Schrobenhausen

Zu 181 Einsätzen alarmiert

Jahreshauptversammlung der Schrobenhausener Stützpunktfeuerwehr

03.05.2022 | Stand 08.05.2022, 3:35 Uhr
Zu insgesamt 37 Beförderungen gratulierte Kommandant Ralf Schlingmann den Aktiven der Feuerwehr Schrobenhausen. −Foto: Drexler

Schrobenhausen - Ganz neu aufgestellt hat sich die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Schrobenhausen.

Eineinhalb Jahre lang war wegen der Pandemie keine Versammlung möglich und Kommandant Ralf Schlingmann führte den Verein so lange als Interimsvorsitzender. Bei der Jahreshauptversammlung wählten die rund 80 Feuerwehrleute Stefanie Landshammer zur neuen Vorsitzenden (wir berichteten).

Auf einer virtuellen außerordentlichen Versammlung hatte der Verein im Dezember vor zwei Jahren den Kommandanten und seinen Stellvertreter Robert Ottilinger zu Interimsvorsitzenden gewählt. Nach dem Tod der Vorsitzenden Claudia Funk und dem Rücktritt des stellvertretenden Vorsitzenden Christian Manhart wäre der Verein sonst handlungsunfähig gewesen. Damals seien sie alle davon ausgegangen, dass drei Monate später eine reguläre Versammlung absolviert werden könne, sagte Schlingmann. Das Virus machte dem aber einen Strich durch die Rechnung.

Auf soziale Kontakte durch Corona verzichtet

Corona stellte für die Schrobenhausener Feuerwehr auch in anderer Hinsicht eine Herausforderung dar. Die Ehrenamtlichen mussten bei Einsätzen diverse, sich dynamisch ändernde Gesetze, Verordnungen und Anweisungen beachten und dabei auf eine der wichtigsten Komponenten verzichten: die sozialen Kontakte. Schlingmann nannte als Beispiel: "Einsatznachbesprechungen, die vor der Pandemie gerade nach belastenden Einsätzen zum Standard gehörten, konnten nicht stattfinden. Seit zwei Jahren waren fast alle Übungen abgesagt worden. Traditionelle Veranstaltungen wie die Weihnachtsfeier, die Jahreshauptversammlung, das Schafkopfturnier oder die Florianimesse konnten nicht stattfinden. "

Die Zahl der aktiven Mitglieder war in den vergangenen zwei Jahren minimal von 118 auf 111 gesunken. Insgesamt hat die Feuerwehr 421 Mitglieder. Schlingmann bedauerte: "Unser vor Jahren gesetztes Ziel von 450 Mitgliedern konnte leider nicht erreicht werden. " Er war optimistisch, dass es mit den umfangreichen Lockerungen einfacher werden würde. Sorgen machte ihm der Spielmannszug, dem lediglich noch neun Mitglieder angehören. "Er hat eine über 50-jährige Tradition und sollte dies auch noch die nächsten Jahrzehnte haben", warb Schlingmann um Interessenten "mit einer musikalischen Ader".

Drohnenflüge, Gaslecksund ein Doppelunfall

Als Kommandant der Schrobenhausener Wehr hatte er bei der Jahreshauptversammlung ein großes Pensum zu erfüllen. Er musste alle die Beförderungen und Ehrungen nachholen, die seit 2019 aufgelaufen waren. In seinem Bericht, der ebenfalls über zwei Jahre Einsatz- und Übungsdienst ging, fasste sich Schlingmann deshalb kurz. Unter anderem berichtete er über einen Einsatz bei einem Verkehrsunfall zwischen Schrobenhausen und Sandizell. Während des Einsatzes ereignete sich wenige Hundert Meter entfernt ein weiterer Unfall, bei dem sich ein Auto überschlug und in Brand geriet (wir berichteten). Nur weil sie schon vor Ort gewesen waren, hätte der Fahrer rechtzeitig gerettet werden können, so der Kommandant.

Bei einem Werkstattbrand in Ludwigsmoos war die Landkreis-Drohne zum Einsatz gekommen, um mit der Wärmebildkamera Glutnester aufzuspüren. Außer mehreren Feuerwehren und dem Bayerischen Roten Kreuz waren auch das Technische Hilfswerk und die Polizei vor Ort gewesen. Schlingmann betonte: "Dieser und viele weitere Einsätze zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit unter den Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen und die Alarmierung von Sonderfahrzeugen ist. "

Bei Bauarbeiten beschädigte Gasleitungen beschäftigten die Ehrenamtlichen der Feuerwehr mehrmals. Bei einem Einsatz in der Gerolsbacher Straße, in der Nähe des Schulzentrums und innerhalb der Wohnbebauung, war das Leck so groß, dass im unmittelbaren Umfeld Explosionsgefahr bestanden hatte.

Reisner: "Damoklesschwert Berufsfeuerwehr"

Zur Anzahl der Einsätze in den vergangenen beiden Jahren sagte Schlingmann: "Rein statistisch gesehen wurden 2187 Feuerwehrdienstleistende in 3513 Einsatzstunden zu den 205 Einsätzen im Jahr 2020 eingesetzt. " 2021 waren es 1797 Ehrenamtliche in 2403 Stunden bei 181 Einsätzen. Seit der Einführung der Integrierten Leitstelle im Jahr 2008 würde sich die Zahl der Einsätze bei etwa 220 pro Jahr einpendeln, hatte der Kommandant ausgerechnet. Er stellte die Frage in den Raum, ob das auch künftig ehrenamtlich geleistet werden könne.

Bürgermeister Harald Reisner (FW) hoffte, dass die Stadt "das Damoklesschwert Berufsfeuerwehr nicht braucht". Die Stadt stehe immer hinter den Feuerwehren in der Stadt und den Ortsteilen und unterstütze sie, betonte er. Lob für das Engagement der Feuerwehrleute gab es von Landrat Peter von der Grün (FW). Er war sich sicher: "Wir werden es künftig auch noch mit ganz anderen Schadenslagen wie Stürmen und Trockenheit zu tun haben. " Der Landkreis wolle deshalb im Katastrophenschutz gut aufgestellt sein. Angesichts der Einsatzzahlen und -stunden zollte Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier der Schrobenhausener Feuerwehr Respekt. "Gerade in der Größenordnung der Feuerwehr Schrobenhausen muss man den Hut ziehen, wie der Laden läuft und es passt. "

SZ

Gerlinde Drexler