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28.09.2008 23:33 Uhr | x gelesen
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CSU erleidet erhebliche Verluste


Bild: CSU erleidet erhebliche Verluste .  Schrobenhausen (SZ) Erika Görlitz hat ihr Direktmandat für den Landtag verteidigt. 43,57 Prozent der Wahler im Stimmbezirk Pfaffenhofen-Schrobenhausen wollen die Ex-Staatssekretärin wieder im Maximilianeum sehen. Gerolsbachs Schlagersängerin Claudia Jung gelang mit 19,42 Prozent ein Achtungssieg.

Schrobenhausen (SZ) Erika Görlitz hat ihr Direktmandat für den Landtag verteidigt. 43,57 Prozent der Wahler im Stimmbezirk Pfaffenhofen-Schrobenhausen wollen die Ex-Staatssekretärin wieder im Maximilianeum sehen. Gerolsbachs Schlagersängerin Claudia Jung gelang mit 19,42 Prozent ein Achtungssieg.


Lange Schlangen wie in einem Mühlrieder Wahllokal beherrschten vor allem am Nachmittag und nach dem Kirchgang die Szenerie in den Wahllokalen. - Foto: Preckel
Herbe Verluste musste die CSU nicht ausschließlich auf Landesebene hinnehmen. Auch im Altlandkreis Schrobenhausen hatten die Christsozialen gestern keinen leichten Wahlabend. Zwar konnte Landtagsdirektkandidatin Erika Görlitz sich in fast allen Kommunen des neu gegründeten Stimmbezirkes Pfaffenhofen-Schrobenhausen behaupten. Doch der Wählerunmut ging auch hier nicht spurlos an der CSU vorbei. Genau 25,24 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren verloren Görlitz und ihre Partei bei den Erststimmen.

Verteidigt hat die Gemeinde Langenmosen ihren vor fünf Jahren neu erworbenen Ruf als schwärzeste Kommune im Stimmbezirk. Trotz der hohen Verluste kam die CSU in der Gemeinde gestern mit 55,85 Prozent der Erststimmen auf den ersten Platz für die Christsozialen. Den legendären Ruf der schwärzesten Kommune Bayerns – wie einst Berg im Gau – wird sich Langenmosen so allerdings nicht erarbeiten.

Zu den Verlierern gehört auch die SPD. Bei den Erststimmen vermochte es die Wahl-Brunnenerin und SPD-Kreisvorsitzende Astrid Welter-Herzberger nur ganz knapp, die sozialdemokratische Stammwählerschaft zu motivieren, trotz schönem spätherbstlichen Wetter die Wahllokale aufzusuchen. Gerade einmal 14,64 Prozent der Wahlbürger gaben der Rheinland-Pfälzerin ihre Stimme für ein Landtagsmandat. Das hat Welter-Herzberger nun verfehlt.

Vom frischen Wind, der schon zur Kommunalwahl im März durchs Land pfiff, profitierte Gerolsbachs Schlagerstar Claudia Jung. Schon in ihrem heimischen Wahllokal in der Gerolsbacher Grundschule strahlte Jung am Vormittag Zuversicht aus. Die Gemeinde- und Kreisrätin mobilisierte aus dem Stand immerhin 18,16 Prozent der Wähler im Stimmbezirk. Wenn sie nicht in den Landtag komme, so Jung noch beim Wahlgang, gehe die Welt nicht unter. "In fünf Jahren bin ich wieder da", kündigte die bekannte Sängerin an. Möglicherweise muss sie solange nicht warten. Auf der oberbayerischen Liste der Freien Wähler ist sie gut positioniert. Das genaue Ergebnis wird für Dienstag erwartet.

Auch wenn der Trend für die Freien Wähler seit einem halben Jahr positiv ist, so zeigt sich im Stimmkreis allerdings, dass Prominenz nicht das alleinige Attribut für Wahlerfolg zu sein scheint. In ihrer Heimatgemeinde Gerolsbach hat Jung mit 28,19 Prozent die meisten Stimmen bekommen. Übertroffen wird sie – auch, wenn der Vergleich ein wenig hinkt – nur noch von Werner Lemal bei der Bürgermeisterstichwahl in Schrobenhausen: Der holte in seinem Heimatdorf Edelshausen mehr als 80 Prozent der Stimmen.

Schrobenhausens FDP-Ortsvorsitzender Oliver Brockmann freute sich schon auf die Auszählung: "Hauptsache die FDP ist an der Regierung beteiligt." So weit ist es noch nicht. Aber die Liberalen durften sich gestern nach dem erfolgreichen Einzug in den Landtag bei den Wahlsiegern einreihen. Ihr Erststimmenbewerber Nikolaus Kühn sammelte im Stimmkreis ansehnliche 7,04 Prozent.

Die Bündnisgrünen – in Schrobenhausen und dem Umland spielten sie zumindest bei der Kommunalwahl keine Rolle – konnten ihren Stimmenanteil gestern bei der Landtagswahl ausbauen: Direktkandidat Roland Dörfler blieb mit 7,01 Prozent dem FDP-Kandidaten dicht auf den Versen.


Von Jürgen Spindlerund Robert Schmidl

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