Pfaffenhofen
Zwei Stunden Musikvergnügen

Das Peter-Wittrich-Xtett und Florian Erdle amüsieren das Publikum

26.05.2017 | Stand 02.12.2020, 18:03 Uhr |

Sechs hochkarätige Musiker des Peter-Wittrich-x-tetts sorgten mit viel Spielfreude für einen bunten Strauß neu arrangierter Melodien aus aller Welt. - Foto: Steininger

Pfaffenhofen (PK) Zwei kurzweilige Stunden bester musikalischer Unterhaltung hat das Peter-Wittrich-Xtett dem Publikum auf der Gartenschau geboten. Florian Erdle ergänzte das Konzert dank seiner spitzzüngigen Moderation zu einem gelungenen Gesamtpaket.

Das aber hätte mehr Zuhörer verdient, denn das hochkarätige Ensemble glänzte mit bekannten Melodien, neu und überraschend arrangiert von Peter Wittrich, dem Komponisten der Gartenschau-Melodie, wie sie inoffiziell genannt wird. Das aber widerspricht der Intention des musikalischen Urhebers, der sie ausdrücklich mit "Gartenschau-Panorama" betitelt, da ist der Name gleichsam Programm. Um die Neukomposition zu hören, musste man sich allerdings bis zum Ende der zweistündigen Veranstaltung gedulden. Das aber fiel nicht schwer, denn die sechs Musiker boten ein buntes Kaleidoskop an Musikstilen, Rhythmen, Klängen und solistischen Einlagen - so bunt und vielfältig, wie es die Gartenschau selber ist. Für reines Hörvergnügen sorgten in alphabetischer Reihenfolge Tobias Gasser (Percussion), Erwin Gregg (Posaune), Reinhard Greiner (Trompete), Thomas Laar (Bass), Max Penger (Klarinette, Altsaxophon) und nicht zuletzt Peter Wittrich (Akkordeon). Die begannen ziemlich aushäusig mit dem Titel "Dem Land Tirol die Treue", kochten später das urbairische "Rehragout" in allen möglichen Tonarten und ließen es im Reggae-Ragout-Rhythmus vor sich hin brodeln. Natürlich können die auch Landler, nur halt anders, als gewohnt. Das habe sich der Donaugau-Trachtenverband für dessen Bezirks-Trachtenmusikfest doch nicht antun wollen und der Kapelle deshalb abgesagt, behauptetet Florian Erdle zum Gelächter der Zuhörer.

Überhaupt der Erdle: Der passt mit seiner spitzzüngigen Moderation bestens zu der schlitzohrigen Musik des Sextetts. Sie ergänzen sich bestens und machen schlichtweg Spaß. So freut man sich auf die nächste Anmoderation ebenso wie auf die nächsten Titel, weil man bei beiden nicht weiß, was einen erwartet. Ob Rockmusik, der klassische Tango "Olé Guapa", Walzer oder klassische Musik, die Band bindet einen bunten Strauss internationaler Musiktitel, die durch Wittrichs Arrangements zwar verfremdet werden, aber trotzdem erkennbar bleiben. Da tauchen mittendrin ein paar Takte aus Aidas Triumphmarsch auf, oder bei "Hymnus Bavarikus", einem solistischen Paradestück, die Bayernhymne am Ende - die Zuhörer durften aber sitzen bleiben. Und jeder Musiker bekommt Gelegenheit, solistisch zu glänzen: Mit flinken Fingern an der Tastatur, an den Ventilen und Klappen, an den Saiten oder mit den Schlägeln am Vibraphon, mit dem Tobias Gasser gefühlvoll "Über d'Alma" spielt.

Dann aber, nach rund eineinhalb Stunden Programm, kündigt Erdle das "Gartenschau-Panorama" an, die Auftragskomposition, die auf der LED-Wand im Hintergrund der Bühne von einem Film mit Impressionen der Stadt begleitet wird. Das Panorama beginnt mit fanfarenartigen, nahezu bombastischen Klängen, bevor ein lockerer, synkopierter Rhythmus überleitet zu eher filigranen Tönen, die sich mithilfe der verschiedenen Musikinstrumente wie in einem bunten Blumenbeet zu immer wieder neuen Klangvarianten formieren. Dann leiten hymnische Klänge einen neuen Abschnitt ein, in dem sich die einzelnen Instrumente in der Melodieführung abwechseln. Später folgen weitere Richtungswechsel im musikalischen Rundumblick durch erneute hymnische Sequenzen, die überleiten zu südamerikanischen Rhythmen oder einem neu komponierten Zwiefachen, der für das Regionale steht. Eine Komposition ganz im Stile Peter Wittrichs, anspruchsvoll für Musiker und Zuhörer gleichermaßen. Aber wer Wittrich kennt, weiß, dass er das Außergewöhnliche in der Musik besonders schätzt. Und das macht ihn eben unverwechselbar. ‹Œhsg