürmer" für beste Partystimmung im Festzelt.
 
  • Am Sonntag steht um 9 Uhr der Festgottesdienst im Festzelt, der von der Blaskapelle Kipfenberg musikalisch umrahmt wird, auf dem Programm. Premiere hat heuer der Volkstanz des Heimat- und Volkstrachtenvereins Kipfenberg im Anschluss an den Gottesdienst. Die "Tanngrindler Musikanten" spielen auf zum Tanz für Jung und Alt bis 13.30 Uhr auf. Um 14 Uhr beginnen die historischen Aufführungen aus der Römer- und Mittelalterzeit auf dem Marktplatz. Es schließt sich der große Festumzug durch die Marktgemeinde, der auf dem Festgelände endet, an. Ab 16 Uhr sorgen die "Original Fichtelgebirgsmusikanten" für Festzeltstimmung. Um 19 Uhr beginnt der Festabend "50 Jahre Limesfest" zu dem auch die Limesfestköniginnen und Limesköniginnen erwartet werden.
Matthias Metzel
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