Ernsgaden
Wichtige Investitionen in die Infrastruktur

Rück- und Ausblick des Ernsgadener Bürgermeisters Dorfgemeinschaftshaus ist bald fertig

02.01.2018 | Stand 02.12.2020, 17:00 Uhr

Ein Treffpunkt für soziale und gemeinschaftliche Aktivitäten soll das neue Ernsgadener Dorfgemeinschaftshaus werden, das die Gemeinde Ernsgaden im ersten Quartal 2018 in Betrieb nehmen will. Zudem soll das Areal zum Gemeindehaus hin als neue Dorfmitte gestaltet werden. - Foto: Huber

Ernsgaden (GZ) Der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses, eine bessere Ausstattung der Feuerwehr und erste Schritte zur Gesamtsanierung des Kanalsystems: Bürgermeister Karl Huber blickt in Ernsgaden auf ein Jahr zurück, das von zahlreichen, wichtigen Investitionen in die Infrastruktur der Gemeinde geprägt war. Und er wirft einen Blick voraus auf Projekte, die in 2018 anstehen - so etwa die Erschließung eines weiteren Baugebietes, die Sanierung der Kanalstation am Badweiher oder die Planungen für eine barrierefreie Seniorenwohnanlage.

Voraussichtlich im ersten Quartal des neuen Jahres könne das neue Dorfgemeinschaftshaus bezogen werden, berichtet Huber. Es bringe neue Gestaltungsmöglichkeiten für Veranstaltungen im Ort und werde neben dem bereits seit dem Jahr 2001 bestehenden Gemeindehaus ein weiterer Treffpunkt für soziale und gemeinschaftliche Aktivitäten mit sich bringen, etwa für Senioren und im Bereich der Erwachsenenbildung. Mit der Verwirklichung des Projekts könne auch die Dorfmitte neu gestaltet werden. So entstehe zwischen dem Gemeindehaus und dem Dorfgemeinschaftshaus ein attraktiver Platz. Zudem, so Huber, werde die früher einmal existierende fußläufige Verbindung zwischen der Graf-Ernest-Straße und der Hauptstraße wiederbelebt. "Dies stellt einen attraktiven Mehrwert für die Bevölkerung dar und prägt die neue Ortsmitte."

Kräftig investiert habe die Gemeinde 2017 auch in die örtliche Feuerwehr, so der Bürgermeister. Hier wurde für rund 200 000 Euro ein neues "Mittleres Löschfahrzeug" beschafft und in Dienst gestellt. "Es konnte mittlerweile schon bei einigen Einsätzen seine vielfältige Nutzbarkeit beweisen."

Weit fortgeschritten seien die Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet Mittergret IV. Hier konnte vor den Weihnachtsfeiertagen die Asphaltdecke aufgebracht werden, voraussichtlich heuer im Frühjahr werde das Baugebiet ganz fertiggestellt sein. Der Verkauf der Grundstücke werde dann unter Berücksichtigung der vom Gemeinderat kürzlich erlassenen neuen Richtlinien für das Baulandmodell erfolgen. "Diese stehen haben dann ihre Bewährungsprobe zu bestehen."

Mit "An der Hochstraße" im Ortsteil Knodorf habe der Gemeinderat bereits die Weichen für ein weiteres Baugebiet gestellt, da die Nachfrage nach Baugrundstücken sowohl von der einheimischen Bevölkerung als auch von auswärtigen Interessenten ungebrochen sei. Dort, so der Bürgermeister, entstünden 17 neue Bauplätze, die wohl 2019 baureif seien.

Ein wichtiges Augenmerk lege der Gemeinderat nach wie vor auf die Betriebssicherheit des Kanalsystems. "Nach der Dichtigkeitsprüfung und verschiedenen Reparaturen im Jahr 2016 konnte mit der neuen Kanalstation Knodorf ein wichtiger Schritt zur Gesamtsanierung des Systems geleistet werden", bilanziert Huber. Die Investition von rund 250 000 Euro stärke die Entwässerung von Knodorf und entlastet das Ernsgadener Gebiet. Im neuen Jahr nun sie die grundlegende Sanierung der Kanalstation am Badweiher an der Reihe. Dort werden neue Abwassertanks, neue Vakuum- und Druckpumpen sowie eine motorgesteuerte Schieberregelung für die Vakuumsleitungen installiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 350 000 Euro. Im Übrigen habe es im Laufe des Jahres verhältnismäßig wenige Probleme mit dem Betrieb des Kanalsystems gegeben, stellt der Gemeindechef fest. "Der aufgrund einer massiven technischen Störung bedingte Totalausfall der Vakuumpumpen war ein Schock für viele und sollte sich nicht wiederholen."

Zur Regelung der sogenannten Nachverdichtung in den Baugebieten hat der Gemeinderat in jüngster Zeit einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, der nicht zuletzt dem Schutz der Nachbarschaft vor zu intensiver Bebauung dient. Es wurde festgelegt, dass pro Wohneinheit eine Grundstücksfläche von mindestens 300 Quadratmetern nachgewiesen werden muss. Huber: "Es kann nicht sein, dass wir uns in den Arbeitskreisen der Dorferneuerung über die kontinuierliche Gemeindeentwicklung und die Schaffung von attraktiven Wohnquartieren den Kopf zerbrechen und dann die Baulücken von Investoren mit zahlreichen Wohneinheiten bestückt werden, die zu Ärger mit den Nachbarn führen." Hier sei zur Erhaltung der dörflichen Struktur ein ausgewogenes Verhältnis in der Ausgestaltung der neuen Bebauung im Vergleich zur bisherigen Nutzung durch die Altanlieger vonnöten.

Besonders erfreulich, so Huber, seien für den Gemeinderat die Entwicklungen in der Schule einschließlich Mittagsbetreuung, im Kindergarten und in der Kinderkrippe. Diese öffentlichen Einrichtungen seien gut ausgelastet und leisteten eine hervorragende Arbeit. Hier zahle es sich aus, dass man in den vergangenen Jahren einen besonderen Wert auf eine familienfreundliche Infrastruktur gelegt habe.

Als nächste Maßnahme zur Stärkung der Sozialstruktur hat der Gemeinderat die Absichtserklärung geschlossen, eine barrierefreie Seniorenwohnanlage zu bauen. Dazu sollen in den nächsten Monaten die zentralen Punkte geprüft werden. Es gehe dabei insbesondere um die Frage, welche Bebauung auf dem gemeindeeigenen Grundstück des ehemaligen Bauhofgeländes an der Graf-Ernest Straße möglich ist, welcher staatliche Zuschuss gewährt wird und in welchem Umfang die Gemeinde oder eine noch zu gründende gemeindliche Baugesellschaft das Projekt finanziell stemmen kann. Auf jeden Fall, so Huber, "gibt es dazu bereits ein großes Interesse in der Bevölkerung und zahlreiche Nachfragen".