Das geht aber am Problem vorbei.

Beim "Runden Tisch" in Mörnsheim habe ich selbst zwar die Stehpaddler ins Gespräch gebracht - allerdings im Zusammenhang mit dem Flussaufwärtsfahren. Beim Gegenstrombefahren werden die Paddel gerade an seichten Stellen tiefer eingestochen und damit Sediment aufgewirbelt. Was wiederum bedeutet, dass der Laich oder die Fischbrut erheblich gestört werden. Übrigens: Das Flussaufwärtsfahren mit Kajak oder Kanu ist mindestens genauso schädlich wie bei den SUVs. Eine Steigerung ist nur noch möglich durch Befahren der Altmühl mit Vierer-Ruderbooten, wohlgemerkt flussaufwärts. Ich sah diesen Vorgang nicht nur einmal. Und: Ich habe noch keinen Paddler gesehen, der den Dreck eines Kollegen mitgenommen hat. Warten wir ein paar Wochen. Auf den Kiesbänken im Fluss biwakieren dann immer wieder Paddler. Der nächste Morgen zeigt die Reste der Lagerfeuerromantik: Getränkedosen und Flaschen, Alufolie. Wurden solche Naturrabauken von mir auf ihr Verhalten angesprochen, bekam ich in der Regel eine Androhung von Schlägen. Es wurden vielversprechende Anfänge gemacht mit der Unterrichtung für Bootsmieter durch die Bootsverleiher. Vereinsboote dürften wohl am wenigsten auffallen. Aber wie bekommen unsere Behörden die große Anzahl von Privatbooten in den Griff? Bisher hörte oder las ich dazu noch nichts.
An die Fraktion der Grundgesetzzitierer möchte ich noch einwerfen, dass es in Bayern durchaus generelle Befahrverbote für bestimmte Zeiten gibt. An der oberen Donau wird ein Befahren vom Wasserstand des Flusses abhängig gemacht. Dort wird übrigens auch kontrolliert. Aber das ist ja nicht Bayern.
Mit Sicherheit darf man Fehlverhalten nicht verallgemeinern. Die große Masse will die Natur und die Ruhe genießen. Die bleibenden Eindrücke setzen eben wieder einmal die Rowdies, leider.

Hans Walk, Landershofen
Zweiter Vorsitzender der
Fischereigenossenschaft
Untere Altmühl