Sonntag, 16. Dezember 2018
 

 

23.01.2005 14:46 Uhr | x gelesen
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12. Mo und Mo und tschüß


Bild: 12. Mo und Mo und tschüß.  Mo(si) sah gut aus in den aufwändigen Gehröckchen, die der Herr Mo(zart) einst auch getragen haben dürfte. Hier ein Abnähtchen, dort ein Reverchen, oben ein Assecoirchen und natürlich ein Plisséechen. Und der Hut erst. Zarts war – zumindest in den Filmen – eher grau oder weiß oder sonstwie, während Si sich lieber schwarz am Kopf zeigte. Nicht gefärbt, nein. Und auch nicht getönt, außer vielleicht an den Seiten. Damit diese Diskussion gar nicht erst aufkam, gab es ja den Hut, der dem Kanzler wahrscheinlich nicht stehen würde.

Mo(si) sah gut aus in den aufwändigen Gehröckchen, die der Herr Mo(zart) einst auch getragen haben dürfte. Hier ein Abnähtchen, dort ein Reverchen, oben ein Assecoirchen und natürlich ein Plisséechen. Und der Hut erst. Zarts war – zumindest in den Filmen – eher grau oder weiß oder sonstwie, während Si sich lieber schwarz am Kopf zeigte. Nicht gefärbt, nein. Und auch nicht getönt, außer vielleicht an den Seiten. Damit diese Diskussion gar nicht erst aufkam, gab es ja den Hut, der dem Kanzler wahrscheinlich nicht stehen würde.


Der eine machte – und diesen Kalauer darf man in solchen Mo(menten) keinesfalls auslassen – in Mo(sik), der andere in Mo(de). Der eine wurde verscharrt, der andere verewigt, doch wer deswegen länger bleibt, das ist eine andere Frage. Was die beiden am Ende ihres irdischen Weges zweifelsfrei gemeinsam haben, formulierten die beiden Liedermacher Kurt Schwarzbauer und Ludwig Hofberger dereinst so: „Resquiescat in pacem – ruhe im Batz drin!“

Das wird anderen nicht anders gehen, Königen wie Presssäcken. Kleinere Unterschiede gibt es beim Wie. (Mo)zart landete irgendwo, (Mo)si im Mausoleium. Zart wurde höchst unzart auf dem Ochsenkarren verfrachtet, Si wurde wie ein König zu Grabe promeniert und hinterließ wenig Steigerungsmöglichkeiten.

Wenn der Mo(dezar) schon so geehrt wird, was wird München erst mit anderen großen Bayern tun? Wird für Beckenbauer dereinst die Leopoldstraße mit Rollrasen ausgelegt? Wird für Olli K. das Siegestor in ein Fußballtor verwandelt? Wird sein Grab 2,53 Meter hoch und neun Meter irgendwas breit sein? Wenn Mosi vor seinem Laden einige Minuten verweilte, wie lange wird dann Stoibers Sarg einst vor der Staatskanzlei stehen müssen? Und der Wildmoser? Und der Ude? Und, du meine Gute. Da möchte man doch noch lange leben, um sich solcherlei Stress nicht aussetzen zu müssen!

Was ist eigentlich dieser Presssack? Alle früheren Folgen der DK-Online-Kolumne sind unter www.donaukurier.de/kolumne nachzulesen.     


Von Mathias Petry

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