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Starkbierfest des Männergesangvereins Beilngries mit rund 400 Besuchern Viele originelle Einfälle

Immer was los, einfach famos

Beilngries
erstellt am 11.03.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Beilngries (DK) Bockbier und etliche starke Sprüche, zünftige Blasmusik und originelle Lieder: Auch heuer hat der Männergesangverein 1861 Beilngries wieder ein attraktives Starkbierfest geboten.
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Beilngries: Immer was los, einfach famos
Foto: Hans Nusko
Beilngries

Vor rund 400 Besuchern in der Bühlerhalle gab es am Samstagabend ein knapp vierstündiges Programm. Abgesehen von eher überproportionalen Lobliedern auf das neue Beilngrieser Volksfestbier und relativ vielen Witzen, deren Inhalte sich vorwiegend auf die Mitte des menschlichen Körpers bezogen, gab es viel Substantielles über Begebenheiten im Bereich der Großgemeinde.

Dem Anlass entsprechend begann die Sängergilde mit einer Hymne auf das Bockbier. Danach ging es um den Verkehrskreisel bei Wiesenhofen. Während man dort vorher keinen nennenswerten Unfall verzeichnete, habe es seit der Freigabe des Kreisverkehrs bereits zweimal gekracht, erfuhren die Besucher. "Warum baut man hier einen Kreisverkehr, wenn man woanders einen bräuchte", wurde von der Bühne herab gefragt.

Nächstes Thema war das Volksfest, bei dem im vergangenen Jahr "endlich wieder einheimisches Bier" ausgeschenkt wurde. Laut Chorleiter Alois Vieracker, aus dessen Feder die Texte stammen, seien im Zusammenhang mit der Traditionsveranstaltung "das Freibier vom Werbekreis" und angesichts der demografischen Entwicklung auch der Seniorennachmittag besonders wichtig.

Seinen zweiten Auftritt auf der Bühne begann der Chor mit einer Hommage an das Beilngrieser Original Hermann Brand. Diesen kenne jeder, sei es in Beilngries oder im gesamten Altmühltal. Brand sammle alles, was es gebe, von ihm könne man auch alles haben. Deshalb, so die Anregung der Sänger, sei die Gründung eines Hermann-Brand-Museums wohl längst überfällig.

Gesungen wurde auch über die nicht zu bremsenden Aktivitäten eines Beilngrieser Baulöwen sowie über einen ebenfalls sehr bekannten Bewohner der Altmühlstadt, der umfassend sowie unermüdlich Plastikflaschen sammle, um dafür Pfand zu bekommen. Nach ihrer Premiere im Vorjahr wagten sich die Sänger heuer erneut an einen Sprechgesang. Dabei gaben sie auch ein Loblied auf ihre Heimatstadt zum Besten. Der Refrain lautete: "Bei uns in Beilngries, da ist immer was los, ob Volksfest oder Triathlon, es ist einfach famos".

Erneut abgeschlossen wurde das Programm des Starkbierfests mit dem Auftritt der Beilngrieser Sternenwirte. Dabei erwies es sich als vorteilhaft, dass man, im Gegensatz zum Vorjahr, als selbst ein Scheich oder der künftige bayerische Ministerpräsident Rollen hatten, dieses Mal nur Protagonisten aus den eigenen Reihen auf die Bühne ließ. Gleich zu Beginn gab es eine Überraschung, denn nicht der vorwitzige Dönermann, sondern der Millipp eröffnete das Spiel. Er stellte selbstbewusst fest, diese Maßnahme sei längst überfällig gewesen. Schließlich ziehe der Dönermann "seit Jahren eine große Show ab", aber "das kann ich auch".

Doch unmittelbar danach betrat der Exot im Beilngrieser Gastronomenkosmos die Bühne und war fortan wieder tonangebend. Nachdem auch noch der Gamswirt und der Fuchsbräu sich zu beiden gesellt hatten, ging es natürlich wieder darum, wie man weiterhin auf sich aufmerksam machen könne. Dabei kam es zu etlichen von gehörigem Selbstbewusstsein zeugenden Aussagen. Sogar für eine Zunahme der Zahl an Gottesdienstbesuchern hatte man ein Rezept. Man müsse im Bereich der Kirche nur Kulinarisches anbieten und künftig dann eben von "Weißwurstmesse" oder "Schweinsbratenamt" sprechen, wurde im Brustton der Überzeugung vorgeschlagen.

Nicht verstehen konnte der Orientale indes, warum ihm der Beilngrieser Stadtrat die Errichtung eines Verkaufsstands bei der "Niedermeier-Moschee" verweigert habe. Dennoch hatte er auch dieses Mal wieder das letzte Wort.

Ließen schon seine drei Mitstreiter bei ihren Aussagen keinen Mangel an Selbstbewusstsein erkennen, so stellte der Dönermann abschließend fest, die Rolle des "Reichen und Schönen" in der örtlichen Gastronomieszene falle wohl ihm zu. Abgerundet wurde das bunte Programm mit mehreren Gedichten, die erneut Volker Hampel vortrug.

Von Hans Nusko
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