Seit nunmehr 50 Jahren fahre ich Kraftfahrzeuge. Da ich in einem technischen Beruf tätig war und Autos auf mich eine gewisse Faszination ausübten, habe ich mich auch immer mit den Motorkonzepten befasst. Benziner waren damals spritzig, aber "Säufer", Diesel waren lahm, sparsam und langlebig. Dann kam die Politik ins Spiel und setzte Abgaswerte fest. Und plötzlich war der Diesel ein Saubermann. Kein Wunder, denn es wurde der CO2-Wert herangezogen und dieser hat nun einmal direkt etwas mit dem Verbrauch zu tun. So waren es auch Dieselfahrzeuge, die erstmals in den Genuss von Steuerbefreiungen kamen.

Ähnlich lief es auch bei den Benzinern. Modelle mit Katalysatoren bekamen Steuerbefreiung, egal ob geregelt oder ungeregelt. Sobald aber neue Abgaswerte festgesetzt wurden, waren viele der sauberen Autos plötzlich wieder Dreckschleudern. Das ging dann ein paar Mal so. Mit der Zeit wurden die gesetzlichen Vorgaben immer mehr verschärft, sodass die Motorenentwickler immer mehr Probleme hatten, diese einzuhalten, speziell beim Diesel und bei Stickoxiden und Feinstaub. Hatte man das Problem beim Abgastest mit vielen Tricks unter Kontrolle, war im Fahrbetrieb damit Schluss. Also wurde über die Software getrickst. Im Nachhinein ein teurer Fehler, besonders in den USA. Warum wollen die deutschen Autobauer so viele Diesel-Modelle verkaufen? Meiner Meinung nach, weil am Diesel deutlich mehr verdient wird. Zwischen ausstattungsgleichen Benzin- und Diesel-Fahrzeugen besteht eine Differenz von über 2000 Euro. Sollte die Dieseltechnologie in Großserie um 1000 Euro teurer sein, ergibt sich hier ein satter Gewinn pro Fahrzeug. Und den wollten die Autobauer abkassieren - der VW-Konzern durch Betrug.

Leider ist der Schuss nach hinten losgegangen. Die Sorgen haben jetzt die Diesel-Fahrer. Dass Diesel weiterhin zukunftsfähig sind, beweist die neue kommende Motorengeneration. Nur der Bauaufwand ist halt höher, das Tanken ist etwas umständlicher (zusätzlich AdBlue) und die Firmengewinne sind geringer. Trotz allem bleibt der moderne Diesel dank seiner Sparsamkeit eine Alternative für Vielfahrer.

Josef Sporer

Manching