Sonntag, 16. Dezember 2018
 

 

23.12.2004 22:55 Uhr | x gelesen
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5. Harald, Weihnachtsmann


Bild: 5. Harald, Weihnachtsmann.  Alles ist eine Frage der Sichtweise. Man kann sich wundern, wie Elfriede Jelinek für ihre unsäglichen, therapeutischen Quälergüsse den Literaturnobelpreis bekommen konnte, oder man kann Peter Handtke einblenden und die Antizipation provozieren, wer ein würdiger Preisträger gewesen wäre.

Alles ist eine Frage der Sichtweise. Man kann sich wundern, wie Elfriede Jelinek für ihre unsäglichen, therapeutischen Quälergüsse den Literaturnobelpreis bekommen konnte, oder man kann Peter Handtke einblenden und die Antizipation provozieren, wer ein würdiger Preisträger gewesen wäre.


Harald Schmidt ist zurück, und das ist auch gut so (übrigens ein oft falsch verwendetes Zitat. Herr Wowereit sagte: „auch“!!! Und das ist auch wichtig, er hat sich das wohl überlegt).

Ja, es ist gut so. Weil er das Korrektiv für die betriebsverblendete deutsche Tunnelsicht ist. Weil er die Scheuklappen wegreißt, indem er die Menschen zum Andersdenken einlädt. Weil er das System gebraucht, um das System zu entlarven. Weil er sich so freigeschwommen hat, dass er Naziwitze machen kann, während andere noch an der Frage verzweifeln, wie sie sich freischwimmen können, um Naziwitze machen zu können. Weil er solche Naziwitze nicht grundlos macht, sondern sie benutzt, um Denke aufzubrechen, um Deutschland vorwärts zu bringen.

Er hat ja so Recht: Es muss aufwärts gehen mit Deutschland, und das funktioniert am besten, indem man die Menschen glauben lässt, dass es bereits aufwärts gegangen ist. Keiner beherrscht den zweihirnhälftigen Doppeldenker wie Harald Schmidt. Jeden Euphemismus kleidet er in sehnsüchtige Wunschdenke und karikiert ihn noch in der Sekunde, in der er ihn als die einzige Wahrheit bewiesen hat.

Die Pause hat ihm weder gut getan, noch geschadet. Er macht einfach da weiter, wo er aufgehört hat, als wäre er nie weg gewesen. Und doch hat er Deutschland in jenen 52 Wochen Resturlaub gefehlt.

Jetzt geht es aufwärts mit Deutschland. Bei der ARD hat der Aufschwung am 23. Dezember 2004 um 21.45 Uhr schon begonnen. Es lebe der UEFA-Cup beim DSF, danke lieber Weihnachtsmann. Besser kann Weihnachten nicht losgehen.

Das war der Presssack Nr. 5. Wer seinen Senf dazu geben möchte, ist eingeladen, das unten auf dieser Seite im Forum zu tun.

Alle früheren Presssack-Folgen sind unter www.donaukurier.de/kolumne nachzulesen. 


Von Mathias Petry

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