Montag, 19. November 2018
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Stadtverwaltung und Planer stellen das Gemeindeentwicklungskonzept vor - Vorschlagsliste mit 130 Projekten

Jetzt geht es an die Umsetzung

Beilngries
erstellt am 07.11.2018 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Beilngries (DK) Abschluss und Aufbruch zugleich sollte eine Informationsveranstaltung zum Beilngrieser Gemeindeentwicklungskonzept am Dienstagabend darstellen: Abschluss der mehr als zweijährigen Planungsarbeit, Aufbruch in die Umsetzungsphase. Eine gute Nachricht gab es von der Förderstelle. Das Verfahren dürfte sich durch den Wegfall der Straßenausbaubeiträge in so manchem Ort vereinfachen.
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Maibaum, Spielplatz, Kirche: So stellt man sich die Dorfidylle nicht nur in Biberbach vor (links). Damit das Leben auf dem Land in der Gemeinde Beilngries attraktiv bleibt, wurde in den vergangenen Jahren an einem Gemeindeentwicklungskonzept gefeilt. Am Dienstagabend wurden die Ergebnisse präsentiert (oben). Für die ganze Gemeinde beschäftigt man sich mit dem Flächenmanagement.
Maibaum, Spielplatz, Kirche: So stellt man sich die Dorfidylle nicht nur in Biberbach vor. Damit das Leben auf dem Land in der Gemeinde Beilngries attraktiv bleibt, wurde in den vergangenen Jahren an einem Gemeindeentwicklungskonzept gefeilt. Am Dienstagabend wurden die Ergebnisse präsentiert.
F. Rieger (neu und Archiv)
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Es ist ein sperriger Begriff, der die Beilngrieser schon seit Längerem begleitet: Gemeindeentwicklungskonzept, kurz GEK. Das klingt förmlich nach trockener Planung und jeder Menge Papier, das irgendwann im Aktenschrank verschwindet. Genau das soll und wird aber nicht der Fall sein, wie Bürgermeister Alexander Anetsberger, Stadtbaumeister Thomas Seitz sowie Gunter Schramm, Leonhard Valier und Max Wehner von den beauftragten Planungsbüros am Dienstagabend im nicht übermäßig gut besuchten Haus des Gastes betonten. Seitz zählte die Sofortmaßnahmen auf, von denen ein guter Teil der Dörfer bereits profitiert hat oder bald profitieren wird (siehe eigenen Bericht). Die anderen Referenten gingen eher auf die mittelfristige Perspektive ein.
 
F. Rieger (neu und Archiv)
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Anetsberger ließ bei seiner Begrüßung zunächst den aufwendigen Prozess Revue passieren, der letztlich zum fertigen Konzept geführt hat. "Sehr lange und sehr intensiv" habe man sich mit der Thematik beschäftigt. Ortsteilspaziergänge, Expertengespräche, Stadtratssitzungen. Und jetzt die öffentliche Abschlussveranstaltung. Herausgekommen sei eine lange Ideenliste, die letztlich zu 130 geplanten Maßnahmen geführt hat. 119 davon sind Einzelprojekte, die sich auf ein Dorf beziehen. Die restlichen elf sind für die ganze Gemeinde relevant. Zu Letzteren gehören beispielsweise das Flächenmanagement (Wie geht man mit Leerständen im Ort um?), Verkehrsmaßnahmen an den Ortsdurchfahrten, Verbesserungen in Sachen Radtourismus und ein Zukunftskonzept für die Nahversorgung. Alle vorgesehenen Projekte, sowohl für die Dörfer als auch die gesamte Gemeinde, sind von Stadtrat und Planern mit einer Priorität versehen worden - Top, Hoch, Mittel. Für die Einteilung spielten Bedeutung und Komplexität der Maßnahme eine Rolle. Zudem gibt es noch die besagten Sofortmaßnahmen, die einfach und in der Regel vom städtischen Bauhof umzusetzen sind. Anetsberger sieht in ihnen eine "Belohnung" für die vielen Bürger, die sich an den Spaziergängen beteiligt haben, und den Beweis, dass hier "kein Schubladenkonzept" vorliegt.
 
F. Rieger (neu und Archiv)
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In Stein gemeißelt sind die 130 Maßnahmen und ihre Priorisierung aber nicht, wie zu erfahren war. Sie können bei Bedarf geändert oder durch andere Vorhaben ersetzt werden. Kompliziert ist nun noch die Aufgabe, wie die Umsetzung der größeren Projekte angegangen wird. Einfache und umfassende Dorferneuerungen stehen zur Auswahl. Hans Hiebl informierte am Dienstagabend darüber, dass die Förderstelle - das Amt für ländliche Entwicklung - die kommunalen Projekte in der Regel mit 50 Prozent der Investitionssumme bezuschusst. Durch den Wegfall der Straßenausbaubeiträge sei ein Hauptkriterium für die kompliziertere umfassende Dorferneuerung weggefallen. Eine solche müsse man inzwischen eigentlich nur noch anwenden, wenn größere Vermessungen anstehen. Ansonsten könne die Gemeinde als Projektleiter über einfache Dorferneuerungen die Maßnahmen in Angriff nehmen. Auf Anfrage von Brigitte Frauenknecht, BL/FW-Stadträtin und Kottingwörther Ortssprecherin, ließ Hiebl wissen, dass man auch erst mit einer einfachen Dorferneuerung starten und diese bei Bedarf erweitern könne. "Wir sind momentan mit Fördergeldern sehr gut ausgestattet", so Hiebl. Sogar Privatmaßnahmen können gefördert werden, wenn an sehr alten Häusern Dächer oder Fassaden saniert werden - bei denkmalgeschützten Gebäuden mit bis zu 30 Prozent (maximal 30000 Euro) der Gesamtsumme, ansonsten mit 20 Prozent (maximal 20000 Euro).

Der Kevenhüller Stadtrat und Ortssprecher Georg Harrer (CSU) merkte an, dass ihm bei dem Konzept der Weitblick und konkrete Antworten zu Themen wie der Digitalisierung und dem Flächenmanagement fehlen würden und zu viele Kleinmaßnahmen wie - überspitzt ausgedrückt - "Heckenschneiden" enthalten seien. Eine Bürgerin äußerte sich ähnlich. Ihr fehlten unter anderem Aussagen in Sachen Mobilität. Anetsberger und die Planer antworteten, dass all diese Fragen entweder durch andere Förderverfahren - Stichwort Breitbandausbau - abgedeckt seien oder eigenständig behandelt werden sollen. Das GEK sei nicht zuletzt daran orientiert, was sich die Bürger gewünscht haben.

Das weitere Prozedere sieht nun vor, dass im Stadtrat noch einmal eine Entscheidung gefällt wird, wie man die Umsetzung angehen will. Das wird man dann als konkreten Förderantrag einreichen, um zügig in die konkreten Projekte einsteigen zu können.
Fabian Rieger
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