Donnerstag, 13. Dezember 2018
 

 

11.07.2006 18:12 Uhr | x gelesen
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71. Adieu, Rudi


Bild: 71. Adieu, Rudi.  Er war ein ganz Großer: Rudi Carrell hat Generationen gezeigt, wie Fernsehen funktioniert. Vor allem seine ihm ganz eigene Vorstellung von Spontaneität wird fehlen.

Er war ein ganz Großer: Rudi Carrell hat Generationen gezeigt, wie Fernsehen funktioniert. Vor allem seine ihm ganz eigene Vorstellung von Spontaneität wird fehlen.


„Was machen Sie beruflich?“ - so lautete die erste Frage, wenn Rudi Carrell einen neuen Kandidaten ins Rampenlicht rückte. Manchmal auch: „Sitzen Sie bequem?“ Dann setzte er – wie aus dem Nichts – diese unfassbare Spürnase ein: „Fahren Sie manchmal mit dem Kanu auf dem Amazonas?“, fragte er dann. Oder: „Haben Sie schonmal auf dem Mount Everest einen Handstand gemacht?“ - und, man mag es kaum glauben die Kandidaten legten los: „Erst letzten Monat war ich unterwegs und habe mit Freunden eine Tour gemacht: mit dem Kanu auf dem Amazonas!“ Nein! Fassungslos fällt der Fernsehzuschauer in seinem Sessel zurück, dass die Federkerne quietschen. Wie hat er es nur immer wieder erraten, der Rudi! Und natürlich hatte der andere seinen Handstand vollführt.

„Doll!, sagte der Rudi dann manchmal und lachte. Keiner konnte das wie er. Er ging immer gut mit seinen Kandidaten um, er verletzte nie die guten alten Regeln des Showgeschäfts. Und wenn er doch einmal Witze auf Kosten anderer machte, kam gleich einer hinterher, bei dem er selbst der Gelackmeierte war. Rudi Riese.

Er hatte ein untrügliches Gefühl für die Zeit, für Zeitgeist, für Gefühle, für Momente, für die Menschen. Rudi Carrell – er wird fehlen.


 


 

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sind unter www.donaukurier.de/kolumne nachzulesen.
Kontakt: presssack@donaukurier.de



Von Mathias Petry

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