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Revierzentrale Gösselthalmühle wird eingeweiht und stößt bei Tag der offenen Tür auf großes Interesse

Herzstück für den Kanalbetrieb

Gößelthal
erstellt am 08.07.2012 um 19:19 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:42 Uhr | x gelesen
Gösselthal (rnr) Mit einer feierlichen Einweihung und einem Tag der offenen Tür wurde gestern in der Gösselthalmühle die neue Revierzentrale für den Main-Donau-Kanal ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, das Herzstück für den Kanalbetrieb im historischen Mühlengebäude zu besichtigen.
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Gößelthal: Herzstück für den Kanalbetrieb
Den ganzen Tag über nutzten zahlreiche Besucher die Möglichkeit zur Besichtigung der Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes in der Gösselthalmühle - Fotos: Rieger
Gößelthal
„An alle Schiffsführer, hier spricht die Revierzentrale Gösselthalmühle. In Gottes Namen allzeit gute Fahrt!“ Mit diesem historischen Funkspruch informierte der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd, Detlef Aster, die gesamte Schifffahrt auf Main und Donau über den Sendebeginn des neuen Nautischen Informationssystems. Künftig wird Computerstimme „Klara“ von Gösselthal aus alle eingehenden Sendeaufträge der Wasser- und Schifffahrtsämter Nürnberg, Regensburg, Schweinfurt und später auch Aschaffenburg in „hochdeutscher Amtssprache“ an die Schiffsführer weitergeben. Informiert werden die Kapitäne, ähnlich wie beim Verkehrsfunk für Autofahrer, über Störungen im Verkehrsablauf. Regelmäßig gibt es dazu wichtige Hinweise wie beispielsweise Lagemeldungen, Behinderungen durch Baustellen und Wasserstände. Wie Bauoberrätin Ingrid Warm, zuständige Projektleiterin für den Aufbau der Revierzentrale, betonte, werden damit die Schiffe auf der Donau von der österreichischen Grenze bis zum Main bei Hanau mit wichtigen Informationen versorgt. Aufbauend auf die neu installierte Technik könnte in Zukunft sogar eine schematische Darstellung der Schiffsbewegungen auf den zentralen Bildschirmen möglich werden.

„Wir freuen uns, im Jubiläumsjahr 20 Jahre MD-Kanal die Revierzentrale ihrer Bestimmung übergeben zu können. Mit der Einweihung und dem Tag der offenen Tür möchten wir ihnen einen besonderen Einblick in die Bedeutung der Bundeswasserstraße gewähren. Hier in diesen historischen Mauern schlägt quasi das Herzstück des Main-Donau Kanals“, betonte Guido Zander. Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Nürnberg konnte viele Ehrengäste, darunter Landrat Anton Knapp (CSU) und die Beilngrieser Bürgermeisterin Brigitte Frauenknecht (BL/FW), willkommen heißen. Zu Beginn des Festaktes hob er den großen wirtschaftlichen Stellenwert der Wasserstraße hervor. So seien die früheren Prognosen zum Verkehr längst erreicht und die Klimaveränderung unterstreiche zunehmend die Wichtigkeit der bayerischen Wasserüberleitung über den Main-Donau-Kanal zur Versorgung der fränkischen Ballungsgebiete. Welch große Bedeutung dabei der Betriebszentrale in Gösselthal zukommt, erfuhren die Gäste beim Rundgang durch die Betriebsräume. Revierleiter Christian Linz erläuterte die Funktion modernster Leittechnik, er und seine Kollegen haben rund um die Uhr ein waches Auge auf 171 Kilometer Kanal und steuern Millionen Kubikmeter Wasser.

Den Segen Gottes für die verantwortungsvolle Arbeit und für die neue Technik erteilte Pater Godehard Schuster. Er freute sich, dass die alte Mühle, früher einmal im Besitz des Klosters Plankstetten, wieder eine solch wichtige Aufgabe eingenommen hat.

Den ganzen Tag über konnten sich die Besucher von den Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes die ausgestellten Objekte, darunter das Arbeitsboot „Altmühl“, die Ausrüstung eines Arbeitstauchers, eine riesige Pumpe aus der Schleuse Dietfurt und die Funktion der Revierzentrale, erklären lassen. Zu besichtigen gab es außerdem das Boot der Wasserschutzpolizei Beilngries, die Informationsstände des Yachtclubs Altmühltal und des Archäologieparks Altmühltal. Eine weitere Ausstellung der Rhein-Main-Donau AG über Bau und Entwicklung des Kanals ist in der Gösselthalmühle noch bis zum 7. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr kostenlos zu besichtigen.

 

Von Nikolaus Rieger
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