Montag, 24. September 2018
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Lichtsignalanlage soll die Situation an der Beilngrieser Brand-Kreuzung entschärfen

Nein zum Kreisel, Ja zur Ampel

Beilngries
erstellt am 10.09.2018 um 18:17 Uhr
aktualisiert am 15.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Beilngries (DK) An der sogenannten Brand-Kreuzung in Beilngries wird wohl bereits im kommenden Jahr eine Ampelanlage errichtet. Diesem Vorhaben des Staatlichen Bauamts Ingolstadt stimmten die Mitglieder des Beilngrieser Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung geschlossen zu. Der von vielen Bürgern gewünschte Kreisverkehr rückt damit in weite Ferne.
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Aus allen Richtungen trifft an der Brand-Kreuzung der Verkehr zusammen. Nächstes Jahr soll eine Ampel aufgestellt werden.
Aus allen Richtungen trifft an der Brand-Kreuzung der Verkehr zusammen. Nächstes Jahr soll eine Ampel aufgestellt werden.
F. Rieger
Beilngries
Falls es einen Beilngrieser gibt, der seiner Heimat vor zwei Jahren den Rücken gekehrt hat und 2020 wieder zurückkommt, dann dürfte derjenige mit großer Verwunderung auf das Straßennetz in der Großgemeinde blicken. Ein Kreisel bei Wiesenhofen, ein Radweg am Paulushofener Berg, der erste Teil der Beilngrieser Umgehungsstraße und nun wohl auch noch eine Ampel an der Kreuzung von Bundesstraße 299 und Kevenhüller Straße - es hat sich einiges getan auf den hiesigen Straßen und es soll sich weiterhin einiges tun.

Zumindest einem Teil der Beilngrieser Bürger dürfte die geplante Maßnahme für die Brand-Kreuzung aber wohl nicht weit genug gehen. Denn bislang war stets von einem Kreisel die Rede, wenn sich Verkehrsteilnehmer eine Entlastung für diesen vielbefahrenen Knotenpunkt wünschten. Stattdessen soll es nun aber eine Ampel werden, mit der man den in Stoßzeiten überlasteten und bisweilen auch gefährlichen Kreuzungsbereich entschärfen will.

Bürgermeister Alexander Anetsberger erläuterte im Bauausschuss die Hintergründe. Dass an dieser Stelle Handlungsbedarf bestehe, sei nicht nur der subjektive Eindruck mancher Bürger. Eine Leistungsfähigkeitsuntersuchung der "Nadelöhre" auf den Beilngrieser Straßen habe diese Einschätzung bestätigt (wir berichteten). In Gesprächen mit dem Staatlichen Bauamt sei man zu dem Schluss gekommen, dass etwas getan werden sollte. Wenn ein Kreisverkehr auch die größte Verbesserung mit sich brächte, so sei die Tendenz doch recht klar in Richtung Ampel gegangen, berichtete der Rathauschef. Dafür gebe es mehrere Gründe. So sei es durch die benachbarte Fußgänger-Unterführung schon rein technisch aufgrund der beengten Platzverhältnisse schwer, hier ein Rondell zu errichten. Außerdem entpuppte sich die frühere Annahme der Stadt, beim Bau eines Kreisels aus finanzieller Sicht fein raus zu sein, als Trugschluss. Denn die Kevenhüller Straße (im vorherigen Verlauf auch Neumarkter und Eichstätter Straße genannt) geht mit Fertigstellung des ersten Abschnitts der Umgehungsstraße in die Zuständigkeit der Stadt über, der Freistaat übernimmt dafür die Ortsumgehung. Damit wäre die Stadt Beilngries am Bau eines Kreisels an der Brand-Kreuzung zu einem Drittel an den Kosten beteiligt, denn die Kevenhüller Straße ist einer der drei relevanten Arme dieser Kreuzung (die Straße in Richtung Kanal zählt aufgrund der minimalen Anzahl an Fahrzeugen nicht). Bei der Stadt müsste man wohl mit Gesamtkosten in Höhe von 300000 Euro rechnen, eine Förderung gibt es laut Anetsberger nicht. Daher wäre auch die Stadt nicht unbedingt begeistert vom Bau eines Kreisverkehrs gewesen. Und schließlich sei auch die zeitliche Komponente zu bedenken. Während die Ampel wohl 2019 errichtet wird (und ohne Kosten für die Stadt), hätte ein Kreisel deutlich länger gedauert.

Vize-Bürgermeister Anton Grad (CSU) merkte an, dass ein Kreisel sicher wünschenswert gewesen wäre, eine Ampelanlage aber auch eine Verbesserung bringen könne. Er regte an, von der Kevenhüller Straße kommend eine Linksabbiegespur sowie einen Grünpfeil für Rechtsabbieger anzulegen. Die Linksabbiegespur sei geplant, antwortete Stadtbaumeister Thomas Seitz. Grünpfeile seien hingegen oftmals eine Unfallquelle, gab Stadtrat Christian Gerner (CSU) zu bedenken. Das Gremium stimmte letztlich geschlossen für die Ampellösung.

Unabhängig davon entwickelte sich noch eine Debatte zwischen Manfred Thoma (BL/FW) und Anetsberger/Seitz. Thoma meinte, dass die Umwidmung von Eichstätter/Neumarkter/Kevenhüller Straße doch erst geschehen dürfte, wenn beide Bauabschnitte der Umgehungsstraße fertig seien und sich die komplette Entlastung einstelle. Anetsberger und Seitz betonten, dass man einen anders lautenden Beschluss bereits im Stadtrat gefällt habe (wir berichteten) und die Feststellung, dass auch der erste Abschnitt schon eine Entlastung bringe, Kernelement des Vorhabens (inklusive Förderzusage) gewesen sei.
 

Aus der Sitzung

  • Eine Information zu einem   Mehrfamilienhaus am Gaisberg, das jüngst bereits wegen einer Planabweichung in der Diskussion war, hat Stadtbaumeister Thomas Seitz vorgetragen. Er sei dem Hinweis von Anton Bauer (BL/FW) nachgegangen und habe die Höhe der Tiefgaragenwand überprüft. Sie sei tatsächlich höher als im Plan erlaubt. Er habe dies dem Landratsamt gemeldet, so Seitz.
  • Der Landkreis Eichstätt will  die Förderschule in der Beilngrieser Sandsiedlung ausbauen. Auf den Gebäudeteil, der bislang kein Obergeschoss hat, soll nun um ein solches aufgestockt werden. Der Bauausschuss erteilte das gemeindliche Einvernehmen.
  • Helmut Schloderer (BL/FW) erkundigte sich, weshalb ein Bauvorhaben an der Utzmühlstraße seit Langem nicht mehr weitergeht. Seitz antwortete, dass man vom Bauherrn hierzu  keine aussagekräftige  Antwort erhalte. Da keine Gefahr von dem Haus ausgehe, könne man nichts tun. Schön sei es aber wahrlich nicht. 
  • Keine Einwände gab es gegen den Bau  eines Wohnhauses mit Doppelgarage in der Rebenstraße und die Errichtung einer Einfriedung auf dem ehemaligen Baywa-Gelände. 
  • Die   Vorstellung der Sanierungspläne für das ehemalige Amtsgericht wurde auf eine der nächsten Sitzungen verschoben, es fehlen noch Informationen.
  • Bei der Sanierung der Regenbecken gibt es Änderungen im Zeitplan (Bericht folgt).
  • In Neuzell wird das Feuerwehrhaus erweitert (Bericht folgt). 
Fabian Rieger
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