Donnerstag, 13. Dezember 2018
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14-jährige Brasilianerin vier Wochen als Austauschschülerin bei der Familie Black in Dietfurt

Begeistert von Chips und Gummibärchen

Dietfurt
erstellt am 23.07.2018 um 17:56 Uhr
aktualisiert am 27.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Dietfurt (grb) Vier erlebnisreiche Wochen hat Clarissa Giacomoni Martinho aus Südbrasilien in Dietfurt verbracht. Das Mädchen aus Porto Alegre war als Austauschschülerin der Pastor-Dohms-Schule Gast bei der Familie von Imke und Gregor Black. Heute verlässt Clarissa die Sieben-Täler-Stadt in Richtung Berlin, wo sie vor dem Heimflug noch eine Woche verbringt.
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Ihre Gastfamilie wird Clarissa Giacomoni Martinho (vorne) so schnell nicht vergessen.
Ihre Gastfamilie wird Clarissa Giacomoni Martinho (vorne) so schnell nicht vergessen.
Foto: Grammetbauer
Dietfurt
Es hat ihr sehr gut in Dietfurt und vor allem in der Gastfamilie gefallen, erzählt sie, auch wenn sie sich schon sehr auf das Wiedersehen mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder freut.

Im Bürgermagazin der Stadt hatten die Blacks gelesen, dass der Verein Schwaben International aus Stuttgart im Rahmen seines internationalen Jugend- und Kulturaustauschs Gasteltern für Schüler aus Südbrasilien suche. Sie nahmen Kontakt mit dem Institut auf und bekamen auch bald die Mitteilung, ins Austauschprogramm aufgenommen worden zu sein.

Sie wünschten sich als Gastkind ein Mädchen, vor allem, weil sie selber zwei Töchter haben, die 17-jährige Lilly und die 14-jährige Merle. Clarissa ist ebenfalls 14 Jahre alt. Da sie auch während des Austauschs die Schule besuchen muss, passte es gut, dass sie täglich mit Merle nach Beilngries ins Gymnasium fahren konnte.

Clarissa kann relativ gut deutsch sprechen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt sie, dass im Rahmen des Programms 18 Schüler und zwei Lehrerinnen Mitte Juni in München ankamen. Insgesamt 16 Stunden hatte der Flug gedauert. In der ersten Woche gestalteten die Lehrerinnen das Programm. Die Jugendlichen lernten München kennen. Es ging zum Schloss Neuschwanstein und zur Zugspitze. Dort sahen viele der Schüler erstmals Schnee. Clarissa hatte bereits einmal in Chile Schnee gesehen. Auf dem höchsten Berg Deutschlands hatten sie viel Spaß beim Rodeln. Die Mozartstadt Salzburg war ein weiteres Ziel und auch der Königsee und Berchtesgaden standen auf dem Programm. Dann ging es weiter nach Stuttgart. Auch dort durften die jungen Südamerikaner einiges besichtigen, aber hauptsächlich wurden sie auf das Leben in der Gastfamilie und auf den Schulbesuch vorbereitet. Am Mittwoch, 27. Juni, reisten die Jugendlichen dann zu den Gastfamilien. Clarissa kam so nach Dietfurt, ein weiteres Mädchen nach Beilngries.

In den vier Wochen hat sie viel erlebt. Sehr beeindruckt hat sie der Bayrisch-Chinesische Sommer in Dietfurt. Ihre Gasteltern boten ihr ein informatives und abwechslungsreiches Programm. Mit Ausflügen nach Kelheim und zur Befreiungshalle, nach Regensburg mit Steinerner Brücke und Wurstkuchl, Altstadt und Dom sowie zur Walhalla. Die Flugvorführung der Greifvögel auf der Rosenburg faszinierte sie, besichtigt wurde auch Burg Prunn, die Kreisstadt Neumarkt und natürlich das Alcmona-Haus in Dietfurt. Mit der Beilngrieser Schulklasse ging es außerdem zum Dinopark nach Denkendorf und nach Ingolstadt.

Das Gymnasium Beilngries lobt sie sehr. Schule sei anders als in ihrer Heimat, erzählt sie. In Brasilien besucht sie eine Privatschule, Schulgeld und Bücher müssen von den Eltern bezahlt werden. Das Schuljahr beginnt in ihrer Heimat im Februar, derzeit sind dort Winterferien, jedoch ohne Schnee. So richtig kalt wird es nie.

Mit Martina, der anderen Austauschschülerin, traf sie sich an zwei Nachmittagen, einmal in Dietfurt und einmal in Beilngries. Clarissa lernt in der Schule seit neun Jahren die deutsche Sprache, aber auch Englisch. Ihre Heimatsprache ist Portugiesisch. Um überhaupt in das Austauschprogramm aufgenommen zu werden, musste sie in Brasilien eine Sprachprüfung ablegen.

Während des Aufenthalts bei der Gastfamilie konnten sich die mitreisenden Lehrerinnen mit früheren Gasteltern treffen. Sie waren stets erreichbar, falls die Jugendlichen Rat und Hilfe gebraucht hätten. Bei Clarissa war dies nicht der Fall. "Ich habe mit meinen Gasteltern sehr viel Glück gehabt", sagt sie. Fasziniert haben sie das Eis in der Dietfurter und anderen Eisdielen und die Vielfalt an Brot. Die Süßigkeiten sind in Deutschland viel billiger als in ihrer Heimat, hat sie festgestellt und es gibt viel mehr Auswahl. Gummibärchen, Nutella und Paprikachips haben es ihr angetan und sie will davon auch etwas mit in die Heimat, vor allem für ihren elfjährigen Bruder, nehmen. Zum Abschied fabrizierte Clarissa leckere Empadas für ihre neuen Freunde. Das sind süße runde Pralinen, aber sie kochte auch etwas Herzhaftes nach einem Rezept aus ihrer Heimat.

Wenn sie heute die Familie Black verlässt, wird sie nicht nur ihre Gasteltern und die Gastschwestern vermissen, sondern auch den Familienkater, der sich schnell an sie gewöhnt hat und eifrig schnurrend seine Zuneigung kundtat.

Im Übrigen ist die junge Brasilianerin nicht die erste Austausschülerin, die Familie Black hatte bereits zweimal Jugendliche zu Gast, aus Litauen und Spanien.
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