Donnerstag, 13. Dezember 2018
 

 

17.02.2006 00:02 Uhr | x gelesen
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52. Nicht wie Fußball


Bild: 52. Nicht wie Fußball.  Ist es nicht schön, schwitzenden Menschen beim Sporteln zuzuschauen? Die Olympischen Spiele laufen auf Hochtouren, und man gar nicht so schön  seinen Senf dazu geben wie beim Fußball. Oder doch…?

Ist es nicht schön, schwitzenden Menschen beim Sporteln zuzuschauen? Die Olympischen Spiele laufen auf Hochtouren, und man gar nicht so schön seinen Senf dazu geben wie beim Fußball. Oder doch…?


Leider ist es ja schon so, dass es einfacher ist, einen Ball fünfmal auf dem Fuß zu kicken oder hie und da gen Torwand zu schießen, als sich auf einen ungepolsterten Schlitten zu legen und kopfüber durch den Eiskanal zu fetzen. Die haben doch einen Knall, und Fußballer haben nur bedingt einen Knall. Oder die anderen, die auf Glatteis lustige Salti zu schlagen, oder, wenn einem das zu mädchenhaft ist, auf anderem Glatteis um die Wette zu rennen. Wer begibt sich schon freiwillig auf Glatteis?

Beim Fußball, da kann man mitreden, aber bei diesen Wintersportarten ist das schon viel schwieriger. Man tut das eben nicht so eben. Unsereins mag ja vielleicht einmal die Streif packen, aber wer´s im Schuss tut, der hat doch selbigen. Da hört sich doch alles auf, bei diesem Wahnsinn, oder!

Und diese Skispringer erst. Früher, als es noch keine elektrische Weiteneinblendung gab, wurde einem ja gar nicht richtig bewusst, was diese Wahnsinnigen da tun, weil man im geheizten Wohnzimmer damit beschäftigt war, die Weite zu schätzen. Da hatte man keine Zeit, auf Absprung und Haltung zu achten, da ging es darum, die Entfernung richtig zu tippen und selbst zum Helden zu werden. Jetzt, da schaut man denen zu, fliegt fast mit und weiß, dass man das eigentlich lieber lassen möchte.

Wir lernen: Winterolympiade zu schauen, ist deutlich theoretischer als Fußball. Spaß macht´s aber trotzdem, gell? Und nicht nur, weil die draußen im Kalten sind und wir uns derweil den Allerwertesten am Kachelofen reiben können. Nein, es macht schon Spaß, mit den Wahnsinnigen mitzufiebern, die kein Risiko kennen. Und wenn Anni Gold holt, ist alles noch ein Stückchen schöner.

Zum Glück gibt es unter all den Tieren bei den Turiner Spiele aber auch diese beiden japanischen Snowboarder, die als Seriensieger und Superstars antraten, und, als sie ihre Mega-Show auf dem Weg zu Gold bieten wollten, auf die Schnauze fielen und Schnee fraßen. Wir sind halt eben doch alle nur Menschen. Nicht traurig sein, Ihr Snowboarder. Dabei sein ist auch ne ganze Menge. Dabei sein am Fernseher tut definitiv nicht so weh.


 


 

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Von Mathias Petry

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