Montag, 23. Juli 2018
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Sämtliche Fakten zur Sipplquelle hinlänglich bekannt

Zum
erstellt am 09.01.2018 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 13.01.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Zum Leserbrief "Die Ängste der Bürger werden nicht berücksichtigt" vom 29. Dezember 2017 der Ortssprecher von Eutenhofen und Erggertshofen:
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Sowohl in der Verbandsversammlung vom 30. November als auch in den öffentlichen Versammlungen und den drei Gesprächen mit der sogenannten Interessengemeinschaft wurde immer davon gesprochen, dass die Sipplquelle wegen einer zu hohen Keimbelastung und nicht wegen hoher Nitratwerte in den 1950er-Jahren aus der Nutzung genommen wurde. Die Leserbriefschreiber haben alle Untersuchungsergebnisse erhalten und waren bei allen Gesprächen dabei. Warum sie jetzt Behauptungen aufstellen,\tvon denen sie wissen, dass sie falsch sind, ist für uns nicht zu erklären.

\tAuch die Wasserförderung, die genehmigte Fördermenge und die Wasserlieferung sind den Leserbriefschreibern hinlänglich bekannt. Die genehmigte Wasserförderung liegt bei 1 150 000 Kubikmeter. Die geförderte Wassermenge lag in den Jahren 2013 bis 2016 zwischen 900 400 und 1 007 000 Kubikmeter. Die Wasserlieferung lag in diesen Jahren zwischen 788 000 und 869 000 Kubikmeter. Die Differenz zwischen Förderung und Verkauf setzt sich in erster \tLinie aus Rückspülwasser und geringen Leitungsverlusten zusammen.

\tMit der Grundwasserentnahme aus den Brunnen in Parleithen ist die genehmigte Grenze erreicht. Auch das ist nicht nur den Zweckverbandsgemeinden und allen Verbandsräten, sondern auch den Leserbriefschreibern seit Langem bekannt.

\tDie Wassergruppe Kevenhüll bezieht seit 1985 das Wasser, etwa 45 000 Kubikmeter jährlich, vom Zweckverband der Jachenhausener Gruppe. Eine verbesserte Zusammenarbeit, die noch verhandelt werden wird, führt zu keinem Liter mehr Wasserförderung. Auch ein Notverbund mit der Stadt Hemau und die Lieferung von 30 000 Kubikmetern jährlich ist seit 2010 aktueller Stand und bekannt.

\tDie Wassergruppe Paulushofen wünscht eine verbesserte Zusammenarbeit in technischen Fragen. Der Vorsitzende wurde von der Verbandsversammlung beauftragt, dazu Verhandlungen zu führen. Eine Wasserlieferung war und ist auch in der Zukunft nicht vorgesehen.

Die Nitratbelastung in der Sipplquelle liegt um den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Ziel ist es, diesen Wert langfristig zu senken. Dieses Ziel muss unabhängig von einer Nutzung der Quelle als Trinkwasser angestrebt werden. Die Nutzung von oberflächennahem Wasser (Quellen) als Trinkwasser muss Ziel eines jeden Wasserversorgers sein. Es geht dabei auch um den Schutz und die Schonung der Tiefbrunnen, denn jede Verunreinigung, die im Quellwasser sehr schnell feststellbar ist, wird sich in 30, 40 oder 100 Jahren auch in den Tiefbrunnen zeigen. Warum sich Einzelne gegen einen Schutz des Grundwassers zur Wehr setzen, ist für uns nicht nachvollziehbar.

Sollte die Sipplquelle verstärkt zur Trinkwassernutzung herangezogen werden, ist ein Wasserschutzgebiet als gesetzliche Auflage zu erarbeiten. Auch diese Aussage wurde bereits in den verschiedenen Versammlungen so dargestellt und von den Fachbehörden bestätigt. Beschlüsse dazu gibt es jedoch noch nicht. Das in Zusammenarbeit mit Altmühl-Jura und dem Landschaftspflegeverband des Landkreises Kelheim aufgelegte Leaderprojekt soll mit den Grundstückbesitzern und den Flächenbewirtschaftern Möglichkeiten erarbeiten, wie die Nitratauswaschungen verringert werden können, ohne zu Bewirtschaftungseinschränkungen zu kommen. Der Zweckverband und die beteiligten Gemeinden betrachten dieses Projekt als Angebot an die Bewirtschafter, die unbestritten vorhandenen Probleme zu lösen.

\tDer Verbandsausschuss hat in seiner Sitzung vom 16. September 2015 das Projekt einstimmig beschlossen und es auch öffentlich gemacht. Nach Genehmigung, Ausschreibung und der Überreichung des Förderbescheides durch den Landwirtschaftsminister am 1. März 2016 konnte das Projekt starten. Auch zu diesem Termin waren die Landwirte bereits geladen. \tDas Projekt wird von allen zuständigen Fachbehörden wie Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt, Landwirtschaftsamt, Naturschutzbehörde und von der Regierung unterstützt. Von einer schlechten Einbindung oder einseitiger Information zu sprechen, ist geradezu absurd.

Wir sind sehr erfreut, dass keine Blockadehaltung eingenommen werden soll. Von den angeblich gemachten Kompromissvorschlägen ist bis heute jedoch noch nichts bei uns oder in der Geschäftsstelle angekommen.

Wir sind als Vorsitzende des Zweckverbandes als auch unsere Fachberater zu jeder Zeit weiterhin gesprächsbereit. \tDie Verantwortlichen des Zweckverbandes, das sind in erster Linie die acht Mitgliedsgemeinden, werden zu jeder Zeit die Ängste der Bürger berücksichtigen und für ein sauberes Trinkwasser auch in der Zukunft Sorge tragen.

Franz Stephan, Verbandsvorsitzender, \t\t

Josef Häckl, stellvertretender Verbandsvorsitzender

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