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02.09.2003 20:01 Uhr | x gelesen
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Mit Fahrrad und Familie einmal rund um Hilpoltstein


Bild: Mit Fahrrad und Familie einmal rund um Hilpoltstein .  Stadtgeschichte, Badespaß am Rothsee und die Schönheit der Region, das alles verbindet eine Radwanderung rund um Hilpoltstein. Die Fahrt führt vom Mittelalter bis zur Moderne, von der alten Burgruine bis zur High-Tech Schleuse des Main-Donau-Kanals. Ausgangspunkt unserer Tour ist der Parkplatz auf dem Hilpoltsteiner Festplatz, direkt linkerhand am Ortseingang - leicht zu erkennen an den mächtigen Linden.

Stadtgeschichte, Badespaß am Rothsee und die Schönheit der Region, das alles verbindet eine Radwanderung rund um Hilpoltstein. Die Fahrt führt vom Mittelalter bis zur Moderne, von der alten Burgruine bis zur High-Tech Schleuse des Main-Donau-Kanals. Ausgangspunkt unserer Tour ist der Parkplatz auf dem Hilpoltsteiner Festplatz, direkt linkerhand am Ortseingang - leicht zu erkennen an den mächtigen Linden.


Burgruine Stein
Am besten schieben: Ausgangspunkt der Radtour ist das Wahrzeichen der Stadt, die Burgruine der Herren von Stein.
Heimbach

Haben wir unsere Fahhräder abgeladen und sitzen bequem im Sattel, fahren wir bergabwärts in Richtung Innenstadt. An der Ampelkreuzung halten wir uns rechts und fahren an der Sparkasse weiter geradeaus in die Kolpingstraße, während die Hauptstraße nach links weiterführt. Schon jetzt können wir die Ruine der Hilpoltsteiner Burg über den Dachspitzen der Häuser sehen. Am Ende der Straße ist schräg links eine der schönsten Kirchen der Region zu sehen: Die Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist geht auf einen mittelalterlichen Bau zurück. Das weite, lichterfüllte Langhaus mit seinem barocken Stuck wurde 1732 nach Plänen des Deutschordensbaumeisters Franz Keller aus Ellingen errichtet.

Nur einen Steinwurf nach rechts entfernt sind erhöht die Burgruine und das Haus des Gastes zu sehen. Über eine Auffahrt zu erreichen, kann man den Stolz des historischen Städtchens Hilpoltstein besichtigen. Eine Legende führt die Gründung von Burg und Stadt bis in das Jahr 508 zurück. Seinerzeit sollen Baiern unter ihrem Herzog Haunwulf aus der Gegend des Fichtelgebirges und der Oberpfalz in diesen Raum gezogen sein.

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts bauten die Grafen von Abenberg die Burg, den Namen erhielt Hilpoltstein von den Herren von Stein, die hier bis 1385 lebten. Um 1606 zog die Pfalzgräfin Maria-Dorothea in die Stadt ein und bewohnte die Burg über 30 Jahre lang. Alljährlich am ersten im Augustwochenende feiern die Hilpoltsteiner ihr Burgfest und erinnern mit einem prächtigen Schauspiel an den Einzug ihrer Pfalzgräfin.

Den Berg hinunter, geht es zurück in die Stadt zum Marktplatz. Hier beeindrucken das Fachwerk des Rathauses und die davor stehende Brunnenfigur, ein Gewappneter mit Fahne und Schild, darauf das Nürnberger Wappen. Wer auf den Geschmack gekommen ist kann im Museum "Schwarzes Ross" direkt am Marktplatz Weiteres über die mehr als tausendjährige Stadtgeschichte Hilpoltsteins erfahren. Im Mittelpunkt des Museums steht jedoch das alte Bauhandwerk.

Wer es kaum erwarten kann, in die Nähe von Wasser zu gelangen, radelt direkt in die dem Rathaus gegenüberliegende Johann-Friedrich-Straße. Dabei lohnt ein Blick auf die linke Seite, denn herrlich anzusehen ist das 1523 erbaute Fachwerk des Jahrsdorfer-Hauses. Die nächste Straße, bereits außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, geht es rechts Richtung Freibad, am Sportgelände vorbei und zur Stadt hinaus. Wenn wir das Kunstwerk "Aufstand der Krücken" sehen, sind wir am Auhof, einer Einrichtung der Rummelsberger Anstalten. Wir nehmen die Straße nach links, fahren über die kleine Brücke und halten uns an der Steigung nach rechts, kurz bevor die Hauptstraße kommt. Vor uns liegt nach etwa 200 Metern der Kanal, an dem wir links entlangradeln.

Auf dem hervorragend ausgebauten Radweg, eigentlich ein Wirtschaftsweg für den Unterhalt des Kanals, fahren wir Richtung Schleuse Eckersmühlen. Vorbei an Kiefern und trockenem Gras können wir hier dieser Tage schon fast italienisches Flair erleben. Der Weg führt uns vorbei an den Anlagen des Wasser- und Schifffahrtamtes und durch eine sehr beliebte Campingbucht bis hin zur Schleuse.

Die Schleuse Eckersmühlen gehört mit den Schleusen Leerstetten und Hilpoltstein mit ihren Hubhöhen von 24,7 Metern zu den höchsten und eindrucksvollsten Schleusenbauwerken.

Wir fahren auf der Straße über den Kanal, 50 Meter weit und biegen den ersten Weg links ab. Von dort aus folgen wir am besten den Weg vorbei an der ausgeschilderten Pumpstation. Eine Auffahrt führt uns dann auf den Damm des Rothsees, von dort aus haben wir einen schönen Blick.

Nun wollen wir den See umrunden. Hierzu fahren wir den Radweg nach links entlang des Damms weiter. Die ersten Häuser, die wir nach etwa drei Kilometern sehen, gehören zum Zwiefelhof. Kurz danach kommen wir auch zum zweiten Damm des Sees, der den "Großen", vom "Kleinen" Rothsee trennt. Den umfahren wir wiederum auf der linken Seite. Unser Weg führt uns vorbei am beliebtesten Badestrand des Sees und dem Strandhaus Birkach in Richtung Vogelschutzgebiet.

Hat man die nördliche Spitze des Sees umrundet, geht es entlang des Ufers vorbei an Polsdorf bis hin zum zweiten großen Badeplatz des Rothsees. Von dort aus kommen wir wieder über die Straße zum "Großen" Rothsee. Folgen wir den ausgewiesenen Radwegen erreicht man das "Seezentrum Heuberg". Dort können wir auf der Terrasse bei einem kühlen Getränk das Freizeittreiben beobachten.

Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg, die Straße entlang zur Schleuse Eckersmühlen und weiter bis nach Haimpfarrich hinein. Die Ortschaft wird wieder in Richtung Eckersmühlen verlassen, und nach kurzer Fahrtzeit ist die Staatsstraße 2220 erreicht, die vorsichtig überquert wird.

Haben wir das geschafft, beginnt die nächste Etappe unserer Fahrradtour. Sie führt uns quer durch den fränkischen Steckerleswald mit seinen charakteristischen Kiefern, vorbei an wunderschönen Mühlen in der Umgebung Hilpoltsteins. Die erste Mühle dieser Tour ist die Lösmühle, 1385 erstmals urkundlich erwähnt. Die Mühle wird dort als "Raysenleiten" bezeichnet, was daher rührt, dass der kleine Fluss Roth bei der Lösmühle ein hohes Durchschnittsgefälle hat. Die Mühle wurde auch als "Mühle zur reißenden Leithen" bezeichnet.

Rothsee
Ausflugsziel mit doppeltem Nutzen: Der Rothsee, beliebt bei Wassersportlern, wird über den Main-Donau-Kanal aus der Donau gespeist - Reserve für das regenarme Franken.
Heimbach

Vorbei am Mühlweiher und entlang der Bahnstrecke Roth-Hilpoltstein erreichen wir die Stephansmühle. Johann Siegmund Christoph Joachim Freiherr Haller von Hallerstein und viele andere geben der Stephansmühle ein besonderes historisches Gepräge. Heute kann man zahlreiche Pferde auf der Weide bewundern, da die stillgelegte Mühle als Reitstall genutzt wird.

An der Stephansmühle vorbei führt der Weg nun in Richtung Hilpoltstein. Am rechten Wegesrand spitzen die Paulusmühle und die Seitzenmühle zwischen den Bäumen und Feldern hervor. Die Paulusmühle wird von Experten auf das stolze Alter von rund 900 Jahren geschätzt. Nicht ganz so alt ist die Seitzenmühle. Auch ihr Alter kann nur geschätzt werden - sicher sind es aber mindestens 300 Jahre.

Wir fahren nicht links nach Hilpoltstein, sondern zuerst an der Seitzenmühle vorbei und biegen dann rechts ab zur Paulusmühle. Richtung Kläranlage halten wir uns am Beginn des Waldes, hinter dem erhöht liegenden Karpfenteich gegenüber der Paulusmühle, links. Dabei lassen wir die landschaftlich reizvollen Fischweiher der verschiedenen Mühlen hinter uns und können den Blick in das Tal der Roth genießen. Auf der rechten Seite kommen wir am Friedhof der Gemeinde Hofstetten vorbei und biegen am ausgeschilderten Radweg rechts in Richtung "Brotzeitstube" Fuchsmühle ab. Die erreichen wir nach etwa zehn Minuten Fahrtzeit. Dort ist es jetzt höchste Zeit für eine ordentliche Brotzeit.

Kulinarisch verköstigt und zufriedengestellt machen wir uns nun wieder auf den Heimweg nach Hilpoltstein. Dazu folgen wir dem Radweg wieder in Richtung Hofstetten, biegen am Friedhof aber nicht ab auf den alten Weg, sondern fahren Richtung Kirche und Hofstetten - geradewegs auf die Hofstettener Hauptstraße. Ihr folgen wir auf dem Radweg bis nach Hilpoltstein hinein, bis wir rechter Hand an einem Netto-Markt vorbeikommen und rechts fahren. An der nächsten Ampel links in Richtung München, erreichen wir nach kurzer Zeit auf der rechten Seite wieder den Fetsplatz und können uns auf die verdiente Heimreise machen.

Tipps rund um den Radwanderweg. 


Sebastian Heimbach

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