Eichstätt
Wahlkampftour mit dem Rad

Eichstätt war ein Etappenziel des ÖDP-Vorsitzenden Frankenberger

18.08.2013 | Stand 02.12.2020, 23:46 Uhr |

 

Eichstätt (EK) 95 Kilometer Radfahren sind für Willi Reinbold „Kurzstrecke“. Der ÖDP-Landtagskandidat war allerdings der einzige, der nach der Etappe von Roth nach Eichstätt am Samstag gar nicht schwitzte.

Dem Bundesvorsitzenden Sebastian Frankenberger sah man die Leistung durchaus an. Am 6. Juni hat der 32-jährige Frankenberger seine Wahlkampftour gestartet: „Radeln für Bayern“. In 90 Tagen will er durch 90 bayerische Stimmkreise, und nach gut zwei Dritteln der Strecke ist der Bundesvorsitzende inzwischen „deutlich fitter“ als beim Start. Der Passauer war nach eigenem Bekunden vor der Wahlkampftour kaum geradelt, ganz im Gegensatz zum Eichstätter Kandidaten: Willi Reinbold (Jahrgang 1952) ist bekanntlich bis vor zwölf Jahren noch Langstreckenrennen gefahren, bis zu 1000 Kilometer, und schaffte sogar die Qualifikation für das legendäre „Race across America“. Trotzdem radelt der Finanzbeamte nicht die ganze Tour durch Bayern mit – dazu fehlt ihm die Zeit. Montag und Dienstag ist Reinbold aber noch dabei, wenn es nach Neuburg und nach Ingolstadt weitergeht.

Schließlich ist Reinbold nicht nur ein passionierter Rennradfahrer, sondern auch als Schatzmeister im Bundesvorstand. Und so verwundert es nicht, dass die Idee zu der außergewöhnlichen Wahlkampftour auch auf ihn zurückzuführen ist: „Wir wollen einen nachhaltigen Wahlkampf mit einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck machen“, sagt Reinbold.

Auf der Strecke besucht der Bundesvorsitzende Sebastian Frankenberger, der durch seinen Kampf für das Rauchverbot bekannt geworden war, einige für die ÖDP relevante Punkte. Das kann wie am Samstag nahe Kinding ein Energiehaus sein oder am heutigen Montag das Areal bei Hard, auf dem die umstrittene Sandwaschanlage geplant wird. Außerdem will Frankenberger heute erstmals mit dem ÖDP-Kreisvorsitzenden Klaus Loderer, der ein erfahrender Gleischirmflieger ist, auf der Radlstrecke nach Neuburg bei einem Zwischenstopp in Obereichstätt einen Tandem-Sprung wagen. Der Perspektivwechsel ist dabei durchaus symbolisch zu verstehen: Angesichts der aktuellen „Flickschusterei“ in der Politik stehe die ÖDP für einen anderen Blick, für grundsätzlichere Fragen und ehrliche, nachhaltige Politik und – den Öko-Demokraten immer wichtig: „Die Beteiligung der Bürger.“ Deshalb sucht Frankenberger bei jedem Halt auch das Gespräch mit Bürgern. Dass es dabei durchaus mit Humor zugehen kann, zeigte Sebastian Frankenberger bei einer Kostüm-Stadtführung – das macht der Passauer ja auch hauptberuflich. Für Eichstätt hatte er humorige Episoden aus dem Leben der Bistumsheiligen, aber auch des Schlossleutnants Lorenz Krach und des fürstbischöflichen Barockbaumeisters Gabriel de Gabrieli in sein Repertoire aufgenommen.