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14.10.2004 19:21 Uhr | x gelesen
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"Ihr müsst lesen, ihr müsst wissen, was in der Welt passiert"


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Ingolstadt (cur) Rätselhaft begann gestern die Auftaktveranstaltung des 3. KLASSE!-Projekts. "Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort" lautet eine der Zeilen aus dem vertonten Rainer Maria Rilke-Gedicht "Die Dinge singen hör ich so gern", das es zu erraten galt.


Keine Furcht vor der Menschen Wort sollten die über 7000 Schüler haben, die sich für im Unterricht mit dem DONAUKURIER beschäftigen werden. Das Verlagshaus und Audi ermöglichen es 320 Klassen aus 115 Schulen, vier Wochen lang kostenlos in die Welt der Tageszeitung einzutauchen. Dazu gehört das Kennenlernen journalistischer Stilformen, eine Führung durch die Redaktion und die Produktionsanlagen sowie einige Überraschungen der Audi-AG. Die Schüler können sich aber auch selbst als Jungredakteure versuchen und Artikel im DONAUKURIER veröffentlichen.

Gestern wurde das diesjährige KLASSE!-Projekt im Audi-Bildungswesen eröffnet. Untermalt von rockig-melancholischen Songs der Band "Trinity", begrüßte die Jugendredaktion des DK zahlreiche Gäste auf ihrer blauen Couch.

Audi-Pressesprecher Joachim Cordshagen, DK-Chefredakteur Michael Schmatloch und DK-Redakteurin Verena Doyé verteilten die Unterrichtsmappen an die Lehrkräfte.

Heide Fiedler vom Decartes-Gymnasium in Neuburg erkannte das Rilke-Werk auf Anhieb und gewann neben einer DONAUKURIER-Tasse ein ganz besonderes "Schmankerl". Sie durfte die erste Frage an Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann und Werner-Hans Böhm, Regierungspräsident von Oberbayern stellen. Sie wollte wissen, welches Anliegen hinter dem Projekt stehe. Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann kennt die Bemühungen eines Vaters, seine Kinder an das Medium Zeitung heranzuführen. "Ich habe meinen Kindern oft gesagt, ihr müsst sowas lesen, ihr müsst wissen, was in der Welt passiert." Er stelle zudem immer mehr fest, dass in einigen Stadtteilen kaum noch eine Tageszeitung gelesen werde und sieht darin auch einen Zusammenhang mit so manchem Wahlergebniss im Land, bei dem die Menschen Parolen aufsitzen. Lehmann zeigte sich außerdem erfreut, dass Audi das Projekt erneut unterstützt. "Ein Unternehmen ist mehr als eine Ansammlung von Produktionsmitteln", sagte er im Hinblick auf die soziale Verantwortung, die ein Unternehmen in einer Stadt trägt.

Die Audi-AG rundet die Initiative zur Medienkunde mit verschiedenen Informations- und Exkursionsangeboten ab. "Wir haben diesmal verstärkt Highlights gesetzt. Natürlich wird es wieder die klassischen Angebote wie Werksführungen und Besuche im museum mobile geben", sagte Marco Wittmann vom Audi-Bildungswesen. Eine besondere Überraschung hat sich das Unternehmen auch diesmal wieder ausgedacht. "Ich will nicht zuviel verraten. Ich gebe nur DTM als kleines Stichwort", sagte Wittmann augenzwinkernd.

Auch Schirmherr Hans-Werner Böhm zeigte sich erfreut über das Projekt: "Wir sind sehr dankbar, wir müssen unsere Kultur pflegen." Dazu trüge auch eine Tageszeitung maßgeblich bei.

Als weitere Gäste holte sich die Jugendredaktion des DONAUKURIER, die die Auftaktveranstaltung hervorragend organisiert hatte, Dieter Omert, Leiter im Audi-Bildungswesen und Wolfgang Lichtenegger, DK-Geschäftsführer auf ihre blaue Couch. Lichtenegger, der sich mehr als "Pate" als als "Vater" des Projektes sieht, betonte die Notwendigkeit, Jugendliche an das Lesen heranzuführen.

Dieter Omert schätzt das Projekt sehr, da gerade in weitläufigen Unternehmensstrukturen die Kommunikation immer wichtiger wird. Von der Kompetenz der Mitarbeiter hänge der Erfolg eines Unternehmens entscheidend ab. "Wir haben uns gewünscht, möglichst viele Schüler zu erreichen, besonders weil das Projekt praxisorientiert gestaltet ist."

Doch nicht nur von den Organisatoren wurde das KLASSE!-Projekt gelobt. Für Anja, Rebecca und Sabrina vom Christoph-Scheiner-Gymnasium, die an der letzten KLASSE!-Veranstaltung teilnahmen, war die Führung durch den Verlag eins der Highlights. Doch am meisten zählte die Abwechslung vom "langweiligen" Deutschunterricht. Michael Schmatloch weiß aus seiner eigenen Erfahrung als Lehrer um die "Langeweile" der Schüler, hofft daher besonders, ihr Interesse an lokalen und kulturellen Themen zu wecken.

Den Lehrern soll die Arbeit mit einer ausführlichen Arbeitsmappe erleichtert werden. Thomas Gampl, selbst DK-Redakteur stellte die größte Neuheit des Projektes vor. Unter www.donaukurier.de/klasse soll eine Art Tauschbörse für Unterrichtskonzepte entstehen, die dann auch für kommende Projekte genutzt werden können.

Verena Doyé, DK-Redakteurin und Organisatorin freut sich über das wachsende Interesse. "Wir haben dieses Jahr 28 Klassen mehr, die sich beteiligen." Ein neuer Rekord und für sie, die im Zeitungsmachen "ihren Traumjob" gefunden hat, ein großer Erfolg. 


Claudia Urbasek

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