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Ein etwas anderer Unterricht

Ingolstadt
erstellt am 25.11.2010 um 22:01 Uhr
aktualisiert am 29.11.2010 um 13:37 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Als Vorbereitung auf unser Sozialpraktikum besuchte Bruder Martin die Klasse 8b der Johann-Michael-Sailer-Schule und berichtete von seiner Arbeit in der Straßenambulanz. Ich finde es gut, dass Bruder Martin den Obdachlosen hilft, indem er ihnen Kleidung, Essen, medizinische Verpflegung und vor allem das Gefühl gibt, dass jemand für sie da ist. Oft ist es nicht leicht für Bruder Martin, da er auf Spenden angewiesen ist. Aber er sieht das sehr positiv und gelassen und sagte, es komme immer das, was gerade nötig sei.
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Ingolstadt: Ein etwas anderer Unterricht
Praktikum im Kindergarten: Den Schülern der Michael-Sailer-Schule hat es Spaß gemacht, mit den Kindern zu spielen. - Foto: oh
Ingolstadt
Als Dankeschön für seinen Besuch haben wir Kuchen gebacken und spontan zur Straßenambulanz gebracht. Auch da passte es gerade gut, denn es fand der Kuchenbasar statt, sodass unser Kuchen auf der Straße mitverkauft werden konnte. Das eingenommene Geld geht an die Straßenambulanz. Elin Menrad

In unserer Schule machen wir in der 8. Klasse ein Sozialpraktikum, um den sozialen Umgang mit unseren Mitmenschen besser zu lernen und zu verstehen. Ein Schüler hat bei Bruder Martin gearbeitet, zwei andere waren bei der Ingolstädter Tafel. Durch sie haben wir erfahren, wie es anderen Menschen in unserer Stadt geht. Also hat unsere Klasse beim Tag der offenen Tür Saft, Waffeln und Kuchen verkauft und den Erlös gespendet.

Kristine Pich

Maxi Lensing hat das Praktikum im Vorschulkindergarten der Sprachheilsschule auf der Schanz gemacht. Hier die Erfahrungen: Es hat Spaß gemacht, mit den Kindern Zeit zu verbringen. Auch das Zusammenhelfen mit den anderen Praktikantinnen und der Gruppenleitung war prima. Meine Aufgaben waren: Rollen- und Lernspiele zu spielen, gemeinsames Singen, Sport (zum Beispiel Schlittschuh fahren), gemeinsames Aufräumen, Brotzeiten herrichten und aufpassen, wenn die Kinder mit dem Bus ankommen oder geholt werden. Ich finde so ein Praktikum gut, weil man lernt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Und Markus Müller schreibt: Meine wichtigsten Erfahrungen im Sozialpraktikum in der Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule, einer Schule für Körperbehinderte, waren, dass man sich durchsetzen und ruhig bleiben soll. Ich würde mich beim nächsten Mal mehr bemühen, die Kinder ruhig zu halten und wäre dabei konsequenter. Ich finde, dass alle Schüler so ein Sozialpraktikum machen sollen, weil man den Umgang mit den Kindern lernt.

Peter Steigner hat sein Sozialpraktikum in der Straßenambulanz von Bruder Martin gemacht: Eine positive Erfahrung war, einmal unter Leute zu kommen, mit denen man sonst nichts zu tun haben will. Ich habe ihnen zugehört, was sie schon alles erlebt haben. Ich hatte das Gefühl, gebraucht zu werden. Das Leben von einzelnen Obdachlosen war ziemlich schlimm. Über einige Geschichten musste ich immer wieder nachdenken. Manchmal gab es sehr viel Arbeit. Danach war ich richtig fertig. Ich habe das Praktikum freiwillig um eine Woche verlängert.

Als ich dann nur noch am Freitag in die Ambulanz ging, fand ich die Arbeit nicht mehr so gut. Wenn man nur einen Tag in der Woche in einem Betrieb ist, gehört man nicht mehr richtig dazu. Außerdem war ich am Freitag schon auf das Wochenende eingestellt. Das sind für mich die einzigen Tage, an denen ich meine Freunde treffen kann. Deshalb war ich dann im Praktikum schnell genervt und ungeduldig. Bruder Martin hat daraus geschlossen, dass das Praktikum für mich zu Ende ist. Diese Entscheidung hat mich sehr getroffen.

Für das nächste Praktikum weiß ich jetzt, dass ich nicht so launisch sein darf und meine Gefühle mehr unter Kontrolle haben muss. Auf jeden Fall ist diese Praktikumszeit hundertprozentig anders als die Schulzeit. Für mich besser!

Donaukurier
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