Sonntag, 20. Januar 2019
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Sonderausstellung im Römer- und Bajuwarenmuseum auf der Kipfenberger Burg

120 Jahre Eröffnung der Altmühltalbahn

Eichstätt
erstellt am 27.11.2018 um 14:21 Uhr
aktualisiert am 01.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kipfenberg (EK) Einen spannenden Ausflug in die Eisenbahngeschichte des Altmühltals bietet die Sonderausstellung "120 Jahre Eröffnung der Altmühltalbahn", die am vergangenen Samstag von Bürgermeister Christian Wagner im Römer- und Bajuwarenmuseum auf der Burg Kipfenberg eröffnet wurde. Ausstellungsmacher Kreisheimatpfleger Dominik Harrer führt mit einem kurzweiligen Vortrag in die Eisenbahngeschichte des Altmühltals ein.
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1973 war es vorbei. Am 2. Juni befuhr der letzte Zug die Eisenbahnstrecke zwischen Eichstätt und Kipfenberg. Lockführer war Michael Schiegl (rechts). Unser Foto zeigt von links Landrat Anton Knapp, Bürgermeister Christian Wagner, Friedhelm Krüger (Vorstand Museumsverein), Kreisheimatpfleger Dominik Harrer, Museumsleiterin Claudia Stougard, Rudi Hager und Leonhard Bergsteiner.
1973 war es vorbei. Am 2. Juni befuhr der letzte Zug die Eisenbahnstrecke zwischen Eichstätt und Kipfenberg. Lockführer war Michael Schiegl (rechts). Unser Foto zeigt von links Landrat Anton Knapp, Bürgermeister Christian Wagner, Friedhelm Krüger (Vorstand Museumsverein), Kreisheimatpfleger Dominik Harrer, Museumsleiterin Claudia Stougard, Rudi Hager und Leonhard Bergsteiner.
Metzel
Eichstätt
Schnell und vergleichsweise unkompliziert von einem Ort zum andern reisen zu können, sei in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert aber sei dies noch kaum vorstellbar gewesen, so Harrer. Die einzige Möglichkeit, schnell an einen weiter entfernten Ort zu gelangen, war die Eisenbahn. So war man auch im Altmühltal bestrebt, eine Anbindung an das Netz der noch jungen Bahn zu bekommen. Die zunächst aus Kostengründen als Schmalspurbahn ausgeführte Strecke wurde nach zähen Verhandlungen mit der Bahn schließlich zwischen Oktober 1897 und Oktober 1898 gebaut. Die offizielle Inbetriebnahme der Strecke Eichstätt-Kinding erfolgte am 7. November 1898.

Die Strecke verlief von Eichstätt-Bahnhof über Wasserzell, Rebdorf, Hofmühl, Schlagbrücke, Eichstätt-Stadt und weiter über Pietenfeld an der Leiten, Landershofen, Pfünz, Inching, Walting, Pfalzpaint, Gungolding, Arnsberg, Böhming, Kipfenberg, Ilbling bis Kinding. Die Fahrtdauer im Jahr 1918 ab Eichstätt-Bahnhof rein in die Stadt dauerte fahrplanmäßig 18 Minuten. Bis zum Jahr 1929 endete in Kinding die Schmalspurbahn.

Ende 1929 wurde die Weiterführung der Strecke in Normalspur nach Beilngries in Betrieb genommen. Dazu mussten die Schienen in einer Rechtskurve weitergeführt werden, weshalb man ein zusätzliches Bahnhofsgebäude in Kinding errichtete. In diesem Zuge der Weiterführung der Strecke nach Beilngries wurde die gesamte Strecke auf Normalspur umgebaut. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke betrug 20 Stundenkilometer. "Damals war der Bahnbetrieb ein ganz anderer Kosmos, als heutzutage", sagte Harrer. Was anfangs als Erfolgsgeschichte gefeiert wurde, konnte in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg dem rasant wachsenden Individualverkehr nicht mehr standhalten. In den Jahren 1955 bis 1960 wurde der Personenverkehr zwischen Eichstätt und Beilngries nach und nach eingestellt. 1973 kam dann das endgültige Aus für die zuletzt nur noch im Güterverkehr betriebene Strecke. Immerhin: 75 Jahre fuhr die Eisenbahn durchs mittlere Altmühltal. Bis auf etwa die Höhe der Pietenfelder Haltestelle wurde die gesamte Strecke bis August 1973 rückgebaut.

Dominik Harrer und seine Helfer haben nicht nur Modelleisenbahnen, ein Bahnhofsgebäude im Miniformat und viele alte Fotos, Fahrkarten, Fahrpläne, Schienen- und Schwellenteile sowie historische Schienennägel für die Ausstellung zusammengetragen. Im April 1968 unternahmen die Nürnberger Eisenbahnfreunde eine Sonderfahrt durch das Altmühltal auf der damals für den Personenverkehr schon stillgelegten Strecke. Viele Fotos von dieser Fahrt zeigt die Ausstellung.

Eine Besonderheit ist die Zugschlusslampe von der letzten Fahrt der Eichstätter Diesellok (Köf III). Ein Höhepunkt ist ein Film, der am 2. Juni 1973 von der letzten Fahrt auf der Strecke zwischen Eichstätt und Kipfenberg, die von viel lokaler Prominenz begleitet wurde, gedreht wurde.
Harrer dankte Rudi Hager sowie Leonhard Bergsteiner für das Bereitstellen von Fotos, Günter Heidemeier für das Aufbereiten des Filmmaterials, Josef Marschalek für die Arbeit an den Infotafeln sowie den Leihgebern der zahlreichen Exponate.

Die Ausstellung ist an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr, für Gruppe auch nach Vereinbarung, geöffnet.
Matthias Metzel
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