Montag, 19. November 2018
 

 

28.09.2008 23:36 Uhr | x gelesen
    Drucken Text vergrößern

Albert Füracker gewinnt Mandat


Bild: Albert Füracker gewinnt Mandat .  Neumarkt (DK) \

Neumarkt (DK) "Es ist ein schwarzer Tag für die CSU", so brachte MdB Alois Karl das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern gestern Abend auf den Punkt. Der Ortsverband der Neumarkter CSU hatte seine Mitglieder zur Wahlparty ins Johanneszentrum geladen.


Gedämpfte Stimmung herrschte bei der Wahlparty. Zwar zieht Albert Füracker ins Landesparlament ein, doch mussten die Christsozialen arge Stimmenverluste hinnehmen. - Foto: Eßmann
Doch angesichts der Ergebnisse, die per Beamer auf die Leinwand projiziert wurden, wollte keine Feierlaune aufkommen. Betretene Gesichter beherrschten das Bild – bis bekannt wurde, dass Albert Für-acker als Direktkandidat in den Bayerischen Landtag einziehen wird. Über den bayernweiten Trend war auch Albert Deß, Europaabgeordneter in Brüssel, sehr enttäuscht.

Zwar hatte er vor der Wahl nicht mit einem Spitzenergebnis gerechnet, doch 47 oder 48 Prozent hatte er schon erwartet. "Aber das ist das Wesen der Demokratie, das muss man akzeptieren", erklärt der erfahrene Politiker pragmatisch. Verantwortlich für die deutliche Niederlage sind seiner Meinung nach mehrere Fehler, die sich die CSU in den vergangenen Jahren geleistet hat: "Beim Rückzug Stoibers aus Berlin und beim Rauchverbot hat die CSU keine gute Figur gemacht", so Deß. Allerdings sei er enttäuscht, dass die Wähler die erfolgreiche Arbeit der Partei zum Beispiel in der Haushaltspolitik nicht entsprechend honoriert hätten. Für Füracker freue er sich und er gehe davon aus, dass der Lupburger das Vertrauen der Wähler nicht enttäuschen werde.

"Albert Füracker hat nach einem einsatzfreudigen Wahlkampf ein gutes Ergebnis erzielt", kommentierte MdB Alois Karl das Wahlergebnis. Dass die CSU in Bayern die absolute Mehrheit deutlich verfehlt hat, hat Karl jedoch überrascht. "Huber und Beckstein haben gute Arbeit geleistet, deshalb war ich vor der Wahl sehr optimistisch. Doch auch angesichts eines schmerzlichen Ergebnisses darf man den Kopf nicht verlieren", so Karl.

Als Wahlsieger des Abends hatte Füracker allen Grund zum Feiern: Nach 20 Jahren ehrenamtlicher Parteiarbeit hat er als Direktkandidat den Einzug in den Bayerischen Landtag geschafft. Doch zur Freude über den persönlichen Erfolg gesellt sich auch Trauer über das schlechte Abschneiden seiner Partei: "Ich habe die Stimmung im Wahlkreis in den letzten Wochen deutlich gespürt und deshalb 45 Prozent prognostiziert, aber heute ist ein schwarzer Tag für die CSU", so Füracker. Dass es so nicht weitergehen kann, steht für Füracker fest: "Es riecht nach Veränderung, eine Diskussion über Personen darf und muss geführt werden."

"Wir haben unser Ergebnis gehalten", kommentierte Carolin Braun, die Kandidatin der SPD aus Dietfurt das Ergebnis. "Das ist erst mal positiv, auch wenn wir uns mehr erhofft hatten. Ich bedanke mich ausdrücklich für die vielen Stimmen, vor allem aus Dietfurt, die ich erhalten habe." Ihr Dank ging an die Genossen im Landkreis. "Besonders genannt seien der Neumarkter Ortsverein, mit Gertrud Heßlinger an der Spitze und in Dietfurt der Orgaleiter Gerd Lindl.

"Besonderer Dank gilt auch meiner Familie", so Braun weiter. Sie habe nicht nur geholfen, sie habe auch viel ohne sie auskommen müssen.

"Dem gewählten Direktkandidaten Albert Füracker konnte ich leider heute Abend nur schriftlich gratulieren, denn ich befinde mich auf einer dreitägigen Fortbildung in Bremen. "Ich hoffe, dass Albert Füracker in München die Interessen des gesamten Landkreises Neumarkt und aller Gruppierungen gut vertreten wird", so Braun weiter. "In der SPD werden wir in den kommenden Tagen die Wahlergebnisse noch genau analysieren und sehen, wo Stärken und Schwächen sind. Eines ist klar: Die Wähler wollten der CSU einen massiven Denkzettel verpassen. Es ist uns aber von der SPD nicht gelungen, davon zu profitieren."

Das könne nicht an den Inhalten und auch nicht an den Personen gelegen haben. Wir müssen dafür sorgen, dass Vorbehalte gegen die SPD in Bayern, die sich seit Jahrzehnten halten, endlich begraben werden. Das wird unsere Aufgabe sein. Die frustrierten CSU-Wähler sind vielmehr zu den Freien Wählern abgewandert.

Die Freien Wähler haben jetzt fünf Jahre lang die Gelegenheit, unter Beweis zu stellen, dass sie auf Landesebene Konzepte haben.


Von Daniela Eßmannund Ursula Kirschner

Drucken  Drucken Artikel weiterempfehlen  Empfehlen Artikel verlinken  Artikel verlinken

Wenn Sie diesen Artikel von donaukurier.de verlinken möchten, können Sie einfach folgenden HTML-Code verwenden:

 

Vorlesen  PDF speichern  Leserbrief schreiben   Leserbrief Kommentare lesen/schreiben  Kommentieren
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!