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28.11.2011 20:19 Uhr | x gelesen
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Arbeitsalltag als Starthilfe


Bild: Arbeitsalltag als Starthilfe . Ingolstadt Ingolstadt (DK) In der Kreativwerkstatt der Caritas bekommen Menschen mit sozialen Problemen einen geregelten Tagesablauf geboten. Für viele ein erster Schritt in Richtung einer eigenen Wohnung oder eines Arbeitsplatzes. Manchmal auch einfach nur ein Ort, um sich nicht alleine zu fühlen.

Ingolstadt (DK) In der Kreativwerkstatt der Caritas bekommen Menschen mit sozialen Problemen einen geregelten Tagesablauf geboten. Für viele ein erster Schritt in Richtung einer eigenen Wohnung oder eines Arbeitsplatzes. Manchmal auch einfach nur ein Ort, um sich nicht alleine zu fühlen.

Ingolstadt: Arbeitsalltag als Starthilfe
 
Ingolstadt
Leo Pieronczyk muss sich ranhalten. Zwei Krippen will er noch fertigbauen und der erste Advent ist schon vorbei. Eine schöne Krippe braucht ihre Zeit. Unter anderem verarbeitet der 61-Jährige dabei Juramarmor. Nicht nur die Böden sind damit ausgekleidet, auch die Fensterbretter und Türstücke der Krippen sind aus dem Stein gefertigt. Die Platten hat sich Pieronczyk aus den Abfallhalden einer Baustelle zusammengesucht. „Ich habe das alles nicht gelernt, sondern mir selber beigebracht“, erklärt er.

Neben Pieronczyk werkeln an diesem Nachmittag in der ergotherapeutischen Kreativwerkstatt der Caritas fünf weitere Männer. „Hier arbeiten Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten“, erklärt Michael Rinnagel, der Leiter der Wohnheime und Werkstätten des Verbandes. Langzeitarbeitslose, Strafentlassene, Suchtkranke, Wohnungslose und psychische kranke Menschen finden hier Beschäftigung. Teilweise leben sie auch in einem der Caritas-Wohnheime. Neben der Kreativwerkstatt unterhält die Caritas in Ingolstadt unter anderem auch eine Kfz-Werkstatt, eine Schlosserei und einen Malerbetrieb. „Bei alldem steht aber die Betreuung im Vordergrund, nicht die Produktivität“, betont Rinnagel. Dennoch: „Die Werkstätten sind kein Rückzugsbereich, wir haben schließlich Kunden. Deswegen können wir durchaus auch Druck aufbauen, wenn es nötig ist“, sagt der Werkstättenleiter.

Die Kreativwerkstatt ist die „niedrigschwelligste“ Arbeitsstelle, erklärt Rinnagel. Vor allem geht es darum, den Kollegen einen geregelten Tagesablauf zu vermitteln. Wer als erwerbsunfähig gilt, oder keine Arbeit findet, „dem fällt daheim sonst die Decke auf den Kopf“. Deswegen ist es in Ordnung, wenn einer nur für ein paar Stunden kommt, ein bisschen aufräumt, sich sonst unterhält und einfach nur einen Kaffee trinkt. Für ihren Einsatz erhalten die Arbeiter ein Taschengeld.

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Von Johannes Hauser

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