Bernhard Pehl "Die Sprache ist eine der höchsten Kulturleistungen des Menschen", betont Deiner. Zudem trage sie in ihren vielfältigen Ausprägungen wesentlich zur Identitätsbildung bei. Leider werde die 1200 Jahre alte bairische Kultursprache zunehmend von der Schriftsprache sowie norddeutschen und englischen Ausdrücken verdrängt. "Red’s boarisch und schreibd’s Schriftdeitsch", empfiehlt Deiner daher.

Der DONAUKURIER nimmt den Tag der Muttersprache zum Anlass, mit einer kleinen bairischen Wortkunde zu beginnen. Einmal pro Woche wird ein typischer Dialektbegriff vorgestellt und gegebenenfalls auch erklärt.

Am Anfang steht der schöne Ausdruck "Wo der Bartl an Most holt", für den es zwei Erklärungen gibt. Die Begriffe Barsel (Brecheisen) und Moas (Geld) stammen aus dem Jiddischen und wurden später in der Gaunersprache verwendet.

Und so wird's richtig ausgesprochen

  DK-Redakteur Bernhard Pehl (Foto) lässt den Bartl an Most holen.  


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Ein schlauer Einbrecher wusste also, wo etwas zu holen war. Eine andere Deutung vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Fest des heiligen Bartholomäus am 24. August, der ein wichtiger Lostag für die Winzer war. Wenn man jemandem zeigt, wo der Bartl den Most holt, macht man ihm klar, wo’s lang geht – so würde man das heute ausdrücken.  

Wenn Sie, liebe Leser, bairische Begriffe und deren Erklärungen kennen, schicken Sie bitte eine Postkarte mit dem Stichwort "Lokalredaktion" an den DONAUKURIER, Stauffenbergstraße 2a, 85051 Ingolstadt. Oder schicken Sie eine Mail an Bernhard Pehl, unseren Mundart-Experten. 
 
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