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Die Christuskirche in Beilngries wurde vor 90 Jahren eingeweiht

Im Jahr 1928 war die Glaubensgemeinde am Ziel

Beilngries
erstellt am 12.06.2018 um 13:03 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Beilngries (DK) Ein besonderer Festtag steht der evangelischen Gemeinde in Beilngries am Wochenende bevor. Im Rahmen des Gottesdienstes erinnert man am Sonntag an den Bau der Christuskirche, der vor 90 Jahren abgeschlossen wurde. Seitdem ist das Gotteshaus, das über der Maria-Hilf-Straße thront, fester Bestandteil des kirchlichen Lebens in Beilngries.
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Gotteshaus mit 90-jähriger Geschichte: Pfarrer Hans-Michael Hechtel berichtete vom Bau der Christuskirche vor 90 Jahren.
Gotteshaus mit 90-jähriger Geschichte: Pfarrer Hans-Michael Hechtel berichtete vom Bau der Christuskirche vor 90 Jahren.
F. Rieger
Beilngries
"Tut mir auf die schöne Pforte", dieser Satz steht groß über dem Eingang in die Beilngrieser Christuskirche. Seit 90 Jahren öffnet sich besagte Pforte für die evangelischen Christen. Die Einweihung des Gebäudes erfolgte am 28. Mai 1928 - damals der Pfingstmontag, wie einer Informationstafel zu entnehmen ist, die im Eingangsbereich des Gotteshauses hängt.

"Beilngries war Kreisstadt und Eisenbahnknotenpunkt", berichtet Pfarrer Hans-Michael Hechtel im Gespräch mit unserer Zeitung. Dadurch seien immer wieder Auswärtige durch Beilngries gekommen und manch einer, beispielsweise ein Beamter, der hier beruflich zu tun hatte, habe sich auch in der Altmühlstadt angesiedelt. Dadurch habe sich in der traditionell katholisch geprägten Stadt auch eine evangelische Gemeinde entwickelt. Zunächst traf man sich nur in einem gewöhnlichen Saal, um zusammen Gottesdienst zu feiern. Ab 1913 setzte sich der "Evangelische Verein für Beilngries und Umgebung" schließlich mit viel Herzblut dafür ein, das nötige Geld für einen Kirchenbau zusammenzubekommen. "Man war auch schon auf einem guten Weg", sagt Hechtel. "Und dann kam die Inflation und 1923 war das ganze Geld weg."

Von ihrem Wunsch, ein eigenes Gotteshaus zu errichten, ließ sich die evangelische Gemeinde in und um Beilngries aber trotzdem nicht mehr abbringen. Man setzte sich weiter für das Bauvorhaben ein und im Jahr 1926 konnte tatsächlich der Grundstein gelegt werden. Knapp zwei Jahre später erfolgte schließlich die Einweihung.

Äste und ein Teil des Stammes sind von einem Baum abgebrochen und auf das Pfarrhaus gefallen.
Äste und ein Teil des Stammes sind von einem Baum abgebrochen und auf das Pfarrhaus gefallen.
F. Rieger
Beilngries


Am Gebäude selbst hat sich seither nicht allzu viel verändert - mit Ausnahme eines Anbaus, der einige Jahrzehnte später erfolgte. Nebenan wurde zudem rund 25 Jahre später mit dem Bau des Pfarrhauses begonnen. In der Kirche selbst nahm man 1962 eine Renovierung vor, ansonsten musste man an dem Gotteshaus noch keine größeren Baumaßnahmen über die Bühne bringen. In näherer Zukunft dürfte auch keine umfassendere Sanierung anstehen, das Gebäude ist intakt, wie der Geistliche berichtet.

Seine Gemeinde setzt sich derzeit aus etwa 1700 Gläubigen zusammen. 750 von ihnen leben in der Großgemeinde Beilngries, darüber hinaus ist Hechtel auch für Breitenbrunn, Berching und Dietfurt zuständig. Die beiden letztgenannten Städte verfügen jeweils über eine eigene Kirche. Hechtel hält dort ebenso regelmäßig Gottesdienste wie in Beilngries. An allen Orten würde er sich so manches Mal mehr Gläubige in den Kirchenbänken wünschen - ein Los, das er auch mit so manchem katholischen Geistlichen teilt.

Am Sonntag gibt es nun aber erst einmal allen Grund zu feiern. Mit 90 Jahren ist die Kirche zwar vergleichsweise jung. Nicht zuletzt aufgrund der beschwerlichen Entstehungsgeschichte soll das Jubiläum aber allemal gewürdigt werden. Um 10.45 Uhr beginnt der Gottesdienst in der Christuskirche. Anschließend bleibt die Gemeinde zu einem feierlichen Sektempfang zusammen. Man hofft auf gutes Wetter, dann kann der Empfang im Freien stattfinden. Alles andere wäre momentan problematisch. Da am Montagabend ein größerer Unwetterschaden am Pfarrhaus entstand, könnte man nicht dorthin ausweichen.
Fabian Rieger
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