Freitag, 25. Mai 2018
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Dorothea Bartholme-Weinelt und Marianne Schlosser übernehmen die Archivleitung

Beilngrieser Stadtarchiv unter neuer Leitung

Beilngries
erstellt am 15.05.2018 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 19.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Beilngries (DK) Die Beilngrieserinnen Dorothea Bartholme-Weinelt und Marianne Schlosser teilen sich künftig die Leitung des Stadtarchivs. Sie folgen in dieser Aufgabe auf Max Künzel, der das Herzstück der Beilngrieser Stadtgeschichte bis zu seinem Tod vor einem knappen Jahr betreut hatte. Die beiden Frauen verbindet ein großes Interesse an der Heimatgeschichte.
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Mit viel Freude treten Dorothea Bartholme-Weinelt (links) und Marianne Schlosser die Leitung des Beilngrieser Stadtarchivs an. Beide haben sich bereits in Sachen Ortsgeschichte engagiert, Marianne Schlosser beispielsweise hinsichtlich der Burgfriedensteine.
Mit viel Freude treten Dorothea Bartholme-Weinelt (links) und Marianne Schlosser die Leitung des Beilngrieser Stadtarchivs an. Beide haben sich bereits in Sachen Ortsgeschichte engagiert, Marianne Schlosser beispielsweise hinsichtlich der Burgfriedensteine.
Fabian Rieger
Beilngries
Es ist eine Kollage mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Beilngries, die Marianne Schlosser mit zum Pressetermin ins Rathaus gebracht hat. Man sieht das Haus des Gastes sowie viele weitere markante Beilngrieser Gebäude - und zwar so, wie sie vor langer Zeit ausgesehen haben. Gerade eben hat sie die Kollage für den Verschönerungsverein erstanden, berichtet Marianne Schlosser. Sie macht keinen Hehl daraus, wie groß ihre Begeisterung für die Beilngrieser Geschichte ist. "Das ist angeboren", sagt sie mit einem Augenzwinkern. Burgfriedensteine, Epitaphien, alte Aufnahmen von den verschiedensten Winkeln der Stadt und nun eben auch Urkunden, Schriftwechsel und Amtsblätter - die Mitarbeit in der Archivleitung kommt bei Marianne Schlosser nicht überraschend.

Und auch bei Bartholme-Weinelt braucht es nicht vieler Worte, um zu verdeutlichen, weshalb Bürgermeister Alexander Anetsberger keinerlei Zweifel hat, die Aufgabe in die richtigen Hände gegeben zu haben. Sie hat Geschichte studiert, unterrichtet das Fach am Beilngrieser Gymnasium und ist aktiver Bestandteil der Beilngrieser Gruppe, die das virtuelle Museum ins Leben gerufen hat.

Kurzum: Die neue Doppelspitze im Beilngrieser Archiv bringt alles mit, was es für diese Aufgabe braucht. Sie seien auf einer "imaginären Liste" an Kandidaten ganz oben gestanden und er sei sehr froh, dass beide bereit waren, die Aufgabe - als Team - zu übernehmen, sagt Anetsberger. Er gehe davon aus, dass die Archivleitung "kompetent und fachlich fundiert" weitergeführt werde.

Das Vermächtnis sei groß, wie das Gemeindeoberhaupt außerdem betont. Max Künzel habe das Archiv in einem sehr guten Zustand hinterlassen. Das bestätigt auch der Geschäftsleitende Beamte im Rathaus, Robert Lenz. Alle Urkunden seien digital erfasst und das Archiv sei hervorragend strukturiert. "Es ist in einem Zustand, wie es sich ein moderner Archivar wünscht", sagt Anetsberger. Die letzte große Leistung von Künzel sei die Satzung für das Archiv gewesen (wir berichteten). Darin ist unter anderem geregelt, dass Anfragen von Privatpersonen und Einrichtungen grundsätzlich an die Stadt zu richten sind. Dabei muss angegeben werden, was man aus dem Archiv sehen und was man mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen anfangen möchte. Der Antrag wird dann geprüft - und wenn nichts dagegen spricht, suchen die Archivleiterinnen die entsprechenden Dokumente heraus. Dann dürfen die Antragsteller Einsicht nehmen, aber keinesfalls die Unterlagen mit nach Hause nehmen und auch keine Kopien anfertigen. Neben dieser Betreuung von Anfragen sind Schlosser und Bartholme-Weinelt derzeit noch mit der Einarbeitung in ihr Ehrenamt beschäftigt. Dazu haben sie eine Fortbildung in München absolviert. Gleichzeitig wirft eine große Aufgabe bereits ihre Schatten voraus. Bekanntlich stehen im Alten Amtsgericht, in dem das Archiv untergebracht ist, große Sanierungsarbeiten an. Ab dem Frühjahr 2019 soll es so weit sein, wie Anetsberger ankündigt. Bis dahin muss der Speicher, in dem jede Menge Unterlagen des Archivs lagern, ausgeräumt sein. Für die neue Archivleitung bedeutet das Großprojekt unter anderem, dass die dort aufbewahrten Unterlagen noch einmal genau angesehen und zum Teil auch aussortiert werden.

Nach Abschluss der Sanierung können sich die beiden Frauen durchaus vorstellen, auch selbst verstärkt in die inhaltliche Arbeit mit dem Archivmaterial zu gehen. Es gebe viele Ansatzpunkte, was man erforschen könnte, sagt Bartholme-Weinelt.

Als größten Schatz des Archivs bezeichnen die beiden Frauen die ganz alten Dokumente, die bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen. Besondere Bekanntheit hat das "Beilngrieser Aderlassmännchen" erlangt. Und wer weiß: So mancher Schatz könne sich im Stadtarchiv durchaus noch verbergen, wie die neuen Leiterinnen vielsagend ankündigen.
Fabian Rieger
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