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06.12.2006 19:51 Uhr | x gelesen
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Wenn der Festtagskaffee kaum bezahlbar ist


Eichstätt (EK) Gerade zur Weihnachtszeit wird armen Familien ihre Not bewusst: Wenn Geschenkwünsche der Kinder in unerreichbare Ferne rücken und das Geld kaum zum Festtagskaffee reicht. Und Armut ist auch in Eichstätt sichtbar.


Seit dreieinhalb Jahren hilft hier die Eichstätter Tafel, die jeden Mittwochnachmittag Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Um sich in die stets schon vor der Tür an der Westenstraße 69 wartende Kundschaft einreihen zu können, brauchen die Bedürftigen einen Bezugsschein, den sie beim Evangelischen Pfarramt oder in der Caritas-Kreisstelle bekommen können. In der Regel sind es Hartz-IV-Empfänger, Arbeitslose oder Menschen, die die Grundsicherung erhalten und im Durchschnitt nicht mehr als 380 Euro pro Person monatlich zum Leben haben. Und: "Es sind immer mehr Kinder", stellt die Ladenschefin Angelica Barone fest.

Etwa 120 Erwachsene und 40 Kinder werden derzeit wöchentlich mit einem Essenspaket der Eichstätter Tafel versorgt. Am gestrigen Nikolaustag konnten sie sich neben Nudeln, Saft, Brot, Gemüse, Dosen und ähnlichem, das etwa für eine Woche reichen kann, auch über eine Tüte mit Plätzchen und einen Schokonikolaus freuen.

Fotografieren lassen sich die Bedürftigen bei der Essensvergabe ungern – viele genieren sich doch etwas. Dabei gibt es gar keinen Grund dafür, betont Angelica Barone: Jeder, der seine Bedürftigkeit nachweisen kann, ist gerne bei der Tafel willkommen: "Wir sind ja da, um zu helfen und zu geben."

Die etwa 20 ehrenamtlichen Helfer des Tafel-Vereins sind beim Verteilen freilich auf das angewiesen, was sie selbst auftreiben können. Angelica Barone kann sich jedoch darüber freuen, dass sich die Tafel seit ihrer Gründung hier schon gut etabliert hat: Von den Bäckereien und Supermärkten gibt es wöchentlich zwei Auto-Ladungen voll Nahrungsmittel: oft freilich Güter wie Joghurt oder ähnliches, das vom Haltbarkeitsdatum nicht mehr lange aufgehoben werden kann.

Deshalb muss der Verein immer Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Mehl und ähnliches dazukaufen. Und dafür sind Geldspenden willkommen und gut angelegt, sagt Angelica Barone.

Aber auch über verschiedene Aktionen von Schulen freut sich der ehrenamtlich arbeitende Verein: Etwa die Lebensmittelgaben von Mädchen aus der Klasse ohne Ausbildungsvertrag der Berufsschule, die zusammen mit ihrer Kochlehrerin ein Spendenpaket geschnürt haben, oder die Sammelaktionen, die die Malteser-Jugend in der Vergangenheit bereits in Supermärkten durchgeführt hat.

Dass der Laden recht effektiv läuft, liege, so erklärt Barone, auch am guten Zusammenhalt des Tafel-Teams. Die Motivation zum ehrenamtlichen Engagement? "Mein Leben verläuft so gut, da möchte ich ein bisschen davon abgeben", sagt zum Beispiel Renate Kiesewetter beim fleißigen Packen der Lebensmittelkisten.

"Wir freuen uns über jede Unterstützung", sagt Angelica Barone. "Die sinnvollste Spende ist tatsächlich: Haltbare Nahrungsmittel oder Geld."

Deshalb unterstützt auch der DONAUKURIER im Rahmen seiner "Vorweihnacht der guten Herzen" heuer die Eichstätter Tafel. Wer sich an der DK-Spendenaktion beteiligen möchte, kann dies bei obiger Kontonummer gerne tun; zur ausdrücklichen und gezielten Unterstützung der Tafel bitte das Stichwort "Eichstätter Tafel" auf dem Überweisungsträger angeben. Näheres zu der DK-Aktion gibt es im Internet unter www.donaukurier.de/vorweihnacht. Dort kann auch online gespendet werden.

 


Eichstaetter Kurier

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