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28.09.2008 23:51 Uhr | x gelesen
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Für die FW wird ein Traum wahr


Neuburg (DK) Die Freien Wähler ziehen in den Landtag, die Grünen haben zugelegt, die FDP sich dramatisch gesteigert. Die Reaktionen der Protagonisten fielen auch im Landkreis unterschiedlich aus.


Landrat Roland Weigert war mit dem FW-Kreisvorsitzenden Klaus Brems on tour. Der Zutritt ins Maximilianeum wurde ihnen zwar verwehrt, doch das tat der Freude keinen Abbruch. "Wir haben besser abgeschnitten als in den kühnsten Träumen", sagte Brems. "Sieben oder acht Prozent haben wir erwartet und erhofft." Dann ist es doch mehr geworden. Brems freut sich, dass von der CSU "ein paar Figuren nicht mehr drin sind." "Mehr als ein positives Ergebnis", bilanziert auch Roland Weigert (FW). "Viele Wähler suchen eine bürgerliche Mitte. Das hat sich schon bei den Kommunalwahlen gezeigt. Und das zeigt sich nun auch auf Landesebene." Nach seinem Abstecher zur Wahlparty in den Münchener Unionsbräu, besuchte Weigert noch die Weggefährten in Pfaffenhofen und Ingolstadt.

Angesichts des Landesergebnisses war auch Landtags-Direktkandidat Stefan Walter (Grüne) aus Neuburg "ganz glücklich". Selbst wenn es für ihn persönlich gestern Abend noch nicht nach einem Einzug ins Maximilianeum aussah, freute er sich doch von Herzen: "Die CSU ist katastrophal eingestürzt. Das ist toll." Auch wenn einige Grünen-Stimmen bei den Freien Wählern oder der FDP hängen geblieben seien, "haben wir doch tolle Gewinne gemacht", sagte Walter, der mit Parteifreunden in Ingolstadt bei Orangensaft das überraschende Ergebnis feierte.

So richtig nach Fete war Landtagskandidatin Astrid Welter-Herzberger aus Brunnen nicht zumute. "Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagte die SPD-Kreisvorsitzende nach den ersten Hochrechnungen, die eine leichte Abwärtsbewegung ihrer Partei ergaben. "Ich hätte mir für die SPD mehr erhofft."

Bei der CSU sind offensichtlich Stimmen zu allen anderen Parteien gewandert. Die Union stürzte auch im nördlichen Landkreis ab. Wo ehemals beim Zweitstimmen-Ergebnis eine 6 am Anfang stand, kam sie diesmal kaum mehr über die 50 Prozent hinaus. Lediglich in Rennertshofen und Bergheim behaupteten sich die Christsozialen mit einem Ergebnis jenseits der 50 Prozent. In Burgheim brach die Union von 75,43 auf 49,35 Prozent ein. In der Kreisstadt Neuburg bekam die CSU nur 45,28 Prozent, Generalin Christine Haderthauer 44,42 Prozent.

MdL Rudi Peterke war gestern Abend "sehr enttäuscht. Der Absturz der CSU ist fatal. Da gibt es nichts zu beschönigen." Der Polizeibeamte aus Schrobenhausen, der zwölf Jahre im Maximilianeum saß, bilanziert: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen." Der CSU-Kreisvorsitzende hat kaum realistische Chancen über die Liste in den Landtag zurückzukehren. Für ihn heißt es abwarten. Peterke: "Demut ist die wichtigste Eigenschaft für einen Politiker."


Von K. P. Frank

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