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Hamburger Firma plant unweit des Breitenbrunner Weilers Rofen eine Freiflächen-Photovoltaikanlage

Die Zustimmung überwiegt

Breitenbrunn
erstellt am 16.05.2018 um 18:05 Uhr
aktualisiert am 20.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Breitenbrunn/Parsberg (swp) Die Firma Enerpac AG aus Hamburg möchte im Stadtgebiet Parsberg, unweit des Breitenbrunner Weilers Rofen, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Größe von 30 Hektar und einer Leistung von 20 Megawatt errichten. Bei einer kurzfristig einberufenen Bürgerversammlung im Parsberger Rathaus wurde das Projekt vorgestellt.
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Blick vom Breitenbrunner Weiler Rofen in die Flur Großer Schwand, wo ein 30 Hektar großer Solarpark gebaut werden soll.
Blick vom Breitenbrunner Weiler Rofen in die Flur Großer Schwand, wo ein 30 Hektar großer Solarpark gebaut werden soll.
Foto: Sturm
Breitenbrunn
Bereits heute Abend wird sich der Stadtrat damit beschäftigen. Bürgermeister Josef Bauer (CSU) begrüßte zu der Bürgerversammlung viele Interessierte aus den vom geplanten Solarpark tangierten Dörfern Willenhofen und Herrnried sowie aus Rofen in der Marktgemeinde Breitenbrunn. Er sagte einleitend: "Das Thema Photovoltaik mit all seinem Für und Wider beschäftigt uns schon lange. Bevor der Stadtrat über mögliche vorhabenbezogene Bebauungspläne entscheidet, wollen wir heute die betroffenen Bürger dazu hören."

Manuel Zeller Bosse von der Betreiberfirma erläuterte die Planung. Demnach soll in der Nähe von Willenhofen und Herrnried, unweit der Gemeindegrenze zu Breitenbrunn, ein 30 Hektar großer und zehn Megawatt starker Sonnenenergiepark in der Flur "Große Schwand" gebaut werden. Die Anlage soll laut Zeller Bosse mit Eingrünungen in die Landschaft eingebunden werden. Die Zufahrt erfolge über öffentliche Feld- und Waldwege von der Staatsstraße 2660 (ehemals B 8) her. Der gewonnene Strom werde über das Netzcenter der Bayernwerk AG in Parsberg in das Netz eingespeist.

Vor einem eventuellen Baubeginn wolle sich die Betreiberfirma eng mit den Anwohnern sowie den tangierten Behörden und Verbänden, etwa dem Bauernverband und dem Jagdverband, abstimmen. Das betreffe unter anderem Entschädigungen von Bewirtschaftern, die Wiederherstellung von Wegen oder das Verhindern von Blendwirkungen. Und wichtig für die Entscheidungsfindung in den betroffenen Gremien sei: "Selbst wenn sich die Anlage wider erwarten als nicht rentabel erweisen würde, ist ein Rückbau durch Bürgschaften gewährleistet." Zeller Bosse verwies darauf, dass der Gesetzgeber jetzt grundsätzlich wieder Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen genehmige, wenn auch unter Einschränkungen.

Die Firma betreibe bereits 150 Anlagen dieser Art mit einer Gesamtleistung von 1000 Megawatt und jährlich kämen 150 Megawatt dazu. Mit Standorten in den Gemeinden Lupburg und Hohenfels sei man schon heute der größte unabhängige Stromanbieter im Landkreis Neumarkt. Das Investitionsvolumen für die geplante Anlage zusammen mit einer weiteren beim Parsberger Stadtteil Hörmannsdorf bezifferte der Firmenvertreter auf 22 Millionen Euro. Die Wertschöpfung liege bei 1,2 Millionen Euro pro Jahr.
Bei der Diskussion wurden von der Bürgerschaft keine gravierenden Hinderungsgründe gegen den Solarpark vorgetragen. Ein Diskussionsteilnehmer machte aus seiner Meinung kein Hehl: "Ich bin zwar der Letzte, der gegen die Anlagen Stimmung machten möchte, aber ich bin grundsätzlich dagegen. Die Politik muss darüber entscheiden, ob sie in Zukunft Landwirte oder Energieproduzenten und noch mehr Flächenfraß haben möchte." Kritisch wurde die Anlage bei Willenhofen vom örtlichen Jagdvorsteher gesehen. Der sagte: "Ich bin nicht dagegen, aber jagdlich ist es schon ein großer Einschnitt. Äsungsflächen für das Wild fallen weg und Wildwechsel werden durchtrennt. Insgesamt ist das kein gutes Vorhaben für die Jagd." Zeller Bosse stellte Entschädigungszahlungen für die Jagdgenossen in Aussicht und versprach die Berücksichtigung der Bedenken bei der Anlagengestaltung.

Da die Anlage in der Großen Schwand lediglich rund 360 Meter vom Breitenbrunner Weiler Rofen entfernt ist, äußerten die dortigen Bewohner Bedenken gegen das Bauwerk hinsichtlich ihrer Einsehbarkeit und einer möglichen Blendwirkung. Dazu sagte Bürgermeister Bauer: "Es ist nicht unsere Absicht, jemanden eine Anlage vor die Türe zu setzen." Deswegen solle die Betreiberfirma mit den Bürgern aus Rofen noch einmal ausführlich über mögliche Gestaltungsmaßnahmen sprechen. Zeller Bosse sagte dies zu.
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