Donnerstag, 13. Dezember 2018
 

 

10.12.2005 18:55 Uhr | x gelesen
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46. Killergruppe


Bild: 46. Killergruppe.  Da schimpfe noch einer über Lothar Matthäus. Als Bundestrainer wollten wir ihn nicht, und jetzt beschert er uns einen Aufbaugegner für den WM-Start. Er, einer der besten Fußballer aller Zeiten, ist viel zu gut zu uns. Wenn es allerdings dann doch kein 7:0 gegen Costa Rica gibt (1:0, 2:0 Huth angetrieben vom überragenden Keeper Olli Kahn, 3:0 Schweinsteiger, 4:0, 5:0 Deisler, 6:0, 7:0 Poldi, der in der 70. Minute für den erfolglosen Klose gekommen sein wird), sondern ein schmähliches 0:0 (Die Ausreden würden dieselben sein wie immer: WM-Auftaktspiele haben bei guten WMs noch immer enttäuscht), dann war er doch schuld an allem, der Loddar.

Da schimpfe noch einer über Lothar Matthäus. Als Bundestrainer wollten wir ihn nicht, und jetzt beschert er uns einen Aufbaugegner für den WM-Start. Er, einer der besten Fußballer aller Zeiten, ist viel zu gut zu uns. Wenn es allerdings dann doch kein 7:0 gegen Costa Rica gibt (1:0, 2:0 Huth angetrieben vom überragenden Keeper Olli Kahn, 3:0 Schweinsteiger, 4:0, 5:0 Deisler, 6:0, 7:0 Poldi, der in der 70. Minute für den erfolglosen Klose gekommen sein wird), sondern ein schmähliches 0:0 (Die Ausreden würden dieselben sein wie immer: WM-Auftaktspiele haben bei guten WMs noch immer enttäuscht), dann war er doch schuld an allem, der Loddar.


Aber, nein, das wird schon laufen. Loddar ist ein Siegertyp. Beckenbauer, der wie keiner sonst elegant mit dem Außenspann schießt, sowieso. Klinsmann kann ganz toll in Tonnen treten und american team spirit einhauchen. Also, das sieht schon ganz gut aus.


Allerdings ist damit zu rechnen, dass sie Polen rennen bis sie Kotzen, und Ecuador wird ein Tiefentraining am Toten Meer absolviert haben, um auch ohne Höhenluft 90 Minuten sausen zu können. Und gerade die einfachen Gegner, die stellen sich ja immer hinten rein. Die mauern nur und sind extrem schwer zu spielen. Da kommt man doch gar nicht richtig durch, wenn die Costa Ricanienser den Strafraum nicht verlassen. Und der Ballack, der wird sich noch kurz vor dem WM eine eklige Sommergrippe zuziehen und hoffentlich für das Viertelfinale gegen England zur Verfügung stehen, das den Gruppensieg durch das 0:4 gegen Schweden verspielt.

Es gibt eben doch noch viele Wenns und Abers. Aber das macht nichts. Die anderen sind zu Gast bei Freunden, da fällt es dann vielleicht nicht so auf, dass die deutsche Nationalmannschaft nicht nur Freunde hat. Seit Vogts weg ist, seit Völler das Handtuch warf werden es ja wieder mehr.

Drum steht folgendes Ergebnis zu erwarten: Nach dem 7:0 gegen Costa Rica gibt es den Dämpfer gegen Polen, nämlich ein 1:1 in einem Grottenkick. Bild zerreißt Klinsi in der Luft, weil er Mehmet Scholl zu Hause gelassen hat, den einzigen, der den Ballack-Ausfall hätte egalisieren können. Danach reißt sich das Team zusammen, putzt Ecuador 5:0 weg. Im Viertelfinale gewinnt Deutschland im Elferschießen gegen England, und Simon Jentzsch, der Kahn wegen einer Verletzung in der 55. Minute ersetzen muss, hält den entscheidenden Schuss von Scholes, worauf die Engländer entscheiden, die Deutsche Nationalhymne zu übernehmen, bayerisch zu lernen und das Wembleystadion in Teamgeist umzunennen.

Wie es dann weitergeht? Das hängt davon ab, wie schnell Ballack seine Sommergrippe los wird. Ein Genesungstipp: Er sollte möglichst viel Chorizo essen, jene spanische Hausmacher-Salami, die im Idealfall so scharf ist, dass sie einem alles raushaut. Die Mama der madrilenischen Pflegefamilie, in die er nach Saisonschluss in Deutschland eingezogen ist, kennt da einen ganz tollen Metzger…


 


 

Was ist eigentlich dieser Presssack?
Alle früheren Folgen der DK-Online-Kolumne
sind unter www.donaukurier.de/kolumne nachzulesen.



Von Mathias Petry

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