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22.04.2005 18:00 Uhr | x gelesen
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Quellmalz startet beim Halbmarathon


Ingolstadt (zm) "Teilnehmen ist alles, für mich zählt rein der olympische Gedanke", sagt Udo Quellmalz, Olympiasieger und Weltmeister im Judo. Mit diesem Vorsatz will der 38-jährige am heutigen Samstag beim Halbmarathon starten. Ein paar Freunde hätten ihn überredet, beim Lauf mitzumachen. "Um mich nicht zu blamieren, habe ich mit ihnen einige Male gejoggt", gibt er lächelnd zu.


Doch blamieren wird er sich bestimmt nicht, wenn er vielleicht auch nicht zu den Besten zählt. Denn über lange Jahre hat sich bei Quellmalz alles um Judo gedreht. Im Alter von 17 Jahren wurde er 1984 Junioreneuropameister in Spanien. Dieses Erlebnis war entscheidend für seine sportliche Laufbahn. "Als ich das geschafft hatte, dachte ich mir: Ich könnte noch mehr erreichen, wenn ich mich dahinter klemme." Das tat er, und es lohnte sich: Er wurde Vizeweltmeister in Belgrad (1989), holte Bronze bei den Olympischen Spielen in Barcelona (1992), war Dritter bei der Weltmeisterschaft in Canada (1993) und Weltmeister in Tokio (1995). Dieser Titel war ein besonders wichtiger in seiner Karriere. "Das war ein phantastisches Erlebnis. Im Finale besiegte ich einen Japaner vor 8000 Zuschauern. Und das sogar in Japan, dem Mutterland des Judo", sagte der gebürtige Leipziger.

Bei den Olympischen Spielen im Jahr 1996 in Atlanta zeigte er noch einmal sein Können im Judo und wurde Olympiasieger. Das sei sportlich der größte Moment gewesen, sagt Quellmalz, da fühlte er sich am Ziel seiner Träume. Überhaupt erinnert er sich gerne an Olympische Spiele zurück: "Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, weil alle Sportarten vertreten sind. Und dann diese Atmosphäre!" Nach Atlanta musste er sich entscheiden, ob er weitermache bis Olympia 2000 in Sydney und noch einmal Gold angehe.

1997 Karriere beendet

Doch mit damals 29 Jahren ist man in diesem Sport nicht mehr der Jüngste. Er beendete seine internationale Karriere 1997, blieb jedoch weiterhin aktiv beim MTV und kämpfte für Punkte in der Bundesliga. Im darauf folgenden Jahr kam dann ein Angebot aus Großbritannien: Der Job des Trainers und Sportdirektors für die britische Nationalmannschaft lockte ihn auf die Insel.

Quellmalz baute in der Nähe von London eine Sportakademie für Junioren ab 17 Jahren auf. Und seine Schützlinge erzielten Erfolge: Craig Fallon wurde in Japan 2003 Vizeweltmeister, und Sophie Cox erreichte ein Jahr später in Rumänien den zweiten Platz bei den Europameisterschaften. "Darauf bin ich stolz", sagt Quellmalz heute.

Nach sechs Jahren ist der diplomierte Sportlehrer wieder zurückgekommen nach Ingolstadt, wo es ihn 1991 zum ersten Mal hin verschlug. In dieser Stadt fühle er sich wohl und es "lässt sich gut leben". Nach über 30 Jahren als aktiver Judoka will der begeisterte Mountainbiker jetzt erst mal etwas Abstand gewinnen. "Wenn man eine Sache sehr intensiv macht, dann kommt die Zeit für andere Dinge." Was das sein wird, steht noch offen. Ein Ziel jedoch hat er schon: die Teilnahme am Halbmarathon Und neben dem olympischen Gedanken verfolgt er noch ein weiteres Motto: "Man kann nur versuchen, das Beste zu geben."




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