Montag, 22. Oktober 2018
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Deponie Hallenhausen auf der Kippe - Lehmschicht entspricht nicht den behördlichen Anforderungen

Holzwurm im Kulturhaus beseitigt

Dietfurt
erstellt am 09.10.2018 um 18:40 Uhr
aktualisiert am 13.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Dietfurt (uke) Die geplante Erdaushubdeponie bei Hallenhausen und das Kulturhaus der Stadt sind bei der Sitzung des Dietfurter Bauausschusses am Montagabend Thema gewesen. Auch mehrere Bauanträge wurden genehmigt.
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Da ist jetzt nicht mehr der Wurm drin: Der Befall im Gebälk des schmucken Kulturhauses ist bereits vernichtet worden.
Da ist jetzt nicht mehr der Wurm drin: Der Befall im Gebälk des schmucken Kulturhauses ist bereits vernichtet worden.
Kirschner
Dietfurt
Große Dinge gab es diesmal nicht zu beschließen, die Genehmigung der eingereichten Bauanträge war schnell erledigt. Erst unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen und Verschiedenes ergab sich eine Aussprache. Johann Gietl (FW) erkundigte sich nach der neuen Deponie für Erdreich. Vor gut einem Jahr hatte sich der Stadtrat auf einen Acker bei Hallenhausen geeinigt. Mit einer Kapazität von 270000 Kubikmetern sollte der Humus und sauberen Aushub aufnehmen, die Probleme der Stadt wären damit für lange Zeit gelöst gewesen. Eigentlich hätte er schon im Frühjahr genutzt werden sollen, aber da habe sich bislang nichts getan, so Gietl.

Die Dichtigkeit der Lehmschicht sei nach Ansicht des Wasserwirtschaftsamts nicht ausreichend, der erforderliche k-Wert werde nicht erreicht, informierte Bürgermeisterin Carolin Braun (SPD).

Die Behörde habe vorgeschlagen, den Acker mit Lehm der erforderlichen Qualität abzudichten. Dies erschien nicht nur der Bürgermeisterin unmöglich. Man könne nicht jede einzelne Fuhre akribisch untersuchen lassen, war man sich einig. Alternativ könnte die Deponie, welche eine Größe von 1,6 Hektar hat, noch mit einem Vlies ausgekleidet werden. Das würde pro Quadratmeter 15 bis 20 Euro kosten. "Das ist so teuer, dass wir unseren Aushub woanders hinfahren können", befand Braun. Schnell war man sich im Bauausschuss einig, dass eine Lösung dieses bürokratischen Dilemmas nur auf politischer Ebene zu finden sei. Das sei Irrsinn, befand Ilse Werner (CSU). Der Schutz des Grundwassers im vorliegenden Fall sei eine Schikane und ein Hemmnis für junge Bauwerber. "Im Moment geht es noch", so Braun, da die Deponie Zell zwar rekultiviert werde, aber noch etwa 1,5 Meter Humus als Deckschicht aufnehmen könne.

Gietl erkundigte sich zudem nach dem Dachstuhl des Kulturhauses. Ihm war zu Ohren gekommen, dass dieser rund zwei Jahre nach der feierlichen Einweihung von Holzwurm befallen gewesen sein soll. Gezielte Maßnahmen seien vorgenommen worden, um dem Schädling den Garaus zu machen. "Wer ist da schuld?", wollte er wissen. "Niemand", erhielt er zur Antwort. Die Spuren des gefräßigen Schädlings seien im Sommer bei einer Gruselwanderung im Rahmen des Ferienprogramms entdeckt worden. Daraufhin sei der Dachstuhl thermisch behandelt worden. "Diese Maßnahme war ohnehin vorgesehen und in den Baukosten enthalten", so die Rathauschefin. Man habe lediglich auf Anraten des Architekten erst einmal versucht, ohne diese Behandlung auszukommen. Martin Schmid (CWU) erkundigte sich nach der E-Tankstelle hinter dem Rathaus. Er wollte wissen, ob der Strom hier immer noch kostenlos abgegeben werde, nachdem am Volksfestplatz Ende Juli eine gebührenpflichtige Elektrotankstelle für Autos in Betrieb genommen wurde. Es sei nicht möglich, die Tankstelle am Rathaus kostenpflichtig zu betreiben, wusste die Rathauschefin. Um keine Konkurrenzsituation entstehen zu lassen, werde sie für die Öffentlichkeit geschlossen, dort soll künftig nur noch das Bürgermobil der Stadt betankt werden.

Andreas Keckl (CWU) erkundigte sich zum gefühlten 100. Mal nach der Verbesserung des Mobilfunknetzes in Mallerstetten. Auch dieses Mal erhielt er keine zufriedenstellende Antwort. Die Deutsche Funkturm bezahle bereits die Benutzergebühren an den Besitzer des Mallerstettener Windrads, wo die Funkantenne angebracht wurde, aber warum der Dienstleister davon noch keinen Gebrauch mache, konnte Braun auch nicht beantworten.

Ilse Werner störte sich am vielen Unkraut auf den Wegen und Plätzen im Dietfurter Friedhof, das auch entfernt werden soll. Außerdem wollte sie wissen, ob sich für den Neubau des Leichenhauses in Arnsdorf zwischenzeitlich eine günstigere Variante gefunden habe. Die bisherigen Pläne waren vom Stadtrat aus Kostengründen verworfen worden. Man habe einen neuen, wesentlich kleineren Entwurf ausgearbeitet, so Braun. Die Arbeiten sollen über den Winter ausgeschrieben werden, die Kosten müssten auf jeden Fall unter 100000 Euro bleiben. Auch diese Summe war Andreas Porschert (CWU) noch zu hoch. Er erkundigte sich, ob es nicht möglich und vor allem günstiger gewesen sei, das bestehende Leichenhaus noch einmal zu sanieren, was Braun entschieden verneinte.

Bauausschuss genehmigt alle Bauanträge

Die Bauanträge, die dem Ausschuss am Montag vorlagen, waren schnell abgewickelt. In Staadorf gab es bei einer Pferdezucht mit Reithalle mit Stalltrakt, Dunglege und Unterstellhalle in der Vergangenheit Probleme bei der Oberflächenentwässerung. Laut Bürgermeisterin Carolin Braun (SPD) sollen hier nun "Nägel mit Köpfen" gemacht und der für den landwirtschaftlichen Betrieb "rechtmäßige Zustand" hergestellt werden.

Genehmigt wurden der Bau eines Lagerschuppens, eines Carports und eines Einfamilienhauses in Dietfurt. Für den Neubau einer landwirtschaftlichen Lager- und Maschinenhalle in Schweinkofen musste wegen geringfügiger Überschreitungen der Höhe ein Tekturplan nachgereicht werden. Die Firma Siebenwurst hatte den Abbruch der Holzlager- und Salzhalle beantragt sowie die Umsetzung und Erweiterung der bestehenden Leichtbauhalle. Zu beiden Plänen gab es keine Einwände. Positiv beschieden wurde neben Plänen zum Umbau eines Einfamilien- in ein Mehrfamilienhaus in Dietfurt eine Bauvoranfrage zum Neubau eines Mehrfamilienhauses in Töging.
 
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