Donnerstag, 16. August 2018
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Der Beilngrieser wird für seine Verdienste als Gastronom und im Ehrenamt ausgezeichnet

Bundesverdienstkreuz am Bande für Eduard Liebscher

Beilngries
erstellt am 13.06.2018 um 16:57 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Beilngries/München (rgf) Eine ausgesprochen große Ehre ist am frühen Dienstagabend dem Beilngrieser Eduard Liebscher zuteil geworden. Der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer überreichte ihm in München das Bundesverdienstkreuz am Bande, das vom Bundespräsidenten verliehen wird.
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Besonderer Moment: Eduard Liebscher (4. v. l.) hat das Bundesverdienstkreuz am Bande vom bayerischen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (2. v. r.) in Empfang genommen.
Besonderer Moment: Eduard Liebscher (4. v. l.) hat das Bundesverdienstkreuz am Bande vom bayerischen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (2. v. r.) in Empfang genommen.
A. Krämer/StMWI
Beilngries
Als Grund für diese besondere Auszeichnung wurden Liebschers Verdienste um seine Heimatregion - das Altmühltal - genannt. Sowohl als Hotelier mit dem Familienbetrieb Gams, den er in siebter Generation in die Moderne geführt hat, als auch im Ehrenamt habe der Beilngrieser unheimlich viel für die Region geleistet, lobte Pschierer in seiner Laudatio. Und weiter: "Als Unternehmer haben Sie vorbildgebend für die gesamte Region und ihre touristische Entwicklung gewirkt. Als Beispiele nenne ich hier die vor rund vier Jahrzehnten zusammen mit Kollegen gegründete ,Beilngrieser Wirtegemeinschaft' und Ihren über 25-jährigen Vorsitz im Touristikverband, Ihre Arbeit in verschiedenen Gremien im Bereich der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern sowie im Wirtschaftsbeirat Bayern, dort als stellvertretender Vorsitzender des Jurakreises. "

Darüber hinaus habe sich Liebscher stets für soziale Belange eingesetzt, wie der Wirtschaftsminister betonte. Er sei Mitbegründer der Beilngrieser Tafel sowie Gründungsmitglied des örtlichen Lionsclubs, der mittlerweile mehr als 300000 Euro für soziale, gemeinnützige und kulturelle Zwecke gespendet habe. Nicht unerwähnt blieb darüber hinaus Liebschers Engagement für die Pfarrkirche St. Walburga - allen voran in den Phasen, in denen für Orgel und Glocken mit Hilfe von diversen Veranstaltungen Geld gesammelt werden musste und aktuell wieder muss. Eng verbunden ist Liebschers Name auch mit der Willibald-Schmidt-Stiftung, die dank ihrer regelmäßigen Finanzspritzen als Motor des Vereinslebens und der Kultur in der Region gilt. Liebscher fungiert als Stiftungsvorstand. All das sei Grund genug, um dem Beilngrieser mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausdrücklich Danke zu sagen, wie es in der Laudatio hieß.

Der Geehrte selbst war "überrascht", als er vor etwa einem Vierteljahr von der Auszeichnung erfuhr, wie er am Mittwoch berichtete. Sehr gefreut habe er sich darüber, dass nun am Dienstag neben seiner Frau Maria und Tochter Simone auch einige Amtsträger aus der Region mit nach München kamen, um bei diesem besonderen Moment dabei zu sein. Namentlich waren dies die Landtagsabgeordneten Tanja Schorer-Dremel und Eva Gottstein, Landrat Anton Knapp sowie Bürgermeister Alexander Anetsberger.

Auch Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern, würdigte das Lebenswerk des Beilngriesers. "Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande erfährt Eduard Liebscher die verdiente Anerkennung für sein jahrzehntelanges Wirken zum Wohle der Wirtschaft und touristischen Entwicklung in Beilngries und im Altmühltal", stellte er in einer Pressemitteilung fest.

Im Gespräch mit unserer Zeitung ließ Liebscher am Mittwoch die wichtigsten Stationen seines Lebens Revue passieren. Schon im Alter von 21 Jahren übernahm er in siebter Generation die Verantwortung über den Familienbetrieb, nachdem sein Vater früh gestorben war. Mit viel Herzblut arbeitete sich die Familie aus der schweren Zeit heraus und Liebscher entwickelte das Gasthaus stetig weiter. Ein wichtiger Unterstützer und "väterlicher Freund" sei der frühere Sparkassendirektor Andreas Schmidtner gewesen. Als entscheidend für die Entwicklung des Unternehmens, aber auch der Stadt, entpuppte sich eine Entwicklung, die nach der Gebietsreform 1972 einsetzte. Beilngries war fortan keine Kreisstadt mehr. Um nicht an Gewicht zu verlieren, entschlossen sich die führenden Kräfte von Gastronomie und Fremdenverkehr, den Beilngrieser Weg - eine enge Zusammenarbeit der Gastronomiebetriebe sowie der touristischen Akteure - zu begründen. Bis heute ist man in der Altmühlstadt stolz auf dieses Miteinander.

Auch auf gesellschaftlicher Ebene entwickelte Liebscher im Laufe der Jahre ein immer größeres Netzwerk an Kontakten. Schnupfer, Golfer, Feuerwehr, Lionsclub - nur ein Auszug der Beilngrieser Vereinigungen, die Liebscher mitbegründete oder zumindest mitprägte. Ohne Übertreibung könne er feststellen: "Ich bin stolzer Beilngrieser."

Sehr glücklich ist Eduard Liebscher auch, dass der eigene Betrieb durch die Übergabe an Sohn Markus und dessen Frau Birgit vor zwei Jahren in Familienhand geblieben ist. Überhaupt sei sein Leben sehr glücklich verlaufen, allen voran auf privater Ebene. Auf Ehefrau Maria habe er sich in all den Jahren immer verlassen können, die drei Kinder "gehen ihren Weg und sie haben uns acht Enkelkinder geschenkt". Kurzum: "Ich habe viel Glück gehabt in meinem Leben."
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