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Ein Rundgang durch Beilngries: Bürger berichten, wie sie es mit dem Fasten halten

"Eine Zeit der Umkehr"

Beilngries
erstellt am 13.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 18.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Beilngries (DK) Süßigkeiten, Spirituosen und bunte Feiern - das gehört zum Fasching dazu. Und von einem Tag auf den anderen heißt es dann am Aschermittwoch: Adieu Schlemmerei, hallo Fastenzeit. 40 Tage soll man fasten, als Vorbereitung auf das Osterfest. Unsere Zeitung hat sich auf den Beilngrieser Straßen umgehört, wie die Bürger es so halten mit den Entbehrungen.
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Beilngries: "Eine Zeit der Umkehr"
Die Osterdekoration ist zwar schon allgegenwärtig (links), ein bisschen dauert es aber noch bis zu den Festtagen. Das heißt für alle, die sich während der Fastenzeit in Verzicht üben, dass sie noch ein bisschen durchhalten müssen. Unsere Zeitung hat sich mit Bürgern unterhalten und nachgefragt, wie sie es mit dem Fasten halten. Sabrina Lange beispielsweise hält nichts von der Fastenzeit und gegen die Breze von Töchterchen Annemarie gäbe es sowieso nichts einzuwenden. - Fotos: Skrobanek
Beilngries

"Für mich ist es eine Zeit der Umkehr und des Umdenkens", erklärt Agnes Schrauf-stetter (58) aus Enkering. Sie verzichtet während der Fastenzeit auf Süßigkeiten und Fernsehen. "Man hat nach einiger Zeit auch weniger Gelüste auf Süßes. Ich esse viel Obst, das hat auch Zucker", berichtet die Frau. Die Zeit des Fastens sei da gar nicht so schlimm.

Doch Enthaltsamkeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist nicht jedermanns Sache. Ein Mann in Arbeitskleidung, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, meint: "Wir arbeiten hart, da muss man auch was essen." Einige Passanten haben derweil eine sehr kritische Haltung zur Kirche und fasten deswegen nicht, da sie die Idee dieser enthaltsamen Woche vorrangig als kirchliche Tradition sehen.

Andrea Nerb hat grundsätzlich nichts gegen gewisse Einschränkungen beim Essen. Sie tue das aber weniger aus religiösen Gründen und daher auch nicht speziell in der Fastenzeit vor Ostern, sondern vielmehr der Gesundheit wegen. "Derzeit faste ich nicht extra, ich esse das ganze Jahr über in Maßen. Ich habe auch schon Heilfasten ausprobiert", erzählt die 44-Jährige aus Hirnstetten.

Und Erhard (84) und Traudl (81) Waltner geben Folgendes zu Protokoll: "Wir sind von der alten Generation die Bescheidenheit gewöhnt. Wir essen und leben das ganze Jahr bescheiden, in der Fastenzeit verzichten wir aber nicht auch noch zusätzlich. Allgemein essen wir wenig Süßigkeiten und Fleisch. Die Massentierhaltung finden wir nicht gut."

Ebenfalls kein Freund einer speziellen Fastenzeit in den Wochen vor Ostern ist Sabrina Lange (30) aus Beilngries. Sie hat gerade ein Geschäft eröffnet, wie sie berichtet, und eine kleine Tochter. "Ich faste grundsätzlich nicht. Momentan habe ich sowieso sehr viel zu tun", sagt die junge Mutter.

Ob nun dafür oder dagegen, ob nun aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen - jeder hat seine eigene Einstellung zur Fastenzeit, wie sich bei dem Rundgang durch Beilngries zeigt.

Von Paulina Skrobanek
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