Wolnzach

Wallfahrt für den Frieden

Mit Gebeten und Gesang hoffen die Wolnzacher Pilger auf den Beistand Gottes und der Heiligen Maria

20.03.2022 | Stand 24.03.2022, 3:35 Uhr
Wolfgang Kollmeyer
Sie folgen dem Kreuz: Rund 60 Gläubige nahmen an der Wallfahrt für den Frieden von Wolnzach zur Kapelle Maria Hilf teil. −Foto: Kollmeyer

Wolnzach - Am Samstagmorgen haben sich etwa 60 Personen, Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, aufgemacht, um gemeinsam für den Frieden zu pilgern und zu beten. Sie Trafen sich an der Wolnzacher Kirche, um an einer Fußwallfahrt zur Kapelle Maria Hilf bei Haarbach nahe Osterwaal teilzunehmen. Ein großer Teil gehörte zur Gruppe der Hallertauer Fußwallfahrer, die - abgesehen von den vergangenen Coronajahren - alljährlich nach Altötting pilgern.

Klaus Nöscher, Pilgerführer der Hallertauer Fußwallfahrer, freute sich über die Teilnehmerschar, obwohl keine große Werbung gemacht wurde. Er betonte, dass die Wallfahrt ein Weg für den Frieden in der Ukraine sei und stimmte alle auf die achteinhalb Kilometer lange Strecke über Jebertshausen, Hüll und Larsbach ein. Nöscher verkündete zudem, dass Anfang Oktober voraussichtlich wieder die Fußwallfahrt nach Altötting stattfinden könnte.

Pfarrer Maximilian Roeb erteilte seinen Segen und die Wallfahrer machten sich singend und betend auf den Weg. Sie hatten zwar einen sonnigen Vormittag, aber der kalte Wind war etwas unangenehm für viele. Bis auf eine kleine Pause schaffte die Gruppe die Strecke in zwei Stunden und sie wurde an der Kapelle bereits von gut 20 Personen empfangen, die per Pkw angereist waren.

Die behelfsmäßig gezimmerten Bänke unter den Bäumen waren schnell besetzt und einige hatten sich wohlweislich eine Decke mitgebracht.

Die Pfarrei Gosseltshausen hatte für eine Laufsprecher-Anlage gesorgt, so dass Pfarrer Roeb auch in den hinteren Reihen deutlich zu hören war. Der Gottesdienst begann mit dem Lied "Gib uns Frieden, lass und nicht allein". Pfarrer Roeb betonte, dass sich alle nichts heißer ersehnen würden, als den Frieden. Dies gelte in der Familie, in der Gesellschaft und in der Politik zwischen den Staaten. Die Christen würden die Mutter Christi als Königin des Friedens verehren, da sie Liebe den Menschen Frieden schenke, wie Papst Johannes Paul es ausgedrückt hatte.

Dem Gebet für Frieden in der Ukraine folgte eine Lesung aus dem Buch Jesaja. Pfarrer Roeb betonte, dass der Frieden dann beginne, wenn die Menschen ihre Fehler erkennen würden und dass bei Friedensverhandlungen der Wille und die Bereitschaft vorhanden sein müssen, dem Anderen zuzuhören und ihn zu verstehen. Unfrieden entstehe durch Reichtum, Adel, Wissen und Macht - doch wer der Größte sein wolle, müsse Diener aller sein. Das Friedensgebet sprachen abwechselnd Pfarrer und Wallfahrer.

Die Wallfahrer waren über den gelungenen Vormittag hoch zufrieden und hatten die Wallfahrt mit Gesang und Gebet genossen, so wie "Rul" Kipfelsberger aus Lenting und sein 85-jähriger Bruder Leonhard aus Hepberg, die jahrzehntelange Altötting-Wallfahrer sind, selbst wenn der Rückweg von vielen wieder zu Fuß zurückgelegt werden musste. Auch eine ältere Dame aus Rohrbach hatte keine Probleme, obwohl sie anfangs nicht sicher war, ob sie die lange Strecke durchhalten würde. Viele waren auch froh, endlich wieder bekannte Gesichter zu sehen, wie Alois Kellerer, der auch eine umfangreiche Wallfahrtserfahrung hat.

Etwas ganz neues war die Veranstaltung für den 17-jährigen Markiian aus Lemberg, der gerade einen Tag zuvor mit dem von der Wolnzacherin Brigitte Weber organisierten leeren Transporter von der polnischen Grenze nach Wolnzach kam - seine Eltern musste er zurücklassen.

WZ

Wolfgang Kollmeyer