Ganz in Weiß: Diese Chinesinnen haben sich für ihre Hochzeit für das klassische Brautkleid entschieden.
Ganz in Weiß: Diese Chinesinnen haben sich für ihre Hochzeit für das klassische Brautkleid entschieden.
Puchner/dpa-Archiv
Das war aber nicht immer so. Bis ins 20. Jahrhundert trugen die Frauen bei Hochzeiten ihr festlichstes Kleid oder Tracht. In ärmeren Familien, etwa denen von Bauern oder Handwerkern war dies im Mittelalter oft das Sonntagskleid für die Kirche - und das war in der Regel schwarz. In Familien aus gehobeneren Bevölkerungsschichten wählten die Bräute teure Stoffe wie Samt oder Seide. Zudem wurden die Kleider oft mit aufwändigen Applikationen und Stickereien verziert. Auch Farbe galt als Luxus, weshalb viele Kleider leuchtend rot, grün oder blau waren.

Im 16. Jahrhundert war es in Ober- wie Unterschicht üblich, in der Trendfarbe Schwarz zu heiraten. Helle Brautkleider kamen erst Ende des 17. Jahrhunderts in royalen Kreisen auf. Die Farbe Weiß stand schon damals für Reinheit und Unschuld. Es entwickelte sich zum Statussymbol des reichen Bürgertums und Adels, in Weiß zu heiraten und eigens für diesen Anlass Gewänder anfertigen zu lassen. Endgültig zum Dauer-Trend wurde das weiße Hochzeitskleid im Jahr 1854: Damals heiratete Prinzessin Elisabeth, besser bekannt als Sisi (1837-1898), den österreichischen Kaiser Franz Joseph (1830-1916) in einem besonders prachtvollen weißen Kleid.