Ehekirchen
Zwei Spielplätze für Ehekirchen und Ambach

Gemeinderat stimmt für den Bau der Erlebnisgründe - Zuschüsse für Gewaltpräventionsprojekt bewilligt

07.02.2018 | Stand 02.12.2020, 16:51 Uhr |

−Foto: Enghuber, Gerda, Neuburg

Ehekirchen (lm) Das kann eine recht quirlige Angelegenheit werden: In einem Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat Ehekirchen in seiner Sitzung am Dienstag zwei Spielplätze in Ambach und in der Stammgemeinde auf den Weg gebracht. In leicht abgespeckter Version belaufen sich die Gesamtkosten jetzt auf knapp unter 100 000 Euro.

Erlebnishöhlen und Wasserfläche, Riesenschaukel und verschiedene Kreativangebote: Es wird einiges geboten sein auf diesen Plätzen. Doch dank eines hohen Zuschusses reduziert sich der gemeindliche Anteil auf gerade mal die Hälfte. Jetzt sind natürlich auch Förderer und Sponsoren gefragt. Für den Unterhalt der Anlagen sind die schon gefunden. In Ehekirchen macht es der Eisstockclub, in Ambach teilen sich Schützen und private Unterstützer die Arbeit, die unter der Rubrik "Dorferneuerung" firmiert.

Eine knifflige Bau-Angelegenheit stand dann auf der Tagesordnung: Auch wenn eigentlich die eigenen Kinder auf dem eigenen Grund und Boden bauen, ist das kommunalrechtlich nicht immer eine ganz so einfache Sache. Vor allem, wenn das Ganze sich - wie beim Bebauungsplan für das Areal Buch-Nordwest - am Ortsrand abspielt. Denn die Diskussion drehte sich um nicht mehr landwirtschaftlich genutzten und deshalb auch nicht mehr privilegierten Grund. Auch die Tatsache, dass sich auf dem Grundstück schon ohne Plan etwas verändert hat, macht die Situation nicht leichter. Statt wie geplant entlang der Rainer Straße einfach zwei Häuser für die beiden Töchter zu genehmigen, muss jetzt die Gemeinde erst für das ganze Areal einen Bebauungsplan schaffen.

Dazu kommt, dass sich auf der Fläche noch eine Pferdekoppel befindet. Das liefert die Voraussetzungen für ein Mischgebiet. Ob ein vereinfachtes Verfahren für die gut 10 000 Quadratmeter möglich ist, ist fraglich. Weiter stellte die Gemeinde fest, dass die Tatsache, ob eine eigene Betriebshalle stört, nicht die Tochter, sondern ein Lärmimmissionsgutachten zu entscheiden hat. Für das Areal hatte es 1995 schon mal eine Bauvoranfrage gegeben - damals wäre es wohl zügiger noch ab- und vor allem durchgegangen.

Zügiger ging es auch bezüglich der Zuschüsse für ein Gewaltpräventionsprojekt an der Grund- und Mittelschule Ehekirchen. Letztes Mal hatte es noch heftigste Debatten um die zweimal 100 Euro und jede Menge Rückfragen gegeben und dem örtlichen Elternbeirat und dem Caritas-Kreisverband wurden die jeweiligen Zuschüsse verweigert. Nun legte der Elternbeirat mit einer genaueren Stundenaufstellung nach und die Caritas verwies auf die Wichtigkeit des Projekts. Der Dritte Bürgermeister Otto Plath nahm zwar schon Anstoß an den in seinen Augen relativ hohen Personalkosten, letztlich wurde den beiden Zuschüsse am Dienstag aber einstimmig zugestimmt.

Endgültig nur Formsache war dann die Bestätigung des von seinen Kameraden bereits Mitte Januar zum Kommandanten der Feuerwehr Bonsal gewählte Michael Heckl durch den Gemeinderat zum Ende der Sitzung.

500 Euro für den kleinen Julian aus Huisheim

Ehekirchen (lm) Jetzt also hat die "Kaltwasser-Grill-Challenge" auch den Gemeinderat Ehekirchen erreicht. Woher sie wirklich stammt und wer der Urheber des Spiels ist, weiß niemand so recht. Aber Gutes hat die Challenge zumindest schon bewirkt. In Ehekirchen kamen so 500 Euro für einen guten Zweck zusammen.

Sieben Mutige waren bereit, in den witterungsbedingt eigentlich stillgelegten Rathausbrunnen zu steigen. Der wurde kurzfristig reaktiviert, auf den zusätzlichen Springbrunnen-Effekt konnte bei straffen Minustemperaturen aber dann doch verzichtet werden. Bürgermeister Günter Gamisch, sein Stellvertreter Thomas Bednarz und die Gemeinderäte Thomas Braun, Anton Daferner, Georg Kugler, Johann Stöckl und Johann Wintermayr ließen die vorsorglich angelegten Wadlwärmer tapfer fallen. Teils nur mit der kurzen Lederhose ging es ins gewiss nicht wohltemperierte Nass.

Wer den Männern das zweifelhafte Vergnügen eingebrockt hat, war ihnen wohl bewusst. Nicht nur der Hollenbacher Gartenbauverein, auch der Gemeinderat in Königsmoos hatte den Ehekirchener Rat nominiert. Dort war als verantwortlicher Ideengeber unschwer Ehekirchens Verwaltungschef Stefan Fäustlin in seiner Funktion als Gemeinderat auszumachen.

"Eigentlich hätten wir jetzt die eigene Verwaltung vorschlagen sollen", meinte noch einer der tapferen Wassertreter. Letztlich zog man doch die Kollegen der benachbarten Gemeinden Pöttmes, Burgheim und Oberhausen vor.

Obwohl nur sieben Männer ins Wasser stiegen, wollten alle Räte etwas beitragen. 25 Euro pro Kopf, macht mal 20 500 Euro für den achtmonatigen Julian Bosch in Huisheim, der an Blutkrebs erkrankt ist und dringend Hilfe braucht, um zu überleben. Dafür könne man "so einen Blödsinn" schon mitmachen, befand Bürgermeister Günter Gamisch, es sei "gar nicht so schlimm gewesen". "Mir hat's gereicht", ergänzte derweil Thomas Braun.