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01.09.2005 20:21 Uhr | x gelesen
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Der DONAUKURIER hilft Schulabgängern bei Stellensuche


Ingolstadt (DK) Anfang August hat der DK 73 Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle vorgestellt . Ziel dieser Aktion war, den Jugendlichen eine zusätzliche Chance zu geben. Was ist aus ihnen geworden? Wir haben 50 von ihnen befragt.


Mehr als die Hälfte, genau 33, konnten bis zum 1. September keine Lehrstelle finden. Dabei schrieb jeder im Durchschnitt 46 Bewerbungen – al s Antwort kamen nur Absagen. Verständlich, dass ein Großteil nun frustriert ist: 23 haben keine Hoffnung mehr, noch etwas zu finden. Nicht nur die fehlende Lehrstelle, sondern auch d ie Agentur für Arbeit sorgt für trübe Stimmung. Viele Eltern sind von der Unterstützung und der Stellenvermittlung enttäuscht. "Man darf die jungen Leute doch nicht im Stich lassen", wird geklagt.

Die Jugendlichen erzählen von ihren E rfahrungen : Vermittler , die in der letzten Augustwoche, also in der kritischen Phase, im Urlaub sind; die nach zwei Monaten erst merken, dass die Lehrstellensuchende nicht im Computer registriert ist; die stundenlang nicht erreichbar sind . Insgesamt 15 junge Leute ohne Lehrstelle sind absoult unzufrieden mit der Agentur für Arbeit. Die Kommentare reichen von einem ver wunderten "die sind ja total verplant" bis zu einem empörten "die kann man in der Pfeife rauchen".

 


 

Diese Schulabgänger suchen einen Ausbildungsplatz.

 


 

Dabei spielt der zuständige Vermittler eine wichtige Rolle. Von ihm hängt es ab, ob der Jugendliche das Gefühl hat, dass ihm jemand wirklich helfen will , oder dass es keinen Sinn macht, sich von Termin zu Termin zu quälen. Neun Lehrstellensuchende zum Beispiel hatten keinen Grund sich über das Arbeitsamt zu beschweren. "Ich habe sehr gute Angebote vermittelt bekommen, und gemerkt, dass der Berater sich wirklich um mich kümmert", erzählen einige. Weitere neun Jugendliche fanden die Bemühungen des Arbeitsamt "ganz in Ordnung". Zwar haben die jungen Leute mehrere Stellenangebote bekommen. Diese waren aber entweder schon längst vergeben, oder die Schulabgänger ha tt en sich beim jeweiligen Betrieb schon vorher beworben – und, eine Absage erhalten. "Wenns keine Stellen gibt, dann können die im Arbeitsamt ja nicht viel machen", erzählt eine Mutter.

Es ist aber nicht so, dass alle Frustrierten nun zu Hause bleiben. Mehr als die Hälfte nutzt die Möglichkeit der "Einstiegsqualifizierung für Jugendliche" (EQJ). Im Rahmen dieses Sonderprogrammes arbeiten Jugendlichen sechs bis zwölf Monate in einem Betrieb. Das Praktikum kann auf die anschließende Berufsausbildung angerechnet werden. " Man muss am Ball bleiben, sonst versumpfen die Jugendlichen ", sagt eine engagierte Mutter . Viele haben sich entschlossen auf die Fachoberschule zu gehen. "Mit einer besseren Bildung habe ich bestimmt mehr Chancen", hofft eine ehemalige Realschülerin.

17 Schulabgänger hatten das Glück eine Lehrstelle zu bekommen. Dabei mussten sie im Schnitt 42 Bewerbungen schreiben. Auch bei ihnen steht die Arbeitsagentur in einem eher schlechten Licht. "Irgendwann habe ich mich entschlossen, selbst weiter zu suchen. Und dann hat es auch geklappt", wird erzählt. Sie alle sind s eh r gut gelaunt, sehr erleichtert, und sehr gespannt auf ihren ersten Arbeitstag. Von den 17 neuen Lehrlingen haben sechs ihre Stelle wegen der Anzeige im DK erhalten. "Am Erscheinungstag haben wir vier Anrufe von Betrieben bekommen", erzählt eine erleichterte Mutter. Diese Aktion kam bei fast jedem Teilnehmer gut an. Sonst sind sich aber alle einig: Sowas sollte jedes Jahr in der Zeitung stehen .

 


Von unserem Mitarbeiter Michael Binder

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